Lösung für die Kirchenkrise?

Adelsexperte: Papst fehlen Frau und Kinder

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Rolf Seelmann-Eggebert (kleines Bild) hat sich Gedanken über die katholische Kirche gemacht.

Bonn - Immer mehr Katholiken treten aus der Kirche aus. Ein jüngerer, verheirateter Papst könnte die Lösung für die Glaubenskrise sein, meint ARD-Adelsexperte Rolf Seelmann-Eggebert.

Dem Papst fehlt aus Sicht des die Familie für eine moderne Amtsführung. „Dem Papst fehlen Frau und Kinder, mit denen sich Gläubige identifizieren könnten“, sagte Seelmann-Eggebert der „Zeit“-Beilage „Christ & Welt“ (Donnerstag). Im Vergleich dazu finde jede neue Generation in den europäischen Königshäusern eigene Bezugspersonen. „Am wichtigsten ist für eine Monarchie die Kontinuität“, so der Journalist. Aus Sicht des Adelsexperten wäre ein junger Papst, vielleicht um die 40, ein großer Fortschritt. „Er könnte lange regieren und eine Identifikationsfigur für viele werden“, sagte Seelmann-Eggebert.

Im Vergleich zu den europäischen Monarchen habe es der Papst nichtsdestotrotz schwerer, da alle Verantwortung bei ihm alleine liege. „Die sieben konstitutionellen Monarchien in Europa sitzen fest im Sattel, weil sie ihre eigentliche Macht eingebüßt haben“, so der Adelsexperte. Sie seien mehr die Idee einer Person und einer Familie, in der sich der ganze Staat wiederfinde. Daneben sorge der Regierungschef für den Alltag des Staates.

Auch sei der Papst durch seine alleinige Macht zu langsam. „Mit der Schnelllebigkeit der Zeit kommt das Papsttum nicht mehr mit. Es ist kaum mehr handlungsfähig. Grundsatzerklärungen müssen weltweit abgestimmt sein“, so Seelmann-Eggebert. Als Lösung schlägt der Adelsexperte einen schnell verfügbaren repräsentativen Beraterkreis aus allen Kontinenten vor. Der Papst brauche ein Kirchenparlament, „am besten aus Laien und Kirchenfürsten“, so Seelmann-Eggebert.

KNA

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