Natur-Drama: Orcas töten hunderte Walbabys 

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Nach kanadischen Medienberichten vom Sonntag fallen in jedem Frühjahr vor Unimak Island, der östlichsten Insel der Aleuten, etwa 150 Schwertwale über die ziehenden Grauwalherden her und machen Jagd auf neugeborene und einjährige Wale.

Alaska - Killerwal-Attacken: Forscher sind einem Drama der Natur vor Alaska auf die Spur gekommen, das jährlich hunderte Walbabys das Leben kostet. Was in den kalten Gewässern genau passiert. 

Nach kanadischen Medienberichten vom Sonntag fallen in jedem Frühjahr vor Unimak Island, der östlichsten Insel der Aleuten, etwa 150 Schwertwale über die ziehenden Grauwalherden her und machen Jagd auf neugeborene und einjährige Wale. Nach vierjähriger Beobachtung sind die Forscher zu dem Schluss gekommen, dass ein Drittel der Jungtiere der Hatz zum Opfer fällt - obwohl die Kälber größer sind als die Jäger. “Walfänger wissen seit Jahrhunderten, dass Schwertwale andere Wale jagen, töten und verspeisen können, die viel größer sind als sie selbst“, erläuterte der Forschungsleiter Lance Barrett-Lennard vom Vancouver-Aquarium in einer Mitteilung. “Aber solche Ereignisse werden nur selten beobachtet und berichtet, und es war schwer zu bestimmen, wie häufig so etwas ist, wie die Schwertwale das überhaupt fertigbringen und was die Auswirkungen auf die Populationen der Beutetiere sind.“

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Im Gegensatz zu sesshaften Artgenossen, die vor allem Fische fangen und dabei eine Menge Lärm machten, jagen wandernde Schwertwale ausschließlich Meeressäugetiere. Dazu schleichen sich mehrere Jäger an die Beute heran. Während sich etwa 40 Tiere im Hintergrund hielten, würden Jägergruppen von drei bis vier Orcas die Kälber von ihren Müttern trennen und versuchen zu ertränken. Oft flüchtete sich die angegriffene Herde in sehr flaches Wasser, wo sich die Schwertwale (Orcinus orca) nicht mehr an sie herantrauen. Die Muttertiere könnten die Jäger auch mit der Fluke in die Flucht schlagen, wenn sie sich gleich zu Beginn energisch wehren. Die Schwertwale greifen die Herden bevorzugt in 15 bis 75 Meter tiefem Wasser an, wie die Forscher im Fachblatt “Marine Ecology Progress Series“ schreiben.

Die Meeresbiologen beobachteten zudem, dass die Schwertwale bei einem Überangebot an Beute die Kadaver für ein späteres Fressen lagern. Diese Lagerhaltung sei zuvor noch nie beobachtet worden. Die Jäger schleppen die toten oder sterbenden Wale sogar in flacheres Wasser, damit die Kadaver nicht in unerreichbare Tiefen hinabsinken. Erst nach 24 Stunden oder sogar noch später kämen sie wieder, um den Rest ihrer Beute zu fressen. Oft würden die Kadaver oder Teile davon allerdings an Land gespült und von anderen Tieren gefressen. Die Forscher beobachteten, wie sich gleich 19 Braunbären über einen Wal hermachten.

dpa

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