Asche: NATO-Jet bei Testflug beschädigt

Brüssel - Ein Nato-Kampfjet des Typs F-16 ist bei einem Flug am Wochenende von Aschepartikeln beschädigt worden. Im Triebwerk wurde Glas gefunden. Das ist sehr gefährlich.

Vulkanasche hat einen Nato-Kampfjet vom Typ F-16 bei einem Testflug über Europa beschädigt. Die Maschine landete am Wochenende mit Glas im Triebwerk, sagte ein hoher US-Beamter am Montag in Brüssel. Das Glas sei aus Vulkanasche entstanden, die in das heiße Triebwerk geriet.

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Der Beamte machte keine genaueren Angaben darüber, wann und wo der Jet flog. Er wollte auch nicht bestätigen, dass es sich um eine US- Maschine handelte: “Jemand flog den Jet und er hatte Glas im Triebwerk.“ Der Beamte sagte weiter: “Man kann fliegen, aber es ist gefährlich.“ Die Ansammlung von Glas im Triebwerk sei “eine sehr, sehr ernste Sache, die in der nicht allzu entfernten Zukunft wirkliche Folgen für unsere militärischen Fähigkeiten haben kann“.

Der Militärausschuss der NATO, das höchste militärische Gremium der Allianz, verzichtete am Montag auf eine Reise nach Kosovo. Der Flug in einem militärischen Flugzeug vom Typ Airbus wurde wegen der Flugverbote abgesagt. Die NATO-Militärs wollten sich über den Einsatz der von der NATO geführten und 10 000 Soldaten zählenden Kosovo- Truppe KFOR informieren.

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Schweizer Forscher messen gefährliche Ascheteilchen

Die isländische Aschewolke über Europa enthält tatsächlich die für Flugzeuge gefährlichen Vulkanaerosole. Das haben Forscher der Eigenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich bei Messungen bestätigt. Wie die Universität am Montag mitteilte, hat sie in der Schweiz mit Wetterballons, Lasern und Messflugzeugen über das Wochenende verschiedene Messungen durchgeführt und ausgewertet. “Wir konnten in einer Höhe zwischen vier und fünf Kilometern eine besonders hohen Anteil an Vulkanaerosolen feststellen“, sagte der ETH-Professor für Atmosphärenchemie, Thomas Peter.

Vulkanasche legt Flugverkehr in Europa lahm

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Erstmals habe so die Höhe und Struktur der Aerosolschicht wissenschaftlich erfasst werden können. Um die genaue Aerosolkonzentration und Teilchengröße festzustellen werden die Daten jetzt weiter ausgewertet. Die Vulkanaerosole gelten als gefährlich für Flugzeuge. Davon betroffen sind Turbinenflugzeuge, da die Aerosole durch die Hitze in den Triebwerken schmelzen und zu Glasablagerungen führen können. Dadurch kann es zu Fehlfunktionen kommen. Weiterhin fliegen dürfen Flugzeuge, die auf Sicht fliegen.

Zum einen haben sie in der Regel einen Kolbenmotor, bei dem die Luft vor dem Eintritt in den Motor gefiltert wird, und zum anderen kann der Pilot in Notfällen sicherer landen als ein großes mehrstrahliges Passagierflugzeug. Für Menschen seien die Teilchen nicht gefährlich, da die Konzentration derzeit sehr gering sei und die Atemluft auf dem Weg in die Lungenbläschen gefiltert werde, sagte Peter weiter. “Der tägliche Feinstaub durch den Verkehr ist dagegen viel gefährlicher.“

dpa

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