Titi-Affe im Amazonas-Urwald entdeckt

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Neue Affenart im Amazonasgebiet entdeckt.

Washington - Eine Forscherexpedition im Amazonas-Urwald hat eine bislang unbekannte Affenart entdeckt.

Das katzengroße Tier gehört zu den Titi-Affen (Springaffen), von denen mehr als 20 Arten bekannt sind. Das Tier im Süden Kolumbiens habe grau-braune Haare und einen langen Schwanz, berichtete die Organisation Conservation International am Donnerstag (Ortszeit) in Washington. Die Forscher warnen zugleich vor dem Aussterben der Art. Ihr Wald werde für landwirtschaftliche Flächen zerstört. Es existierten schätzungsweise nur noch etwa 250 der nun entdeckten Caquetá-Titi- Affen. Eine gesunde Population sollte mehrere Tausend Mitglieder haben. Es sei sehr schwer und manchmal unmöglich für die Affen in andere Gebiete vorzudringen, weil sie Savanne durchstreifen müssen oder über Drahtzäune klettern.

Titi-Affen leben im Gegensatz zu vielen anderen Affen monogam - das Paar bleibt ein Leben lang zusammen. Man sieht die Tiere nach Angaben der Organisation oft mit umeinandergeschlungenen Schwänzen nebeneinander auf einem Ast sitzen. Die Weibchen bekommen gewöhnlich ein Baby pro Jahr. Dann drängen die Eltern ihr ältestes Kind dazu, sie zu verlassen. Viele Jahre lang war es nicht möglich, durch das Verbreitungsgebiet der Affen zu reisen, weil es von Rebellengruppen beherrscht wurde. Erst vor drei Jahren konnten die Forscher zusammen mit dem dort geborenen Studenten Javier García in die Region fahren. S

ie fanden 13 Gruppen der Caquetá-Titi-Affen. Die Tiere markieren ihr Territorium allmorgendlich mit einem sehr komplexen, lauten Ruf. “Die Entdeckung ist sehr interessant, denn wir hatten von dem Tier schon gehört, konnten aber lange Zeit nicht bestätigen, dass es eine neue Art ist“, sagte ein Mitglied der Expedition, Thomas Defler. Die Forscher um Defler und Marta Bueno von der staatlichen Universität Kolumbiens nannten die neue Art Callicebus caquetensis nach Callicebus für Titi-Affen und der Provinz Caquetá, wo sie entdeckt wurde. Sie stellen das Tier im Journal “Primate Conservation“ vor.

dpa

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