Kommentar zum Flugzeugabsturz: Tiefes Mitgefühl

Gestern war ein schwarzer Tag für die deutsche Verkehrsluftfahrt. 150 Menschen, unter ihnen eine Schulklasse, starben beim Absturz eines Germanwings-Jets in Südfrankreich. Es ist kaum vorstellbar, welches Leid die Angehörigen der Opfer in diesen Stunden durchleben.

Auch deshalb sind die Sicherheitsbehörden jetzt gefordert; möglichst schnell muss in allen Einzelheiten geklärt werden, warum ein Flugzeug einfach so vom Himmel fallen kann. Es ist nicht nur die Dimension der Katastrophe, es ist auch unsere unmittelbare Nähe im Rhein-Main-Gebiet zur Luftfahrt, die zum Nachdenken zwingt. Vielleicht ist der Schock nach dem gestrigen Unglück auch deshalb so groß. Auf einmal ist alles sehr, sehr nah. Der Airbus stürzte nicht auf fernen Kontinenten ab, sondern nur wenige Flugminuten von uns entfernt.

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Deutlich wird, dass das Gefühl der Sicherheit trügerisch ist. Fluglinien präsentieren ja regelmäßig Statistiken, aus denen hervorgeht, dass Flugzeuge das sicherste Verkehrsmittel sind. Solche Berechnungen mögen vielleicht auf zukünftige Fluggäste etwas beruhigend wirken, für die Angehörigen der Todesopfer des Absturzes sind sie es sicherlich nicht. Sie spüren den Schmerz, dass sie Mutter, Vater, Geschwister oder die eigenen Kinder verloren haben. Manche werden mit diesem schrecklichen Verlust für den Rest ihres Lebens zu kämpfen haben. Gibt es überhaupt Trost für sie? Was ist das Geheimnis der Menschen, die schwerste Schicksalsschläge überstehen? Psychologen sagen, nicht alle Menschen, die unsagbares Leid erleben mussten, zerbrechen daran. Von einem Paradox ist die Rede, von der „Kraft im Unglück“ - und die Fähigkeit, allen Widrigkeiten zum Trotz neuen Mut zu schöpfen ... Aber jetzt ist nicht die Zeit für gute Ratschläge, jetzt geht es um Respekt vor den Toten und um tiefes Mitgefühl.

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