Trotz Protesten: Thailand schiebt 4000 Flüchtlinge ab

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Thailand hat am Montag mit der international umstrittenen Deportation von rund 4000 Flüchtlingen der Hmong- Minderheit nach Laos begonnen.

Bangkok - Thailand hat am Montag mit der international umstrittenen Abschiebung von rund 4000 Flüchtlingen der Hmong-Minderheit nach Laos begonnen.

Hunderte Hmong wurden mit Bussen von einem Lager in Richtung Mekong abtransportiert. Von dort sollten sie über eine Brücke über den Fluss ins benachbarte Laos geschafft werden, sagte der Oberst der thailändischen Armee, Thana Jaruwat. Hunderte weitere Angehörigen der Minderheit wollen das Camp aber nicht widerstandslos verlassen. Thana drohte daraufhin, wenn sich die Flüchtlinge weigern sollten, werde die Armee das Gesetz durchsetzen. Die ethnische Minderheit der Hmong hat jahrhundertelang die Bergregionen im Norden von Laos bewohnt.

Sie wurde während des Vietnamkriegs vom US-Militär als Guerillakämpfer im “geheimen Krieg“ gegen die Kommunisten in Laos eingesetzt. Nach der kommunistischen Machtübernahme in Laos im Jahr 1975 flohen Tausende von ihnen nach Thailand. Die US-Regierung, das UNHCR und die Europäische Union haben erfolglos versucht, die thailändische Regierung von der Ausweisung abzubringen. Thailand hat die Hmong aber niemals als Flüchtlinge anerkannt. Sie sind nach thailändischem Gesetz illegale Wirtschaftsflüchtlinge, die ohne weiteres ausgewiesen werden können. Mitarbeiter des UN- Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) und Vertreter von Menschenrechtsgruppen sowie Journalisten wurden vom Ort des Geschehens ferngehalten, damit sie nicht Zeugen der Deportation werden können.

dpa

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