Mafia-Jäger beschlagnahmen See

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Der Averno galt Dichtern wie Homer und Vergil als der Eingang zur Unterwelt.

Neapel - Ermittler haben den Vulkansee Averno westlich von Neapel beschlagnahmt. Er gehört nach Polizei-Erkenntnissen einem Strohmann des berüchtigten Camorra-Clans der Casalesi.

Wie italienische Medien am Samstag berichteten, wurden auch Club-Gebäude, ein Restaurant sowie ein Ferienbetrieb am See beschlagnahmt. Der Lago di Averno ist samt dem Ufergelände seit knapp zwei Jahrzehnten im Besitz einer “Country Club“-Gesellschaft, die von dem derzeit in Untersuchungshaft sitzenden Tourismusunternehmer Gennaro Cardillo gekauft worden war. Er gilt als der Strohmann des im Jahr 2008 unter Mordverdacht verhafteten Casalesi-Bosses Giuseppe Setola.

Am Sonntag schlug Neapels mobile Anti-Mafia-Truppe gleich wieder zu: Sie verhaftete im Morgengrauen mit Elio Amato einen Clan-Boss, der auf Italiens Liste der 100 gefährlichsten flüchtigen Verbrecher stand. Er war als ein führender Mann der Amato-Pagano-Familie im Drogengeschäft tätig. Handschellen legte die Polizei bei der Razzia auch einem Neffen Amatos an, der als Killer des Camorra-Clans gilt.

Mafia-Ermittler nehmen nicht nur Camorra-Mitglieder fest, sie wollen dem organisierten Verbrechen auch schaden, indem sie Immobilien, Restaurants, Hotels und Luxusautos beschlagnahmen.

dpa

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