Studie: Pakistan bekämpft und unterstützt Taliban

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Mitglieder der verbotenen Bewegung Pakistanischer Talibans waren im März in Karachi verhaftet worden.

Islamabad/London - Der pakistanische Militärgeheimdienst ISI unterhält nach jüngsten Erkenntnissen weit intensivere Verbindungen zu den radikal-islamischen Taliban in Afghanistan als bislang angenommen.

Wie die britische BBC am Sonntag berichtete, wird in einer neuen Studie der London School of Economics behauptet, die Unterstützung der Taliban gehöre weiterhin zur “offizielle Strategie des ISI“. Pakistan wird in der Studie ein “doppeltes Spiel erstaunlichen Ausmaßes“ vorgeworfen. Trotz der laufenden Militäroffensive im eigenen Land unterstütze der ISI die Aufständischen in Afghanistan weiterhin operativ und strategisch “bis hinein in die höchste Führungsebene“. Unter anderem sollen ISI-Mitarbeiter regelmäßig an Treffen des Führungsrates der Taliban, der sogenannten Quetta-Schura, teilgenommen haben.

Der Studie zugrunde liegen nach BBC-Angaben Interviews mit neun ranghohen Kommandeuren der Taliban in Afghanistan sowie Expertengespräche.

Armeesprecher Athar Abbas nannte die Anschuldigungen gegenüber der Nachrichtenagentur dpa in Islamabad “bösartige Propaganda“. Er wies darauf hin, dass das pakistanische Militär massiv gegen die Taliban im Grenzgebiet zu Afghanistan vorgehe.

Der pakistanischen Geheimdienst ISI war in den 90er Jahren maßgeblich am Aufbau der Taliban-Bewegung beteiligt, die 1996 die Macht in Afghanistan übernahm. Nach dem Sturz des Regimes Ende 2001 sollen sich hochrangige Taliban in der südwestpakistanischen Stadt Quetta gesammelt haben, um von aus den bewaffneten Aufstand in Afghanistan zu organisieren. Nach internationalem Druck geht Pakistan inzwischen militärisch gegen Extremisten im eigenen Land vor.

dpa

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