Ermittlungen in Peru

Kindesmissbrauch? Bischof entlassen

Lima - Nach Missbrauchsvorwürfen gegen den Weihbischof der peruanischen Diözese Ayacucho hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen Gabino Miranda aufgenommen.

Der 53-Jährige sei vom Vatikan bereits seines Amtes und aus dem Priesterstand enthoben worden, sagte der emeritierte Bischof von Chimbote, Luis Bambarén, am Freitag im Fernsehsender América TV. Gegen Miranda liegen mehrere Anzeigen wegen Kindesmissbrauchs vor, wie die Nachrichtenagentur Andina berichtete.

„Ich denke, die Dinge sollten sehr klar sein. Null Toleranz, egal um wen es sich handelt, ob Kardinal oder Priester“, sagte Bambarén. Auf der Internetseite der Diözese Ayacucho war der Eintrag über Miranda am Freitag bereits gelöscht.

Medienberichten zufolge soll er Mitglied der Prälatur Opus Dei sein. Die ultrakonservative Organisation verfügt in Peru über erheblichen Einfluss. Einer ihrer mächtigsten Vertreter, Kardinal Juan Luis Cipriani, ist Erzbischof von Lima. „Das ist eine sehr schmerzhafte Situation. Aber auf der anderen Seite glaube ich, dass jeder das Recht hat sich zu verteidigen“, sagte der Kardinal am Samstag in seinem Programm „Dialoge des Glaubens“ im Radiosender RPP.

Das Pressebüro von Opus Dei in Peru erklärte, Miranda sei niemals Mitglied der Gruppe gewesen. Er habe lediglich „spirituelle Unterstützung“ durch die Priesterschaft von Opus Dei erhalten, hieß es in einer Mitteilung. Allerdings teilte die Organisation mit, Miranda weise die Vorwürfe zurück. Weitere Informationen lägen Opus Dei nicht vor. Der derzeitige Aufenthaltsort des ehemaligen Weihbischofs ist unbekannt.

dpa

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