Obama ehrt Tote von Fort Hood als Helden

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Barack Obama und seine Frau Michelle gedenken bei der Trauerfeier den Opfern von Fort Hood.

Washington - Fünf Tage nach dem Massaker von Fort Hood hat Amerika am Dienstag in einer bewegenden Trauerfeier auf dem Stützpunkt der Toten gedacht. US-Präsident Obama ehrte die Opfer als “Helden“, die nie vergessen würden.

“Dies ist eine Zeit des Krieges“, sagte der Präsident, der wie First Lady Michelle Obama in tiefschwarzer Kleidung gekommen war. “Aber diese Amerikaner sind nicht auf einem ausländischen Schlachtfeld gestorben. Sie starben hier, auf amerikanischem Boden. (...) Es ist diese Tatsache, die die Tragödie noch schmerzlicher und noch unbegreiflicher macht.“

Bilder von der Trauerfeier

Amoklauf: Trauerfeier für Opfer von Fort Hood

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Mahnwache für die Opfer von Fort Hood

Es sei schwer, die “verdrehte Logik“ zu verstehen, die zu dieser Bluttat geführt habe, sagte Obama in seiner ersten Trauerrede nach einer nationalen Tragödie weiter. “Aber so viel wissen wir - kein Glaube rechtfertigt diese mörderischen und feigen Aktionen. Kein gerechter und liebender Gott findet Gefallen an ihnen“, fuhr Obama fort. “Und wir wissen, dass der Mörder für das, was er getan hat, zur Rechenschaft gezogen wird - in dieser Welt und in der nächsten.“ Der Militär-Psychiater Nidal Malik Hasan hatte bei seinem Amoklauf am Donnerstag zwölf Soldaten und einen Zivilisten getötet sowie 42 Menschen verletzt.

Amoklauf in US-Militärstützpunkt

Amoklauf in US-Militärstützpunkt

Angehörige, Freunde und Soldaten trauern: Gedenkfeier für die Opfer des Anschlags in Fort Hood.

Etwa 15 000 Soldaten versammelten sich zum Abschied von ihren Kameraden und dem getöteten Zivilisten, darunter auch mehrere, die bei dem Amoklauf verletzt worden waren. Einer kam auf Krücken, ein anderer im Rollstuhl, mehrere andere trugen ihren Arm in der Schlinge. Entlang dem Rednerpult waren die Bilder der Opfer aufgereiht, dahinter standen entsprechend der Tradition je ein Paar Stiefel mit einem Gewehr, auf dem ein Helm aufgespießt war. Eine Militärkapelle spielte Trauermusik, eine Soldatin sang “Amazing Grace“, viele Zuhörer hatten Tränen in den Augen.

Hasan soll vor ein Militärgericht gestellt werden, wie das Verteidigungs- und das Justizministerium laut US-Medienberichten entschieden haben. Nach Angaben der US- Bundespolizei FBI gibt es keine Anzeichen, dass Hasan Komplizen hatte oder Teil einer terroristischen Verschwörung ist. Der Major schrieb jedoch E-Mails an einen radikalen islamischen Prediger, berichtete die “Washington Post“ am Dienstag.

US-Geheimdienste fingen laut der Zeitung zehn bis 20 dieser Mails an Anwar al-Aulaqi ab, der den USA vorgeworfen hatte, Krieg gegen Muslime zu führen. Das FBI habe aber entschieden, der Inhalt von Hasans Botschaften sei kein Grund für Ermittlungen. Hasan stand kurz vor seiner Entsendung nach Afghanistan. Er habe deshalb unter enormem psychischen Druck gestanden und sich dabei extremen religiösen Positionen genähert, meldeten US-Medien. Die genauen Ursachen des Amoklaufs blieben zunächst aber unklar.

Obama hatte eigens seine geplante Asienreise um einen Tag verschoben, um die Toten direkt am Ort des Blutvergießens ehren zu können. Zusammen mit seiner Frau traf er in Fort Hood auch mit Hinterbliebenen der Opfer zusammen. Neben Obama war auch Pentagonchef Robert Gates zur Trauerfeier nach Texas geflogen.

Als Sicherheitsmaßnahme war der Ort der Trauerfeier auf dem Stützpunktgelände mit aufgeschichteten Stahlcontainern abgeschirmt worden. Obama sprach unter einem strahlend blauen Himmel mit einem Riesen-Sternenbanner im Hintergrund. Zum Abschied verneigte sich der Präsident vor jedem der Bilder von den Opfern.

dpa

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