Uni: Tierversuche dürfen weitergehen

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Armer kleiner Kerl! Diesem Makaken-Affen wird bei vollem Bewusstsein eine Sonde ins Gehirn geschoben. Eigentlich sollten solche Versuche eingeschränkt werden. Die Wissenschaftler sehen sich im Recht.

Bremen - Vorerst darf die Universität Bremen weiterhin Versuche an Makaken-Affen durchführen. Falls nötig will die Universität bis zum Bundesverfassungsgericht gehen.

Die umstrittenen Versuche mit Affen an der Universität Bremen dürfen vorerst weitergehen. Das entschied das Verwaltungsgericht am Montag in einem Eilverfahren. Die Gesundheitsbehörde hatte den Experimenten an Makaken-Affen im August erneut eine Absage erteilt. Dagegen reichte die Hochschule Klage ein. Bis ein Beschluss in dem Verfahren vorliegt, dürfen die Wissenschaftler um den Neurobiologen Andreas Kreiter ihre Arbeit fortsetzen.

Zu einer mündlichen Verhandlung wird es nach Angaben des Gerichts voraussichtlich erst im ersten Quartal 2010 kommen. Die Auseinandersetzung stößt bundesweit auf Interesse. Es geht um die Frage, welches Recht Vorrang hat: das Grundrecht auf Forschungsfreiheit oder der im Grundgesetz als Staatsziel verankerte Tierschutz. Für die Gesundheitsbehörde sind die Tierversuche ethisch nicht vertretbar.

Die Hochschule sieht sie für die Erforschung des Gehirns als unerlässlich an und will, wenn nötig, bis vor das Bundesverfassungsgericht ziehen. Der Fall werfe schwierige Rechtsfragen auf, die noch nicht beantwortet werden konnten, erklärte das Verwaltungsgericht. Nach Ansicht der Kammer sei entscheidend, dass eine Unterbrechung der Versuche zu einem irreparablen Schaden der vom Institut für Hirnforschung betriebenen Grundlagenforschung führe, teilte das Gericht mit. Tierschützer kritisieren die Tests als Quälerei. Die Gesundheitsbehörde hatte 2008 entschieden, die 1998 erstmals erteilte Genehmigung für die Versuche nicht zu verlängern. Dagegen legte die Universität Widerspruch ein, dem die Behörde aber nicht stattgab.

dpa

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