Libyen droht mit Rückzug aus der UNESCO

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Irina Bokowa wäre die erste Frau an der Spitze der UNESCO, falls ihre Wahl bestätigt würde.

Paris - Libyen droht, die Zusammenarbeit mit der UN-Organisation komplett einzustellen, sollte die Wahl der Bulgarin Irina Bokowa zur neuen Generaldirektorin bestätigt werden.

Das kündigte die libysche Delegation nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur dpa in einem Brief an die anderen 192 Mitgliedstaaten an. Libyen sei nicht gewillt in einer Organisation Mitglied zu sei, die von einer Person aus Bulgarien geführt werde, hieß es.

Als Grund für die Drohung nennt Libyen die Begnadigung von fünf bulgarischen Krankenschwestern und einem palästinensischen Arzt durch den bulgarischen Präsidenten. Die sechs waren in Libyen zu lebenslanger Haft verurteilt worden, weil sie angeblich in einem Krankenhaus hunderte Kinder absichtlich mit dem HI-Virus ansteckten. Experten hatten dagegen nachgewiesen, dass die Aids-Epidemie in der libyschen Kinderklinik noch vor dem Eintreffen der Bulgarinnen und des Arztes wegen der schlechten Hygiene ausgebrochen war. Libyen bezichtigt Bulgarien nun, internationale Abkommen über den Gefangenenaustausch gebrochen zu haben. Das medizinische Personal war 2007 nach mehr als achtjähriger Haft nach Bulgarien ausgeliefert worden. Die sechs Betroffenen wurden dort sofort freigelassen.

Die Wahl des Nachfolgers von Generaldirektor Koichiro Matsuura sorgt bereits seit Wochen für Schlagzeilen. Im September war überraschend die 57 Jahre alte Irina Bokowa aus Bulgarien für den Posten nominiert worden. Sie setzte sich in einer geheimen Stichwahl gegen den ägyptischen Kulturminister Faruk Husni durch. Ihm waren anti-israelische Äußerungen vorgeworfen worden. Die Abstimmung im Exekutivrat hatte die Organisation gespalten. Anhänger des lange als Favorit gehandelten Husni warfen jüdischen Lobby-Gruppen und dem Westen eine Hetzkampagne gegen ihren Kandidaten vor.

dpa

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