Karsai ruft Taliban in Kundus zu Frieden auf

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Afghanistans Präsident Hamid Karsai ruft Taliban in Kundus zu Frieden auf.

Kundus - Der afghanische Präsident Hamid Karsai hat die Taliban am nordafghanischen Bundeswehr-Standort Kundus zu einem Ende der Gewalt aufgerufen.

“Meine Brüder, kommt zu mir, wenn Ihr Probleme habt oder Probleme bei uns seht, meine Tür steht Euch offen“, sagte Karsai bei einem Treffen mit Stammesältesten in Kundus-Stadt am Sonntag. “Wenn Ihr irgendwelche Forderungen habt, kommt zu uns und sagt sie mir. Hört damit auf, Eure Brüder zu töten und Euer Land zu zerstören.“ Der Gouverneur der Provinz Kundus, Mohammad Omar, warnte bei dem Treffen vor einer weiteren Verschlechterung der Sicherheitslage in der Region und forderte eine Militäroperation.

“Die Situation wird sich nicht nur hier verschlechtern, sondern auch andere Provizen in der Region destabilisieren“, sagte Omar. Er verwies auf Einsatzbeschränkungen der deutschen Soldaten und forderte andere NATO-Staaten dazu auf, Truppen nach Kundus zu schicken. Im Januar hatte Omar den Einsatz der Bundeswehr als “wirkungslos“ kritisiert und mehr US-Soldaten für die Provinz gefordert. Der Großteil der laut Mandat bis zu 5350 Bundeswehr-Soldaten ist in Nordafghanistan stationiert.

Die USA wollen bis zu 4500 Soldaten dorthin entsenden. Kundus ist die mit Abstand unsicherste Provinz im Norden. Am Karfreitag waren in Kundus drei deutsche Soldaten bei einem Gefecht mit den Taliban getötet worden. Karsai wurde vom Kommandeur der Internationalen Schutztruppe ISAF, US-General Stanley McChrystal, begleitet. Am Samstag hatte Karsai sich nach Angaben der Schutztruppe im ISAF-Hauptquartier über die Lage am Bundeswehr-Standort Kundus informieren lassen.

dpa

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