Erster Schnee seit 40 Jahren

Zwei Tote und Stromausfall: Winter-Chaos in Griechenland

Athen - Heftiger Winter auch in Griechenland: Zwei Menschen sterben, Orte müssen tagelang ohne Strom auskommen, mancherorts schneit es erstmals seit 40 Jahren und auf kretischen Bergen wird Snowboard gefahren.

Bis zu minus 17 Grad und ungewohnt starke Schneefälle haben am Wochenende in Griechenland zu Chaos geführt. Straßen waren nicht passierbar, in vielen Ortschaften und Städten brachen die Strom- und die Wasserversorgung zusammen. Mindestens zwei Menschen kamen bei dem Kälteeinbruch ums Leben, wie griechische Medien berichteten. Ein Mann starb an Unterkühlung. Eine Frau erstickte nachts, weil sie mit einem provisorischen Kohleofen geheizt hatte und eingeschlafen war.

Für Montag wurde in vielen Regionen des Landes, darunter in Teilen der nördlich gelegenen Metropolregion Thessaloniki, vorläufig schulfrei verordnet. Vor allem auf den Inseln der Nordägäis ist die Situation auf Grund des Wetters schwierig: Auf Skopelos, wo es sonst selten schneit, lag der Schnee am Sonntag fast einen halben Meter hoch, auf Alonnisos gab es auf Grund der Schneefälle seit zwei Tagen keinen Strom.

Selbst auf der weit südlich gelegenen Insel Kreta herrschten Minusgrade. In der dortigen Hafenstadt Rethymno schneite es zum ersten Mal seit 40 Jahren; vom tief verschneiten Gebirge Psiloritis stellten Wintersportler Videos von Snowboardern und Schneemobilen ins Netz und kommentierten: „Das ist kein europäisches Skiresort oder Nordgriechenland - das ist Kreta!“

Des einen Freud', des anderen Leid: In der Nacht zum Sonntag steckten auf der Halbinsel Peloponnes zahlreiche Autofahrer in ihren Wagen fest, weil die Nationalstraße zwischen Patras und Korinth wegen des starken Schneefalls gesperrt war.

Im Norden des Landes musste am Sonntag gleich eine ganze Stadt frieren: In Ptolemaida brach das Fernwärme-Netz zusammen, 14 000 Haushalten blieben ohne Heizung und Warmwasser. Stromausfälle waren darüber hinaus landesweit an der Tagesordnung; Äste brachen unter der Schneelast zusammen und beschädigten Stromleitungen. Auch ohne Wasser mussten viele Menschen auskommen, weil die Leitungen zufroren. An regulären Schulunterricht ist in solchen Regionen am Montag allein deshalb schon nicht zu denken, weil die Kinder nicht zum Unterricht gelangen können.

Besonders schlimm traf es einen Teil der Flüchtlinge und Migranten auf den griechischen Inseln der Ostägäis. Weil auf Chios und Lesbos nicht ausreichend beheizbare Wohncontainer zur Verfügung stehen, campen dort viele Menschen in Sommerzelten im Freien. Die Zelte sind mittlerweile eingeschneit, in den Lagern sei der Boden entweder eisig gefroren oder aber knöcheltief matschig, berichteten Flüchtlingshelfer.

dpa

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