Ölpest: Konzerne schieben sich Schuld zu

Washington - Keiner der drei beteiligten Konzerne will die Schuld am Bohrinselunglück im Golf von Mexiko und seinen schweren Folgen haben. Jetzt soll der Senat die Verantwortung klären.

Die Ölkatastrophe vor der Südküste der USA beschäftigt nun auch den Senat in Washington. Der Ausschuss für Energie und Rohstoffe sowie der Umweltausschuss der Parlamentskammer wollen die Verantwortung für das Unglück klären.

Dabei schieben sich die drei beteiligten Konzerne gegenseitig die Schuld zu. Der Mineralölkonzern BP betont, dass die von BP genutzte Ölbohrplattform “Deepwater Horizon“ im Besitz der Firma Transocean sei; das weltgrößte Bohrplattformunternehmen hat seinen Sitz in Zug in der Schweiz. Wie aus Unterlagen für die Anhörungen am Dienstag hervorgeht, bemängelt BP-America-Chef Lamar McKay insbesondere, dass ein Abstellventil (Blowout Protector) von Transocean am Meeresgrund versagt habe. Von den 126 Arbeitern der Plattform seien nur sieben von BP gewesen. Transocean-Vorstandschef Steven Newman erklärte hingegen, die Verantwortung für die Bohrpläne liege bei BP. “Offshore-Projekte für die Öl- und Gasförderung beginnen und enden beim Betreiber, in diesem Fall BP“, betonte Newman. Es gebe keinen Grund zur Annahme, dass die Ausrüstung wie der “Blowout Protector“ nicht betriebsfähig gewesen sei.

Newman wies auch auf die Rolle des technischen Dienstleistungskonzerns Halliburton hin. Dieses Unternehmen war als Vertragspartner dafür zuständig, die Förderröhre vor dem Anschluss an die Ölquelle in Zement einzukleiden. Halliburton-Manager Tim Probert machte in seinen Einlassungen für die Anhörungen geltend, dass diese Arbeiten entsprechend der von BP gestellten Anforderungen abgeschlossen worden seien. Die Explosion, die zum Untergang der Bohrinsel führte und elf Arbeitern das Leben kostete, ereignete sich kurz nach diesen Arbeiten.

Am Ort des Unglücks genehmigte die US-Umweltbehörde EPA unterdessen den Einsatz von Dispersionschemikalien, die das ins Meer ausgelaufene Öl zersetzen sollen. Die EPA räumte allerdings ein, dass die möglichen ökologischen Auswirkungen der Chemikalien nicht bis ins Letzte geklärt seien. Der Versuch, das offene Ölbohrloch mit einer Stahlbetonglocke abzudecken und das Öl danach abzusaugen, war am Wochenende zunächst gescheitert.

dapd

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