Ölpest: BP setzt neue Auffangglocke auf Quelle

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Ein Foto von der neuen Auffangglocke, die Ingenieure auf die Ölquelle im Golf von Mexiko gesetzt haben.

New Orleans - Der Ölkonzern BP ist der Abdichtung des offenen Bohrlochs im Golf von Mexiko nach eigenen Angaben ein Stück näher gekommen:

Am Montagabend (Ortszeit) setzten Ingenieure eine neue Auffangglocke auf die Quelle. Erstmals seit dem Untergang der Bohrplattform “Deepwater Horizon“ vor fast drei Monaten könnte damit der Ölfluss ins Meer bald gestoppt werden. Die Experten wollen die Vorrichtung vom (heutigen) Dienstagmorgen an bis zu zwei Tage lang testen. Der Trichter ist 5,5 Meter hoch und wiegt 68 Tonnen. Noch ist unklar, ob die Vorrichtung den extremen Druck des ausströmenden Öls aushält. Drei Ventile sollen dazu vorsichtig geschlossen werden. Ein zu schnelles Vorgehen könnte nach Angaben von Experten eine neue Explosion verursachen und die bisherigen Bemühungen zunichtemachen. Die Ingenieure beobachten die Druckanzeigen der Glocke. Ist der Druck hoch, ist das ein gutes Zeichen. Denn niedriger Druck wäre ein Hinweis darauf, dass das Öl an einer anderen Stelle austritt.

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Die US-Regierung verhängte unterdessen ein neues Moratorium für Tiefseebohrungen. Dies gab Innenminister Ken Salazar am Montag in Washington bekannt. Das Moratorium hängt nicht länger von der Gewässertiefe ab und soll bis zum 30. November gelten. Salazar erklärte, die Bohrpause sei nötig, um sicherzustellen, dass Öl- und Gasfirmen Sicherheitsmaßnahmen zur Verringerung von Risiken umsetzten und auf mögliche Lecks vorbereitet seien. Erst vergangene Woche war US-Präsident Barack Obama vor einem Berufungsgericht in New Orleans mit seinem Plan gescheitert, einen Stopp für die Tiefsee-Ölbohrungen ab einer Gewässertiefe von 152 Metern durchzusetzen. Bereits im Juni hatte ein Bundesgericht einen vom US-Präsidenten verhängten Öl-Bohrstopp per einstweiliger Verfügung aufgehoben. Das neue Moratorium gilt für jegliche Tiefsee-Bohrinseln.

apn

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