Impfung gegen Schweinegrippe wird zum „Drama“

Offenbach (psh) ‐ Immer mehr Impfwillige, ängstliche Ärzte, teils langes Warten auf die Auslieferung des Impfstoffes gegen die Schweinegrippe, „Ausverkauf“ des Serums in einzelnen Apotheken: Für die Kassenärztliche Vereinigung (KV) ist die Verwirrung um die Impfung in Hessen ein „Drama“.

Lesen Sie hierzu auch:

„Bitte keine Panik“

„Impfung stoppt die Infektion“

Wo kann man sich impfen lassen?

Nun doch Andrang bei Schweinegrippe-Impfung

Laut KV sind die Probleme zum Start der großen Impfaktion unübersehbar. „Es gibt sehr viele Unwägbarkeiten, manche Mediziner haben zu wenige Impfdosen geordert, andere bleiben auf ihren Bestellungen sitzen“, hieß es. Das Problem sei, dass die Ärzte den Impfstoff jeweils in Flaschen mit Dosen für zehn Patienten bekommen. Das heißt, sie müssten einen einmal angemischten Impfstoff binnen 24 Stunden aufbrauchen. Daher vergeben Mediziner in der Regel erst Termine, sobald sich zehn Impfwillige gefunden haben. Es sei sinnvoll, seinen Arzt zunächst anzurufen und sich nach einem Termin zu erkundigen. Auch wegen dieser Problematik der Zehner-Dosen ruft das Gesundheitsministerium in Wiesbaden Gesunde dazu auf, sich impfen zu lassen - weil sonst auch die chronisch Kranken zu lange Wartezeiten haben könnten, ehe sich zehn Patienten finden.

Ärzte und das Ministerium stellten jetzt klar, dass sich ab sofort jeder Impfwillige in Hessen immunisieren lassen kann. „Bürgerinnen und Bürger, deren Hausärzte sich weigern, eine Impfung vorzunehmen, lassen wir nicht im Stich. Sie können sich wegen der Impfung an das Gesundheitsamt wenden“, betonte Gesundheitsminister Jürgen Banzer.

In die Verunsicherung mischen sich neue Meldungen über Erkrankungen. Im Frankfurter Universitätsklinikum schwebte gestern eine Schweinegrippe-Patientin in Lebensgefahr. In anderen Ländern steigt die Zahl der Grippefälle und -toten stark an.

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare