Der Blick von oben

Kommentar: Start zur ISS

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Für kleine Jungs sind sie unschlagbare Stars, diese Weltraumfahrer. Der kindliche Blick zum Himmel, zum Mond, zu den Sternen und der unbändige Wunsch, auch mal nach da oben zu fliegen. Mit einer Mega-Rakete natürlich. Technik, Geschwindigkeit, Abenteuer. Von Ralf Enders

Man muss kein kleiner Junge mehr sein, um der Faszination Raumfahrt zu erliegen. Heute Abend sitzen drei Menschen in einer engen Kapsel auf 300 Tonnen Treibstoff und schießen mit 26 Millionen PS und 28.000 Stundenkilometer ins All. Do leckst mi am Oasch, sagt der Bayer.

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Der Deutsche Alexander Gerst ist mit an Bord. Seine Mission hat er „Blue Dot“ getauft - nach einem alten Foto der Raumsonde Voyager, auf dem die Erde als „pale blue dot“ - als blassblauer Punkt - zu sehen ist. Der Missionsname, so Gerst, steht dafür, „dass wir alle auf einem kleinen, zerbrechlichen Raumschiff leben“. Wenn alles gut geht, blickt Gerst morgen selbst aus dem Weltall auf unseren verletzlichen Planeten. Glaubt man den Astronauten, und das tun wir in diesem Fall gerne, relativiert dieser Blick all die Aufgeregtheiten auf der Erde. Viele von ihnen wünschen sich, Politiker sähen die Erde einmal so - als blauen Punkt ohne nationale Grenzen.

Da ist viel Romantik drin. Aber warum nicht? Seit mehr als 15 Jahren arbeiten Russen, Amerikaner, Deutsche und Astronauten aus vielen anderen Ländern auf der Internationalen Raumstation friedlich zusammen. Das ist, ohne jedes Pathos, einmalig in der Menschheitsgeschichte. Und ohne Kooperation ist der Außenposten im All auch gar nicht zu betreiben.

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Es lohnt sich also, zum Himmel zu schauen, gerne mit den Augen eines kleinen Jungen, so wie es auch Alexander Gerst getan hat: „Als Junge habe ich beim Anblick der Sterne meine Eltern und Großeltern mit Fragen gelöchert - wie man dort hinkommt und ob da jemand wohnt.“ Selbst er dürfte darauf keine Antwort erhalten. Aber man kann ja mal nachschauen. In diesem Sinne guten Flug und viel Erfolg!

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