Sechs Tote bei Unfall mit deutschem Bus bei Wien

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Sechs Menschen sind bei einem Busunfall gestorben.

Wien - In der Nacht sind sechs Menschen gestorben, als ein deutscher Reisebus mit zwei Lkw in der Nähe von Wien kollidierte. Dutzende Menschen wurden verletzt, einer schwebt noch in Lebensgefahr.

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0043 800 144 244

Es ist das schlimmste Busunglück in Österreich seit fast zehn Jahren: Bei der Kollision eines deutschen Reisebusses mit zwei Lastwagen starben Montagnacht bei Wien sechs Menschen; Dutzende wurden verletzt. Das Fahrzeug mit Münchner Kennzeichen war vom Kosovo aus Richtung Deutschland unterwegs. Die meisten Passagiere sind nach Angaben der Polizei Kosovo-Albaner, die in Deutschland wohnen. Mehr als 80 Rettungskräfte kümmerten sich die Nacht über um die Folgen des schrecklichen Unfalls. Die Wiener Außenringautobahn A21 blieb bis zum Vormittag gesperrt.

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Die Identifizierung der Toten und Verletzten gestaltete sich schwierig. “Das ganze Gepäck ist durcheinandergeflogen, wir finden kaum Papiere“, sagte der stellvertretende Leiter der Landesverkehrsabteilung Niederösterreich, Willy Konrath. Es sei weiterhin teilweise unklar, welche Nationalität die Opfer haben - es gebe zunächst keine Hinweise auf deutsche Staatsbürger. Für Angehörige der Opfer gibt es eine Telefonhotline. Um kurz nach Mitternacht krachte der graue Überland-Linienbus nach ersten Erkenntnissen nahe der Ausfahrt Heiligenkreuz im Bezirk Baden mit zwei Lastwagen aus Rumänien und der Slowakei zusammen. Der Busfahrer und fünf Menschen aus den ersten Reihen sterben. Der rumänische Fahrer des ersten Lastwagens verletzte sich nur leicht, der slowakische LKW-Fahrer und sein Beifahrer schweben nach Polizeiangaben in Lebensgefahr. Insgesamt erlitten 37 Menschen Verletzungen, 20 davon schwere.

Ein verheerendes Bild

Den eintreffenden Rettungskräften bot sich ein verheerendes Bild: Durch den starken Aufprall war der Bus stark zusammengeschoben; zahlreiche Menschen waren darin eingeklemmt, andere liefen auf der Autobahn blutüberströmt umher. “Man weiß nicht, wo man zuerst ist - man hat halt zu wenig Hände“, sagte Rettungshelfer Jürgen Paukovics. Er habe gleichzeitig sieben Menschen betreut, Weinende beruhigt, Verletzte versorgt, Frierende zugedeckt. Leichen und Verletzte hätten völlig durcheinandergelegen, sagte Feuerwehrmann Richard Fleischl. Mit Schaufeln und anderem Gerät befreiten die Retter die Menschen aus den Fahrzeugtrümmern. Was genau zu dem schrecklichen Auffahrunfall führte, ist noch unklar.

Über einen eingeschlafenen Busfahrer wird genauso spekuliert wie über einen vorangegangenen Unfall der beiden Lastwagen, in den der Bus dann hineinraste. Die Ermittlungen dazu könnten noch Tage dauern, sagte Konrath. Bisher könne man nichts konkretes sagen. Berichte über eine eisglatte Fahrbahn wurden dementiert. Die Straße sei staubtrocken gewesen, sagte ein Sprecher des Autobahnbetreibers. Nach Informationen der österreichischen Nachrichtenagentur APA ist der Unfall das schlimmste Busunglück im Alpenland seit fast zehn Jahren. Ein ähnliches Ausmaß hatte zuletzt ein Crash im Mai 2001 in Tirol; damals war ein Bus mit Ausflüglern auf die Gegenfahrbahn geraten. Acht Menschen starben an den Unfallfolgen, 53 wurden verletzt.

dpa

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