Terror in U-Bahn: Tote und Verletzte

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Bei einer Explosion in der Metro der weißrussischen Hauptstadt Minsk hat es Tote und viele Verletzte gegeben.

Minsk - Bei einer Explosion in einer U-Bahnstation der weißrussischen Hauptstadt Minsk sind mindestens elf Menschen ums Leben gekommen und 100 verletzt worden. Nach Behördenangaben soll es sich um einen Terroranschlag gehandelt haben.

Laut der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti schließt Präsident Alexander Lukaschenko nicht aus, dass die Explosion “von außen“ organisiert wurde. Er war bereits am Unglücksort, um sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen. Die russischen Behörden sprechen von einem Terroranschlag. Ein AP-Reporter sah am Abend, wie ein Dutzend zum Teil schwer verletzte Menschen aus der U-Bahnstation Oktjabrskaja getragen wurden, einem fehlten beide Beine. Die Explosion ereignete sich mitten im abendlichen Berufsverkehr in der Station, die rund 100 Meter von Präsidentensitz und einer Konzerthalle entfernt ist, in der oft Regierungsfeierlichkeiten stattfinden.

Tote und Verletzte bei Explosion in U-Bahn

Tote und Verletzte bei Explosion in U-Bahn

Die russische Nachrichtenagentur Itartass meldete unter Berufung auf das Katastrophenschutzministerium, es handele sich um eine Bombenexplosion. Die Umstände des Unglücks würden noch untersucht. Auch über die Art des eingesetzten Sprengstoffs bestünde noch keine Klarheit. Lukaschenko rief den Angaben zufolge umgehend unter anderen Polizei und Sicherheitsminister zu einer Eilsitzung zusammen. Rettungskräfte seien innerhalb von drei Minuten nach Unterrichtung über die Explosion am Unglücksort eingetroffen. Die Polizei habe die Zugänge zu den U-Bahnstationen Oktjabrskaja und Kupalowskaja abgesperrt. Ein großer Krater sei am Ort der Explosion zu sehen, hieß es.

Laut Itartass haben Augenzeugen berichtet, dass die Menschen nicht nur bei der Bombenexplosion getötet oder verletzt wurden, sondern auch beim Einsturz einer Treppe. Der russische Präsident Dmitri Medwedew habe mit Lukaschenko telefoniert und Hilfe bei den Ermittlungen und der Behandlung der Verletzten angeboten. Russland sei bereit, den von dem Terroranschlag Betroffenen, alle notwendige Unterstützung zukommen zu lassen, erklärte Präsidentensprecherin Natalia Timakowa laut Itartass.

Überlebender: Großer Blitz und viel Rauch

Ein Augenzeuge, Alexej Kiklewitsch, sagte, mindestens ein Teil der Decke der U-Bahnstation sei eingestürzt. Ein Überlebender, der 52-jährige Igor Tumasch, sagte, er sei gerade aus einem Zug ausgestiegen, als er einen großen Blitz gesehen habe, “eine Explosion und viel Rauch. Ich bin auf meine Knie gefallen und gekrochen - Leichen lagen übereinander.“ Er habe einen Mann mit einem abgerissenen Bein gesehen und habe ihm helfen wollen, fuhr er fort. “Aber dann sah ich, dass er tot ist.“

Die politischen Spannungen in Weißrussland haben seit einer Massendemonstration gegen im Dezember zugenommen, bei der mehr als 700 Menschen festgenommen wurden, darunter auch sieben Präsidentschaftskandidaten. Bei der umstrittenen Wahl am 19. Dezember wurde Lukaschenko, der seit 1994 mit eiserner Faust die ehemalige Sowjetrepublik regiert, zum klaren Wahlsieger erklärt. Die angeschlagene Opposition gegen Lukaschenko ist seit Jahren überwiegend friedlich. Im Juli 2008 wurden bei einem Bombenanschlag auf ein Konzert in Minsk, das von Lukaschenko besucht wurde, 50 Menschen verletzt. Über Festnahmen in diesem Fall ist nichts bekannt.

dapd

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