Ministerin: New York hat das Schlimmste hinter sich

New York - Die Millionenmetropole New York hat US-Behörden zufolge die schlimmsten Gefahren durch den Tropensturm “Irene“ hinter sich. Im US-Staat Maryland ist ein AKW durch das Unwetter beschädigt worden.

Dennoch berge das Unwettersystem weiterhin Gefahren. “Wir sind noch nicht über den Berg“, sagte Heimatschutzministerin Janet Napolitano am Sonntag auf einer Pressekonferenz. Der Sturm bleibe “groß und potenziell gefährlich“, warnte sie. “Irene“ zog am Sonntag weiter in die Neuengland-Staaten im äußersten Nordosten der USA.

New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg will die Evakuierungsanordnung für Teile der Stadt noch am Sonntag wieder aufheben. Sie laufe um 15.00 Uhr Ortszeit (21.00 Uhr MESZ) aus, sagte er laut dem US-Fernsehsender CNN. Bloomberg hatte am Freitag zum ersten Mal in der Geschichte der Stadt die Räumung tieferliegenden Gegenden der Millionenmetropole angeordnet. Rund 370 000 Menschen waren betroffen. Auch der öffentliche Nahverkehr wurde am Samstag vorübergehend eingestellt.

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In den vom Sturm besonders betroffenen Staaten North Carolina und Virginia begannen die Behörden mit der Begutachtung der Schäden. Eine Summe wollte der Chef derKatastrophenschutzbehörde FEMA, Craig Fugate, aber nicht nennen. In North Carolina sei es vor allem zu Überflutungen gekommen, zudem seien viele Bäume umgestürzt. Mancherorts an der Atlantikküste, wie in dem Touristenort Ocean City im US-Staat Maryland, wollten in Kürze wieder die Geschäfte öffnen.

AKW-Block in US-Staat Maryland schaltet wegen "Irene" ab

Ein Block eines Atomkraftwerks im US-Staat Maryland hat sich in der Nacht zum Sonntag während des Durchzugs des Wirbelsturms “Irene“ automatisch abgeschaltet. Der Haupttransformator der Anlage sei inmitten Sturms von einem Stück Aluminiumverschalung eines Hauses getroffen worden, woraufhin es zu der Abschaltung kam, teilte die Betreibergesellschaft am Sonntag mit. Die Öffentlichkeit sei zu keiner Zeit gefährdet gewesen. Der zweite Block des Kraftwerks Calvert Cliffs in Lusby an der Chesapeake-Bucht, rund 100 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Washington, sei weiter in Betrieb.

Mit der Abschaltung habe die Anlage wie vorgesehen reagiert, teilte die Constellation Energy Nuclear Group (CENG) mit. Die Gesellschaft habe den Vorfall als “Ungewöhnliches Ereignis“ eingestuft, die unterste der vier Notfallkategorien.

CNN: "Irene" tötet 15 Menschen in den USA

Wirbelsturm “Irene“ hat bei seinem Zug über die US-Ostküste dem Fernsehsender CNN zufolge mindestens 15 Menschen in den Tod gerissen. Alleine im Bundesstaat North Carolina hätten sechs Menschen ihr Leben verloren, im benachbarten Virginia vier, berichtete der Sender am Sonntag unter Berufung auf Einsatzkräfte. In den Staaten Connecticut, Maryland und Florida habe es je einen Toten gegeben. Nach Angaben von New Jerseys Gouverneur Chris Christie kamen in seinem Staat zudem zwei Menschen ums Leben, meldete CNN weiter.

Virginias Gouverneur: "Irene"-Schäden geringer als befürchtet

Hurrikan “Irene“ hat in dem besonders betroffenen US-Staat Virginia nach den Worten von Gouverneur Bob McDonnell wohl weniger Schaden angerichtet als befürchtet. “Wir hatten uns auf das Schlimmste vorbereitet, aber es ist etwas besser gekommen, als wir erwartet hatten“, sagte er am Sonntag dem US-Sender CNN. Es habe aber dennoch erhebliche Schäden und Überflutungen gegeben. Auch seien 2,5 Millionen Menschen von der Stromversorgung abgeschnitten. Das sei der zweitschwerste Stromausfall in der Geschichte des Staates. Unterdessen wollte der beliebte Touristenort Virginia Beach an der Atlantikküste am Sonntag wieder öffnen.

Nach dem Tropensturm “Irene“ ist die New Yorker Börse nach eigener Aussage bereit, am Montag wieder den Handel zu eröffnen. Das Gebäude an der Wall Street sowie alle Systeme seien funktionsfähig, sagte ein Börsensprecher. Das letzte Wort in der Angelegenheit hat allerdings die Börsenaufsicht SEC. So war am Sonntag noch nicht klar, ob alle Mitarbeiter ins Zentrum Manhattans gelangen können, da der New Yorker Nahverkehrsbetrieb wegen des Unwetters stillgelegt wurde und nicht feststand, ob U-Bahnen und Pendlerzüge den Betrieb vor Montagnachmittag wieder aufnehmen würden.

dpa/dapd

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