Nach dem Super-Winter ein Super-Sommer?

Offenbach (psh) ‐ Nach den Schneebergen warten viele auf einen brutzelwarmen Sommer. Was ist daran, am Gerücht, dass nach einem strengen Winter ein warmer und trockener Sommer folgen würde? Meteorologe Helmut Malewski vom Deutscher Wetterdienst: „Schaut man in die Analen der Meteorologie, dann lässt sich dafür leider kein Zusammenhang erkennen. Nach den strengen Wintern von 1962/63, 1978/79 und auch 1984/85 folgte eher ein durchwachsender Sommer. Der Supersommer ist also eher ein Wunschtraum.“

Aber was ist eigentlich ein Supersommer? Malewski: „Lieschen Müller würde ihn wohl folgendermaßen definieren: Sonnenschein über eine längere Periode, dabei Temperaturen im hochsommerlichen Bereich um 30 Grad Celsius und vor allem Trockenheit. Getränkehersteller und Speiseeisproduzenten wären begeistert. Schildert man dieses Szenario aber einem Landwirt, so wird er die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und schnell von Missernten reden. Die Auswirkungen von längerer Trockenheit waren ja gerade in den letzten Jahren vor allem in Brandenburg und auch in Mecklenburg Vorpommern zu spüren. Landwirte wünschen sich einen eher gemäßigten Sommer, immer wieder mit Niederschlägen, nur während der Erntezeit sollte es für ein paar Tage trocken bleiben.“

Auch der Handel sei von einem warmen und sonnigen Sommer nur wenig begeistert, „da ordentliche Umsätze eher bei kühlem und regnerischem Wetter zu erzielen sind“, so der Meteorologe. Für die Straßenbauer sei ein heißer Sommer, vor allem nach dem harten Winter, wohl eher eine Horrorvorstellung. Wenn bei großer Hitze Teer auf den Straßen sich langsam verflüssige, gebe es noch mehr Straßenschäden. Malewski: „Ein Supersommer ist immer eine Frage des Standpunktes. Eines ist auf jeden Fall klar. Der Sommer 2010 wird auf jeden Fall wieder ein Super-Sommer. Die Frage ist nur, für wen?“

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