Gesundheitsfürsorge für Frauen mangelhaft

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Laut WHO ist die Gesundheitsfürsorge für Frauen mangelhaft.

Genf - Die weltweit häufigsten Todesursachen für Frauen von 15 bis 45 Jahren sind Aids, Probleme im Zusammenhang mit Schwangerschaften und Tuberkulose, sagt die WHO.

Das geht aus einer am Montag in Genf vorgelegten Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit dem Thema “Frauen und Gesundheit“ hervor. Obwohl Frauen eine höhere Lebenserwartung als Männer haben, ist die Gesundheitsfürsorge für sie weltweit noch immer mangelhaft, schreibt die WHO. Für Frauen über 45 Jahre gelten demnach vor allem der Herzinfarkt und Schlaganfälle, die häufig als “Männerkrankheiten“ bezeichnet werden, als häufigste Todesursachen.

Da Frauen eine um sechs bis acht Jahre höhere Lebenserwartung als Männer haben, stellen sie auch einen immer größer werdenden Teil der älteren Bevölkerung, berichtet die WHO. Dies müssten auch die Gesundheitspolitiker berücksichtigen. Wenn es auch einige biologische Gesundheitsvorteile für Frauen gebe, so litten diese jedoch unter einem zumeist niedrigerem sozialen und wirtschaftlichen Status. Den Frauen müsse weltweit so die Chance gegeben werden, ein gesünderes Leben führen zu können. “Frauen gehören in vielen Teilen der Welt zu den Unterprivilegierten“, sagte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan in Genf.

Frauen litten häufig unter unzureichender medizinischer Versorgung, sagte Chan. “Obwohl Frauen länger leben, sind sie nicht unbedingt glücklich“, fügte sie hinzu. Nach der Untersuchung, der ersten dieser Art weltweit, ist Selbstmord die siebthäufigste Todesursache weltweit bei Frauen von 20 bis 59. Etwa 73 Millionen erwachsene Frauen erleiden mindestens einmal im Jahr eine schwere Depression. Zwar nutzten Frauen die medizinische Versorgung häufiger als Männer, erklärte die WHO.

“Noch wichtiger ist aber die Vorsorge“, sagte Chan. Grundsätzlich gelten auch hier wie in anderen Bereichen die gravierenden Unterschiede zwischen Industriestaaten und Entwicklungsländern. In jeder Altersstufe werden Frauen in den Industriestaaten weniger krank als in den ärmeren Ländern, und sie leben zudem länger. In Entwicklungsländern sterben auch mehr junge Mädchen. 99 Prozent der mehr als eine halbe Million mit Geburtsproblemen zusammenhängenden Todesfälle im Jahr ereignen sich in Entwicklungsländern.

dpa

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