Leichen von 24 Opfern geborgen

Seitenleitwerk des abgestürzten Airbus geborgen

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Einsatzkräfte bergen Wrackteile der abgestürzten Air-France-Maschine.

Paris - Das Seitenleitwerk der abgestürzten Air-France-Maschine ist von Suchmannschaften im Atlantik geborgen worden.

Das Wrackteil könnte den Ermittlern entscheidende Hinweis auf die Absturzursache liefern.

Unterdessen wurden nach Militärangaben acht weitere Leichen aus dem Meer geholt. Damit sind inzwischen 24 der 228 Insassen tot geborgen worden.

Bilder von der Trauerfeier der Opfer in Paris

Bilder von der Trauerfeier für die Opfer des Flugzeugabsturzes

Videoaufnahmen auf der Website der brasilianischen Luftwaffe zeigen das Leitwerk mit den blau-roten Streifen von Air-France noch in seiner charakteristischen Dreiecksform und offenbar ohne Brandspuren. Offenkundig wurde es in einem Stück vom Rumpf abgetrennt. Ein US-Experte für Flugzeugabstürze, William Waldock, erklärte, dies deute darauf hin, dass die Maschine schon in der Luft auseinandergebrochen sei. Wenn sie intakt auf dem Meer aufgeschlagen wäre, gäbe es nur kleinste Trümmerstücke.

Mit dem Fund des Seitenleitwerks und weiterer Leichen lässt sich auch das Seegebiet eingrenzen, in dem der Daten- und der Stimmrekorder der Unglücksmaschine womöglich zu finden sind. Die beiden Blackboxen sind im Flugzeug in der Nähe der Leitwerke eingebaut. An der Suche nach ihnen soll sich gegen Ende der Woche auf das französische Atom-U-Boot “Emeraude“ beteiligen, wie Militärsprecher Christophe Prazuck sagte. Wenn die Geräte geortet wurden, soll versucht werden, sie mit unbemannten U-Booten des Forschungsschiffs “Pourquoi Pas“ zu bergen.

Air France 447 vermisst

Bilder: Air-France-Flug 447 wird vermisst

Airlines zweifeln nicht an A330

Eine Air-France-Gewerkschaft drängt derweil die Piloten, sich zu weigern, mit einem Airbus A330 oder A340 zu starten, wenn nicht die externen Geschwindigkeits- und Höhenmesser zuvor ersetzt worden sind. Das geht aus einem Memorandum der Gewerkschaft Alter hervor, die rund zwölf Prozent aller Air-France-Piloten als Mitglieder hat. Im Zuge der Ermittlungen zur Absturzursache wurde die Vermutung laut, dass außenliegende Instrumente des Airbus vereist waren und Sensoren daher falsche Informationen anzeigten. Die Chefs mehrerer Fluggesellschaften betonten unterdessen auf einer Tagung in Malaysia, dass sie den A330 trotz des Absturzes der Air-France-Maschine für ein sehr verlässliches Flugzeug halten. Der Präsident von Emirates Airline, Tim Clark, erklärte, sein Unternehmen habe eine Flotte von 29 A330-200, die seit 1998 im Einsatz seien. “Das ist ein sehr robustes Flugzeug. Es fliegt seit vielen Jahren. Es gibt keinen Grund, an diesem Flugzeug zu zweifeln.“ Ähnlich äußerte sich der Chef von Gulf Air, Bjorn Naf.

Europäische Behörde schaltet sich ein

Die Europäische Flugsicherheitsbehörde EASA (European Aviation Safety Agency) hat am Dienstag vorsorglich eine Sicherheitsinformation an alle Betreiber von Langstreckenflugzeugen herausgegeben. Grund sind nach Informationen der Deutschen Presse- Agentur dpa die bisherigen Erkenntnisse aus dem Absturz.

Die EASA weist alle Piloten darauf hin, dass auch bei einem möglich Ausfall der Geschwindigkeitsmessung die Maschinen sicher geflogen werden können. Es gelte, die entsprechenden Betriebsvorschriften einzuhalten. Die EASA ist seit 2003 für die Zulassung von Flugzeugmodellen in Europa zuständig.

ap

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