Amt verhindert Rekordversuch!

Amsterdam - Das Jugendamt möchte Laura Dekker(14), das ''Segelmädchen'', ein Jahr länger unter staatliche Aufsicht stellen. Würde dies geschehen wäre ihr Rekordversuch in Gefahr.

Die 14-jährige Holländerin Laura Dekker muss weiter um ihren Rekordversuch bangen, als jüngster Mensch allein die Welt zu umsegeln. Nach dem Willen des Jugendamtes soll die staatliche Aufsicht über das “Segelmädchen“ um ein Jahr verlängert werden. Das gab am Dienstag das Amtsgericht der Provinz Zeeland bekannt, wo Laura inzwischen wohnt und für ihren Weltrekord trainiert.

Sollte die Behörde ihren Willen bekommen und Laura weitere zwölf Monate am Start zu dem riskanten Segeltörn hindern dürfen, wäre die Erfüllung ihres Traums ernsthaft in Gefahr. Denn Lauras Weltumseglung soll zwei Jahre dauern. Bei einem Start im Sommer 2011 mit dann 15 Jahren würde sie den Törn als 17-Jährige beenden. Mitte Mai hatte die 16-jährige Australierin Jessica Watson eine 23 000 Seemeilen lange Solo-Weltumseglung nach 210 Tagen auf dem Meer erfolgreich abgeschlossen.

Das Amtsgericht in der Provinzmetropole Middelburg begann am Dienstag seine Beratungen. Das Urteil soll am 27. Juli bekanntgegeben werden. Lauras deutsche Mutter hatte kurz vor der Verhandlung mit heftigen Vorwürfen gegen das niederländische Jugendamt für Aufsehen gesorgt. Die Behörde hindere ihre Tochter auf “kriminelle“ Weise an dem Rekordversuch, erklärte Babs Müller in einem offenen Brief.

Die seit 2006 von Lauras Vater Dick Dekker geschiedene Mutter hatte sich früher gegen den Solo-Segeltörn ihrer Tochter ausgesprochen. Das trug dazu bei, dass dem Vater die Erziehungsberechtigung teilweise entzogen wurde. Jetzt erklärte die Mutter, sie habe in Gesprächen mit Laura ihre Meinung geändert und stimme dem Rekordversuch nun zu. “Ich weiß, dass sie das kann. Sie ist ein starkes Mädchen, und sie gibt nicht so schnell auf“, sagte Babs Müller.

Am 11. Juni war die 16-jährige Amerikanerin Abby Sunderland beim Versuch eines Jugendrekords im Solo-Weltumsegeln gescheitert. Sie war zwischen Madagaskar und Australien in Seenot geraten und nach einer dramatischen und teuren Rettungsaktion schließlich von einem französischen Fischereischiff aufgenommen worden. Derweil setzt Laura ihr Training für das Segelabenteuer fort. “Ich kann es kaum noch erwarten, endlich in See zu stechen“, sagte sie.

dpa

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