Urteil in Dessau

Brutaler Mord an chinesischer Studentin - Täter erhält lebenslange Haftstrafe

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Der 21-Jährige auf dem Weg in den Gerichtssaal. Foto: Sebastian Willnow

Ein junges Paar lockte eine chinesische Studentin in eine leerstehende Wohnung und missbrauchte sie. Jetzt wurde das Urteil für die grausame Tat verhängt.

Dessau-Roßlau - Das Landgericht Dessau-Roßlau hat den Vergewaltiger und Mörder einer chinesischen Studentin zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. Seine mitangeklagte Ex-Partnerin erhielt am Freitag eine Jugendstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten wegen sexueller Nötigung.

Laut Staatsanwaltschaft vergewaltigten beide deutsche Angeklagte die 25-Jährige in einer leerstehenden Wohnung mehrfach und misshandelten sie so stark, dass sie starb. Die schwer entstellte Leiche wurde später im Freien gefunden, sie wies starke Verletzungen auf.

Angeklagter stammt aus Polizistenfamilie

Die Straftat hatte in Dessau-Roßlau Bestürzung ausgelöst - nicht nur wegen der Brutalität, sondern auch, weil der Angeklagte aus einer Polizistenfamilie stammt. Die Mutter hatte anfangs - als es noch keine Tatverdächtigen gab - an den ersten Befragungen in dem Fall mitgewirkt. Es gab Vermutungen, wonach die Eltern Einfluss auf die Ermittlungen haben könnten - inzwischen ist der Verdacht ausgeräumt. Empörung verursachte auch, dass die Eltern des Angeklagten einen Tag nach der Trauerfeier für die Getötete eine Eröffnungsparty für ein Gartenlokal in Dessau feierten.

Viele Dessauer verfolgten die Prozesstage als Zuschauer im Gericht. Auch die Eltern der getöteten Chinesin waren dabei - sie sind mit zwei Nebenklageanwälten vertreten. Dem Gericht hatten sie zuletzt die Nachricht zukommen lassen, sie hofften auf eine Strafe, die Gerechtigkeit herstelle.

dpa

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