Neue Zweifel an Festnahme von El-Kaida-Führer

Neue Zweifel an der Festnahme von Abu Omar al-Bagdadi Mitte April.

Bagdad - An der Festnahme des mutmaßlichen Chefs des Terrornetzwerks El-Kaida im Irak, Abu Omar al-Bagdadi, sind neue Zweifel aufgetaucht.

Der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira strahlte am Dienstagabend eine Tonbandbotschaft aus, in der angeblich Al-Bagdadi selbst bestreitet, von irakischen Sicherheitskräften gefasst worden zu sein. “Alle waren von dieser Lüge geschockt (...), als sie erneut behaupteten, mich festgenommen zu haben“, sagt die Stimme auf dem Tonband.

Die irakischen Behörden hatten Mitte April die Festnahme Al-Bagdadis verkündet. Das US-Militär im Irak hat dies bisher nicht bestätigt. Schon früher gab es mehrfach Meldungen über eine Festnahme Al- Bagdadis, die sich allerdings als falsch erwiesen. Wiederholt wurde auch der Tod des Mannes gemeldet, den viele Iraker für eine vom US- Militär ersonnene Legendenfigur halten. Die irakische Regierung nahm zu der Veröffentlichung des Tonbandes am Mittwoch nicht Stellung.

Massengrab von 1991 gefunden

Unterdessen meldete die Nachrichtenagentur Buratha News am Mittwoch unter Berufung auf Mitarbeiter des Büros für Menschenrechte in der südlichen Stadt Diwanija, in einem 100 Kilometer östlich von Diwanija gelegenen Gebiet sei ein Massengrab mit rund 100 Leichen irakischer Kurden Kurden gefunden worden. Diese seien möglicherweise während des Aufstandes von 1991 getötet worden. Unter den Getöteten seien auch Frauen und Kinder. Die Opfer seien als Kurden identifiziert worden, weil man Überreste traditioneller kurdischer Kleidung gefunden habe.

Nach dem Krieg von 1991, in dem eine internationale Allianz unter Führung der USA die Truppen des damaligen irakischen Präsidenten Saddam Hussein aus dem seit 1990 besetzten Golfemirat Kuwait vertrieben hatte, hatten sich Schiiten und Kurden im Irak gegen den Diktator erhoben - in der Hoffnung, die US-Armee werde ihnen zu Hilfe kommen. Die Hilfe blieb jedoch aus. Der Aufstand wurde von Saddam blutig niedergeschlagen.

Weitere Anschläge

Im Westen von Bagdad starben am Mittwoch der Kommandeur einer lokalen sunnitischen Bürgerwehr aus dem Vorort Abu Ghoreib und sein Sohn, als eine an ihrem Fahrzeug angebrachte Bombe explodierte. Wie die Nachrichtenagentur Aswat al-Irak weiter berichtete, töteten Unbekannte im Nordosten der Hauptstadt einen Beamten der Anti- Korruptionsbehörde. In Kirkuk wurde der Fahrer des Direktors der staatlichen Nord-Ölgesellschaft erschossen. In der Stadt Mossul starb nach Polizeiangaben ein Soldat, als ein Sprengsatz neben seiner Patrouille detonierte. Sechs weitere Menschen wurden verletzt.

dpa

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