Walfanggegner Bethune in Japan verurteilt

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Walfanggegner Peter Bethune ist zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Tokio - Der Walfanggegner Peter Bethune aus Neuseeland ist in Japan zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Ihm wird vorgeworfen, ohne Erlaubnis an Bord eines Walfängers gegangen zu sein.

Ein japanisches Gericht hat den neuseeländischen Walfanggegner Peter Bethune am Mittwoch zu einer Haftstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Dem Aktivisten der Organisation Sea Shepherd wurde vorgeworfen, im Februar in der Antarktis ohne Erlaubnis an Bord eines japanischen Walfängers gegangen zu sein. Die Anklage lautete außerdem auf Vandalismus, Körperverletzung und Besitz eines Messers. Der 45-jährige Bethune hatte sich bis auf die Körperverletzung in allen Punkten für schuldig erklärt. Nach Ansicht des Gerichts hatte sich der Aktivist dieses Punktes schuldig gemacht, als er Flaschen mit ranziger Butter auf die Walfänger warf. Dabei hatten drei japanische Besatzungsmitglieder Verbrennungen erlitten.

Nach Angaben von Sea Shepherd war Bethune von einem Jet-Ski auf das Deck der “Shonan Maru 2“ gesprungen, um dem Kapitän eine Rechnung über drei Millionen Dollar (2,2 Millionen Euro) für die Zerstörung eines Sea-Shepherd-Bootes zu überreichen. Der Trimaran “Ady Gil“ war im Januar nach einer Kollision mit der “Shonan Maru 2“ untergegangen. Sea Shepherd versucht seit Jahren, die japanische Walfangflotte mit Schnellbooten zu behindern. Die Organisation hatte kürzlich mitgeteilt, dass sie Bethune ausgeschlossen habe, weil er durch das Tragen von Waffen gegen ihre Regeln verstoßen habe. Laut Sea Shepherd hatte er einen Bogen und Pfeile bei sich, als er sich an Bord der Ady Gil befand. Gleichwohl habe er diese nie benutzt.

Demonstranten fordern höhere Strafe für Aktivisten

Richter Takashi Tawada sagte, Sea Shepherd habe einen Sabotageakt gegen eine Walforschungsmission begangen, dies könne nicht toleriert werden. Bethune “griff zwei Besatzungsmitglieder an und behinderte ihren Einsatz mit sehr schweren Auswirkungen“, sagte Tawada. “Sein Handeln beruht auf seinen egoistischen Überzeugungen.“ Das Gericht berücksichtigte aber, dass Bethune die Folgen seines Handelns anerkannt und erklärte hatte, dass er sich künftig nicht mehr an derartigen Aktionen beteiligen werde. Zudem hat der Neuseeländer keine Vorstrafen in Japan. Begleitet wurde das Urteil von Protesten vor dem Gericht. Dort hatten sich rund 30 Demonstranten mit Plakaten eingefunden, darunter auch eines mit der Aufschrift: “Gebt dem Sea Shepherd-Terroristen die Todesstrafe.“

dapd

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