Humanitäre Katastrophe in Kirgistan

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In Kirgistan kündigt sich eine humanitäre Katastrophe an.

Osch/Moskau - Die Unruhen in Kirgistan weiten sich auch auf das Nachbarland Usbekistan aus. Mindestens 170 Menschen sind ums Leben gekommen. Eine humanitäre Katastrophe bahnt sich an.

Wegen der andauernden blutigen Unruhen im Süden der zentralasiatischen Republik Kirgistan weitet sich die humanitäre Katastrophe auch auf das benachbarte Usbekistan aus. Zehntausende Usbeken sind auf der Flucht vor den ethnischen Zusammenstößen in den südkirgisischen Städten Osch und Dschalal-Abad. Weil der Flüchtlingsstrom nicht abreißt, schloss das Usbekistan am Dienstag seine Grenze. “Wir haben einfach keine Kapazitäten mehr“, sagte der usbekische Vize-Regierungschef Abdulla Aripow nach Angaben des zentralasiatischen Nachrichtendienstes CA-News.

Neben Kirgistan fordert nun auch Usbekistan Hilfe, um der Krise Herr zu werden. Nötig seien vor allem Medikamente, Betten und Verbandsmaterial für die vielen Verletzten, teilten die usbekischen Behörden mit. Die Menschen wurden in Zeltlagern, in Schulen und Kindergärten und Krankenhäusern des Gebiets Andischan untergebracht.

Mindestens 170 Tote

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Der Weltsicherheitsrat verurteilte die andauernde Gewalt in Kirgistan. Nach offiziellen Angaben stieg die Zahl der Toten auf 170. Allerdings gehen Augenzeugen von deutlich mehr Toten aus, weil die Usbeken ihre Leichen aus Angst nicht in die kirgisischen Einrichtungen bringen. Medien nannten am Dienstag die Zahl von 2000 Todesopfern in Osch und Dschalal-Abad. Viele Leichen wurden ohne Identifizierung in Massengräbern begraben. Beweise für diese deutlich höhere Zahl an Toten gab es zunächst aber nicht.

Das höchste UN-Gremium rief die Menschen im Süden der zentralasiatischen Republik in der Nacht zum Dienstag auf, Ruhe zu bewahren und zu Recht und Ordnung zurückzukehren. Es sei an der Zeit, Nahrungs- und Hilfsmittel in das Krisengebiet zu schicken, mahnte Ratspräsident Claude Heller am späten Montagabend (Ortszeit) im Namen der 15 Mitgliedsländer.

dpa

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