Schock in Melbourne

Auto rast in Menschenmenge: Viertes Opfer gestorben

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Rettungskräfte versorgen die Verletzten in Melbourne, nachdem ein roter Wagen in die Menge gerast war. 

Melbourne - Über drei Straßenblocks hinterlässt ein Amokfahrer in Melbourne eine Spur der Verwüstung. Vier Menschen hat er mit dem Auto getötet. Der Mann ist der Polizei bekannt - sie war ihm vor der Tat auf den Fersen.

  • Ein Autofahrer ist im australischen Melbourne am Freitag gegen 13.40 Uhr Ortszeit in eine Menschenmenge gerast.
  • Vier Menschen starben (darunter ein Kind), mindestens 15 wurden verletzt.
  • Die Polizei hat die Lage unter Kontrolle, ein terroristischen Hintergrund wird ausgeschlossen. Der Täter ist ein polizeibekannter Gewalttäter.

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+++  Der 26-jährige Fahrer sei wegen familiärer Gewalt, psychischer Probleme und Drogendelikten polizeibekannt, so die  Polizei im Bundesstaat Victoria. Offenbar habe der Täter am Freitagmorgen im Vorort Windsor auf seinen Bruder eingestochen, teilte die Polizei weiter mit. Am vergangenen Wochenende habe die Polizei den Mann beschuldigt, fügte Bateson hinzu, ohne zu sagen warum. In den vergangenen Tagen habe es bei ihm Fälle familiärer Gewalt gegeben.

+++ Premierminister Malcolm Turnbull erklärte, die Gebete und das Mitgefühl aller Australier seien bei den Opfern "dieses schrecklichen Verbrechens" und ihren Angehörigen. Australien hatte nach dem Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin mit zwölf Toten die Terrorwarnstufe erhöht.

+++ Die beiden erwachsenen Toten sollen in den 30ern sein, berichten australische Medien. Möglicherweise waren sie mit ihrem Baby unterwegs, darauf lassen zumindest Zeugenaussagen schließen, die von einem durch die Luft fliegenden Kinderwagen sprechen.

Todesfahrt von Melbourne: Drei Patienten kämpfen um ihr Leben

+++ Laut der australischen Tageszeitung „Herald Sun“ ist ein kleines Kind unter den Toten. Drei Patienten würden auf der Intensivstation noch um ihr Leben kämpfen. Viele Kinder seien unter den Opfern.

+++ Der Fahrer soll nur rote Unterhosen und weiße Schuhe getragen haben. Örtliche Medien berichten, die Polizei habe auf ihn geschossen.

+++ In Melbourne finden derzeit die Australian Open statt. Angelique Kerber spielte zur Tatzeit nur zwei Kilometer entfernt in der Margaret Court Arena bei den Australian Open erfolgreich um den Einzug ins Achtelfinale. 

Augenzeugen wollen in Melbourne Schüsse und „Allah Akbar“ vernommen haben

+++ Wie sehr häufig nach solchen Ereignissen berichten Augenzeugen von diversen Wahrnehmungen. Ein Italiener will gehört haben, dass der Todesfahrer „Allah Akbar“ (“Gott ist groß“) gerufen habe, das erzählte er der größten australischen Tageszeitung „Herald Sun“. Andere wollen Schüsse vernommen haben, hieß es in örtlichen Medien. Die Polizei bestätigt bisher keine dieser Aussagen.

+++ Hugh Riminton, ein neuseeländischer Journalist und CNN-Moderator, hat ein Video getwittert, dass die Festnahme des Fahrer zeigen solll:

+++ Ein Zeuge berichtete dem Nachrichtensender Sky News von dem schrecklichen Erlebnis: „Da war überall Lärm und Durcheinander und dann plötzlich überall Polizisten und Körper, die auf dem Boden lagen.“

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In Melbourne rast ein Auto in eine Menschenmenge - kein Terror

Ein Mann ist in der australischen Stadt Melbourne absichtlich mit seinem Auto in eine Fußgängerzone gerast und hat dabei vier Menschen getötet - darunter ein Kind. Weitere 14 Personen wurden nach Angaben der Polizei bei dem Angriff am Freitag verletzt. Mehrere von ihnen waren in kritischem Zustand, unter ihnen ein drei Monate altes Baby, wie das Kinderkrankenhaus der südaustralischen Metropole auf Twitter mitteilte. 

Laut Polizei handelte es sich nicht um einen Terroranschlag. Der 26-jährige Fahrer wurde festgenommen. Er war der Polizei bereits als Gewalttäter bekannt, und sie war ihm kurz vor der Tat auf der Spur gewesen.

Der Mann fuhr am frühen Nachmittag (Ortszeit) zunächst vor einem Bahnhof im zentralen Geschäftsviertel der Stadt im Kreis, wie der Polizeichef des Bundesstaates Victoria, Graham Ashton, auf einer Pressekonferenz sagte. Im Internet verbreitete Videos zeigen, wie ein Mann mit einem Baseball-Schläger vergeblich versucht, das Auto anzuhalten. Es rast kurz darauf davon.

In der nahegelegenen Fußgängerzone habe der Mann dann angefangen, Menschen anzufahren, sagte Ashton. Polizisten hätten ihn mit ihrem Wagen gerammt, auf ihn geschossen und ihn am Arm getroffen. Auf Bildern in sozialen Medien war die Festnahme eines Mannes zu sehen, der nur eine rote Unterhose und weiße Schuhe trug.

Wahnsinnstat von Melbourne: Auto rast in Menschenmenge

Bei dem Täter gebe es eine umfangreiche Vorgeschichte von häuslicher Gewalt und Körperverletzungen, sagte Ashton weiter. Zudem habe er in der Vergangenheit psychische Probleme gehabt und Drogen genommen.

Beamte hatten den Mann demnach verfolgt, als er vor der Tat in die Stadt fuhr. Wegen seiner unberechenbaren Fahrweise sei es ihnen zunächst nicht gelungen, ihn anzuhalten. Eine Bekannte des Mannes sei zwischenzeitlich im Auto gewesen, habe vor dem Angriff aber flüchten können. Es werde ermittelt, ob der Täter sie als Geisel genommen habe.

Einen konkreten Grund für die Verfolgung der Polizei nannte Ashton nicht, er sprach aber von Angriffen auf den Bruder des Mannes sowie auf den Partner seiner Mutter. In einer Mitteilung der Polizei hieß es, die Tat stehe in Verbindung mit einer Messerstecherei am Morgen.

Die städtischen Rettungskräfte gaben an, auf einem Gebiet von drei Straßenblocks 24 Verletzte behandelt zu haben, wie der Sender ABC berichtete. Bei zwei Toten handelte es sich laut Ashton um einen Mann und eine Frau im Alter zwischen 30 und 40 Jahren. Das Alter des getöteten Kindes nannte er nicht. Das vierte Todesopfer starb einige Stunden nach der Amokfahrt. 

Der Tatverdächtige wurde in ein Krankenhaus gebracht. Seine Verletzungen waren den Angaben zufolge nicht lebensbedrohlich.

Die Polizei bat die Bevölkerung um Hilfe bei den Ermittlungen. Etwaige Videos der Tat sollten auf der Facebook-Seite der Polizei hochgeladen werden.

Australiens Premierminister Malcolm Turnbull sprach in einer Twitter-Nachricht von einem „bösartigen kriminellen Angriff“. Er bedankte sich per Videobotschaft bei Polizei, Rettungskräften und Passanten für ihre Hilfe: „Ihre Liebe, ihre Selbstlosigkeit, ihr Mut sind das Allerbeste unseres australischen Geistes.“

afp/kg/dpa

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