Jamaikas Drogenboss Coke wird ausgeliefert

+
Zwei Tage nach seiner Festnahme wird Jamaikas Drogenboss Christopher “Dudus“ Coke in die USA ausgeliefert.

São Paulo/Kingston - Zwei Tage nach seiner Festnahme wird Jamaikas Drogenboss Christopher “Dudus“ Coke in die USA ausgeliefert. Bei der Jagd nach ihm, starben über 70 Menschen.

Das berichteten jamaikanische Zeitungen am Donnerstag übereinstimmend. Danach verzichtete der 41-Jährige auf sein Recht auf ein Auslieferungsverfahren in Jamaika. Er werde noch im Laufe des Donnerstags in die USA gebracht, meldeten die Zeitungen “Jamaica Gleaner“ und “Jamaica Observer“ in ihren online-Ausgaben. In den USA muss sich Coke wegen Mordvorwürfen und des Verdachts auf Drogen- und Waffenhandel verantworten.

“Dudus“, wie ihn seine Gefolgschaft nennt, war am Dienstag nach wochenlanger fieberhafter Suche bei einer Polizeikontrolle im Großraum von Kingston festgenommen worden. Bei der Fahndung nach ihm war es im Mai in der Hauptstadt des Karibikstaates zu blutigen Straßenkämpfen zwischen seinen Anhängern und Sicherheitskräften gekommen. Dabei starben mehr als 70 Menschen. Während der Unruhen hatte sich Coke im Stadtviertel Tivoli Gardens verschanzt, wo er von vielen Bewohnern unterstützt und verehrt wird.

Am Donnerstag wurden er den Berichten zufolge in Handschellen vor Gericht vorgeführt. Er unterschrieb in Anwesenheit seiner Anwälte die Verzichtserklärung auf ein Verfahren in Jamaika und betonte, er wisse, dass ihn in New York ein Prozess erwarte. Sein Anwälte veröffentlichten anschließend eine Erklärung, in denen “Dudus“ seine Entscheidung begründet. Dies sei das Beste für seine Familie, die Bewohner von Tivoli Gardens und Jamaika. “Betet für mich. Gott schütze Jamaika“, ließ der Bandenchef erklären.

dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare