US-Bürger für weniger Engagement im Ausland

Washington - Die US-Bürger stellen die weltpolitische Rolle ihres Landes zunehmend infrage. 49 Prozent der Amerikaner denken, ihr Land sollte sich um seine eigenen Dinge kümmern.

Bei einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Forschungszentrums Pew gaben 49 Prozent an, die USA sollten sich besser um eigene Belange kümmern, anstatt sich im Ausland zu engagieren. Im Dezember 2002 hatten nur 30 Prozent diese Auffassung vertreten. Politikwissenschaftler sprachen von wachsendem Isolationismus. Nur 32 Prozent der rund 2.000 Befragten befürworteten eine Aufstockung der Truppen in Afghanistan, wie sie US-Präsident Barack Obama in der Nacht zum Mittwoch angekündigt hat. 40 Prozent waren für einen schnellen Truppenabbau.

Mehr als die Hälfte, nämlich 54 Prozent bezweifelten zudem, ob die Taliban dauerhaft eingedämmt werden könnten. Insgesamt waren 41 Prozent der Ansicht, dass die USA heute eine weniger bedeutende weltpolitische Rolle spielten als noch vor einem Jahrzehnt. Kurz vor den Anschlägen vom 11. September 2001 meinten dies nur 25 Prozent. Allerdings sehen 63 Prozent die USA noch immer als die führende Militärmacht in der Welt. Dies gilt allerdings nicht mehr für die Wirtschaft. 44 Prozent der Befragten sehen hier China vorn, nur 27 Prozent bezeichneten die USA als Wirtschaftsmacht Nummer eins.

Im Februar 2008 war das Verhältnis noch umgekehrt: 41 Prozent nannten damals noch die USA als führende Wirtschaftsmacht, 30 Prozent nannten China. Mit Bezug auf die Lage im Nahen Osten äußerten 51 Prozent eine klare Präferenz für Israel. Nur 12 Prozent bekundeten größere Sympathien für die Palästinenser, 19 Prozent wollten keine Stellung beziehen. Die statistische Fehlerquote der Umfrage wurde mit plus/minus drei Prozent angegeben.

AP

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