Times-Square-Bomber droht dem Westen

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Der Times-Square-Bomber muss lebenslang in Haft. Ein Gericht in New York verurteilte den 30 Jahre alten Faisal Shahzad am Dienstag zu einer lebenslangen Haftstrafe.

New York - Wegen eines geplanten Bombenanschlags auf dem Times Square ist ein aus Pakistan stammender US-Bürger in New York zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Bei der Urteilsverkündung drohte er dem Westen. 

“Allahu akbar“, Gott ist groß, waren die ersten Worte, die Faisal Shahzad nach der Urteilsverkündung rief. “Nehmt Euch in acht, der Krieg mit den Muslimen hat gerade erst begonnen“. Im Mai hatte der damals 30-Jährige diesen “Krieg“ selbst führen wollen, mitten auf dem New Yorker Times Square, dem wohl am belebtesten Platz in Manhattan. Der Anschlag schlug fehl. Fünf Monate später sprach am Dienstag ein Gericht in New York das Urteil über den pakistanischstämmigen US-Bürger: Schuldig in allen zehn Anklagepunkten, lebenslang! Er würde “Tausende Leben für Allah opfern“, rief Shahzad noch im Gerichtssaal. Und dass er glücklich sei über sein “Abkommen mit Gott“: “Wir haben von Allah gemachte Gesetze. Wir brauchen keine von Menschen.“

Schon zuvor hatte er sich in den zehn Anklagepunkten - am schwersten wog der “versuchte Mord mit einer Massenvernichtungswaffe“ - “100 Mal schuldig“ bekannt: “Denn solange die Vereinigten Staaten ihre Soldaten nicht aus Afghanistan und dem Irak abziehen, solange sie nicht Drohnenangriffe in Somalia, Pakistan und im Jemen stoppen und muslimischen Boden angreifen, solange werden wir die Vereinigten Staaten angreifen.“ Der Times Square liegt nicht nur im Herzen der Metropole, er ist ihr Herz. Hier, am berühmtesten Stück des Broadways, treffen die Dutzenden Musical-Theater auf Varietés, Bars und edle Boutiquen. Zehntausende Theaterbesucher, Touristen und Nachtschwärmer tummeln sich an warmen Samstagabenden hier.

New York: Bombe auf dem Times Square entschärft

New York: Bombe auf dem Times Square entschärft

So auch am 1. Mai, als ein T- Shirt-Verkäufer Rauch aus einem Geländewagen quellen sah. Die Polizei sperrte sofort den Platz und nahm den Wagen unter die Lupe. In dem betagten Nissan fanden sie Gasflaschen, Benzinkanister, Dünger und Metallteile - eine Bombe. Hätte der aus Weckern gebastelte Zünder funktioniert, wären nach einer Prognose der Staatsanwaltschaft 40 Menschen getötet worden. Der Täter wurde zwei Tage später aus einem Flugzeug geholt, das ihn über Dubai nach Islamabad bringen sollte. Die Archivfotos von Faisal Shahzad überraschten die Amerikaner: Ein freundlich lächelnder junger Mann, wie man sie als Austauschstudenten oder Obsthändler überall in den USA trifft. Doch Shahzad, der bei seiner Einbürgerung dem US-amerikanischen Volk Treue geschworen hatte, war offensichtlich vom Hass auf den Westen geprägt. In Nord-Waziristan, dort wo jetzt die acht deutschen Islamisten getötet wurden, hatte er ein Training bei den Taliban absolviert.

Die Islamisten zeigten ihrem Gefolgsmann auch, wie man Bomben baut, und statteten ihn mit Geld aus. Der Zünder funktionierte trotzdem nicht. Shahzad hatte die beliebten Webcams im Internet studiert, um die Orte am Times Square zu finden, an der seine Bombe die meisten Menschen in den Tod reißen könnte. Zwei Wochen später wollte er laut Anklage erneut zuschlagen. “Sie werden Zugang zu Bildung haben“, sagte Richterin Miriam Cedarbaum bei der Urteilsverkündung. “Und ich hoffe, Sie nutzen die Zeit, um darüber nachzudenken, ob der Koran Ihnen das Recht zum Töten unschuldiger Menschen gibt.“

dpa

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