Mutmaßlicher Duisburger Mafia-Mörder wird an Italien ausgeliefert

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Giovanni Strangio in Amsterdam auf einem Überwachungsvideo der Polizei.

Amsterdam - Der mutmaßliche Mafia-Mörder von Duisburg wird nicht an Deutschland, sondern nach Italien ausgeliefert. Das entschied am Mittwoch ein Gericht in Amsterdam.

Richter Fred Salomon befand, dass die von Italien vorgelegten Beweismittel gegen den 30-jährigen Giovanni Strangio stärker seien als die Unterlagen der deutschen Justiz. Hinzu komme, dass die Morde zwar in Deutschland begangen, die Opfer aber Italiener gewesen seien. “Deshalb hat der Antrag Italiens Vorrang.“

Sechs Italiener starben im Kugelhagel in der Nacht zum 15. August 2007 vor dem Duisburger Restaurant "Da Bruno".

Strangio wird verdächtigt, im August 2007 vor einer Duisburger Pizzeria sechs Menschen wegen einer Familienfehde erschossen zu haben. Er wird in Italien außerdem wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung gesucht, der kalabrischen Mafia-Variante 'Ndrangheta. Eine Entscheidung zugunsten Italiens war in den letzten Wochen allgemein erwartet worden.

dpa

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