Verseuchter Käse: Sechs Menschen sterben

Wien - Sechs Menschen, zwei Deutsche und vier Österreicher, sind nach dem verzehr von verseuchtem Käse gestorben. Die betreffende Firma aus der Steiermark hat nun die Produktion eingestellt.

Der Verzehr von bakterienbelastetem Käse aus österreichischer Produktion hat nach Angaben des Wiener Gesundheitsministeriums zwei Deutsche und vier Österreicher das Leben gekostet. Die Todesfälle ereigneten sich den Angaben zufolge im vergangenen Jahr. Produziert wurde der mit Listerien-Bakterien verseuchte Käse von der Firma Prolactal in der Steiermark. Sie stellte die Käseproduktion am Dienstag ein. Prolactal hatte im Januar eine Rückrufaktion gestartet.

Wegen Infektionsgefahr hatte die Handelskette Lidl vor knapp drei Wochen vor dem Verzehr von zwei Käsesorten aus ihrem Sortiment gewarnt. Laut Lidl wurden die Produkte von Prolactal hergestellt. Listerien können viele Krankheiten verursachen, von grippalen Infekten über Durchfall bis zu Blutvergiftung oder Hirnhautentzündung. Besonders gefährlich sind die Mikroorganismen für Schwangere, da sie den Fötus schwer schädigen können, und für Menschen, deren Immunsystem ohnehin geschwächt ist.

Quark aus Deutschland zugekauft

Bei den Todesopfern in Österreich handelt es sich laut Ministerium um Senioren. Laut Auskunft der Firma Prolactal verwendet diese für die Käseerzeugung keine Frischmilch, sondern kauft Quark aus Deutschland für die Weiterverarbeitung zum “Hartberger Bauernquargel“ zu, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA meldet. So werde der beanstandete Sauermilchkäse aus deutschem Quark hergestellt und von der Firma Prolactal als “Hartberger Bauernquargel“ angeboten. In Österreich wurde den Behörden eine schlechte Informationspolitik vorgeworfen.

Das Bürgerzentrum Österreich verlangte den sofortigen Rücktritt von Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ). “Ich bin über die Fahrlässigkeit des Ministeriums erschüttert. Was hier hinter den Kulissen seit Oktober passiert ist, ist Wahnsinn und Vorsatz schlechthin. Das Gesundheitsministerium hat es zu verantworten, dass Menschen sterben mussten“, sagte der steirische Landeschef  des Bürgerzentrums Österreich Gerald Grosz. Nach dem ersten Todesfall aufgrund des durch Listerien verseuchten Käses im Oktober hätte das Ministerium über die Lebensmittelkontrollorgane der Bundesländer den todbringenden Käse aus den Regalen nehmen müssen.

DAPD

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