Wettervorhersage mit Hochleistungsrechner

Liefert Daten zum Wetter in ganz Deutschland: Der Deutsche Wetterdienst in Offenbach 

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Die Zentrale des Deutschen Wetterdienst (DWD) befindet sich in Offenbach.

Seit 1955 beobachtet der Deutsche Wetterdienst von Offenbach aus das Wetter für die Bundesrepublik. Was mit Lochkarten anfing, hat sich stetig gewandelt und weiterentwickelt. Ein Blick auf die Geschite des DWD.

  • Der Deutsche Wetterdienst arbeitet von Offenbach aus
  • Die Dienstleistungen des DWD sind überall gefragt
  • Der Deutsche Wetterdienst ist nicht nur für das Wetter zuständig

Offenbach - Der Deutsche Wetterdienst in Offenbach ist wohl eine der wichtigsten Behörden in Deutschland. Denn die Fachleute beim DWD wissen, wie das Wetter wird – und das schon seit 1952. In diesem Jahr wurde der Deutsche Wetterdienst gegründet. Damals war der Dienst nur für die Beobachtung des Wetters in Westdeutschland zuständig. Er entstand aus der Zusammenlegung der Dienste für Wetterbeobachtung der westalliierten Frankreich, Vereinigtem Königreich und USA. In der damaligen Sowjetischen Besatzungszone gab es den „Meteorologischen Dienst“.

Wetter: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach - Eine lange Geschichte

Schon 1955 begann der Bau der Zen trale des DWD in Offenbach. Seither befindet sich der Sitz des Deutschen Wetterdienstes in der Frankfurter Straße 135. Das ist zwar gleichgeblieben, aber die Arbeit des Dienstes hat sich seither grundlegend gewandelt. Am Anfang stand die Berechnung des Wetters von Hand. Natürlich existierten auch damals schon Messgeräte und die systematische Beobachtung des Wetters hatte in Deutschland schon Jahrhunderte zuvor begonnen.

Wetter: Am Anfang des DWD in Offenbach stand die Lochkarte

Schon zu Anfang der Wetterbeobachtung spielten statistische Erhebungen eine wichtige Rolle. Allerdings basierte die Arbeit des DWD in Offenbach in den Anfangsjahren noch nicht auf den modernen Supercomputern, die heute zur Vorhersage des Wetters eingesetzt werden. Vielmehr wurde beim Deutschen Wetterdienst in Offenbach mit – teilweise von Hand erstellten – Lochkarten gearbeitet.

Die Daten kamen damals noch nicht von Satelliten, sondern ausschließlich von Wetterballons und Messstationen am Boden. Das änderte sich aber schnell, da schon in den 1950er und 1960er Jahren wurden beim Deutschen Wetterdienst die ersten Daten über das Wetter aus dem All empfangen. Die Auswertung beim DWD in Offenbach.

Wetter: Supercomputer läutet neues Zeitalter beim Deutschen Wetterdienst ein

Erheblich beschleunigt und präzisiert wurde die Arbeit des Deutschen Wetterdienstes mit der Einführung des ersten „Supercomputers“ im Jahr 1966. Die Rechenkraft der Anlage, mit der damals in Offenbach gearbeitet wurde, würde heute wahrscheinlich nur noch für eine Waschmaschine reichen. Trotzdem war die Anschaffung des Computers ein Quantensprung für den DWD.

Dank moderner Computertechnik wurden beim Wetter die Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes in den vergangenen Jahren immer präziser. Insbesondere, was Temperaturen und Niederschlag angeht, wird der DWD immer präziser. „Ende der 1960er-Jahre lagen noch sechs Prozent der Prognosen um mehr als fünf Grad daneben“, schreibt der Dienst aus Offenbach im Dokument „Wie gut sind Wettervorhersagen“. Bereits in den 90er-Jahren lag diese Quote bei 0,6 Prozent.

Wetter: Der DWD liefert immer genauere Vorhersagen zum Wetter

Für einen Zeitraum von bis zu sieben Tagen sind heute Abweichungen unter 2,5 Grad Celsius beim Wetter möglich. Danach sinkt die Präzision der Vorhersagen stetig. Allerdings arbeitet der Deutsche Wetterdienst kontinuierlich daran, die Prognosen zu verbessern. Das geht natürlich nicht in den Stadtgrenzen von Offenbach. Vielmehr hat der DWD ein Netz von rund 180 Messstationen, davon 51 mit hauptamtlichem Personal besetzt.

Wetter: Ehrenamtliche im Einsatz für den Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach

Der Großteil der Stationen des Deutschen Wetterdienstes aber sendet seine Daten über das Wetter mithilfe ehrenamtlicher Unterstützer an die Zentrale in Offenbach. Rund 1850 dieser Stationen stehen auf privaten Flächen und sind im gesamten Bundesgebiet verteilt. Dank der Unterstützung der Ehrenamtlichen verfügt der DWD nach eigenen Angaben über eines der „weltweit modernsten und dichtesten Messnetze“.

Weitere Daten für den Deutschen Wetterdienst liefern 650 Wettermeldestellen auf Handelsschiffen, 17 Standorte für Wetterradar, neun Radiosonden-Stationen und rund 7500 Aufstiege von Wetterballonen jährlich. Außerdemfunken mehrere Wettersatelliten ihre Daten nach Offenbach. Allerdings beginnt mit der Sammlung der Daten erst die Arbeit des DWD.

Wetter: Hochleistungsrechner des DWD stehen in Offenbach

Wenn aktuelle Informationen zu beispielsweise Windgeschwindigkeit, Temperatur und Niederschlag erhoben sind, laufen sie im Rechenzentrum des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach zusammen. In einer Halle mit rund 1000 Quadratmetern Fläche werden täglich mehrere Millionen Datensätze verarbeitet. Aus ihnen errechnet einSupercomputer vom Modell Cray XC40 für den DWD, wie das Wetter in den kommenden Tagen werden wird. Die Rechenkapazität des Hochleistungsrechners im Deutschen Meteorologischen Rechenzentrum liegt bei zweimal 550 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde. Das entspricht laut Deutschem Wetterdienst der Leistung von 30.000 handelsüblichen PCs.

Um die Daten über das Wetter korrekt zu interpretieren, nutzt der DWD Klimamodelle, welche von Klimawissenschaftlern laufend verbessert werden. Bei diesen Modellen wird auch dasArchiv des Deutschen Wetterdienstes zurückgegriffen, um aus vergangenen Entwicklungen Rückschlüsse für zukünftige zu ziehen. Das Archiv befindet sich ebenfalls in Offenbach und umfasst 100 Petabyte Daten. Zum Vergleich: Eine handelsübliche Festplatte hat Platz für rund 0,001 bis 0,005 Petabyte.

Wetter: Deutscher Wetterdienst (DWD) in Offenbach ist wichtig für viele Lebensbereiche

Erst nach der Erhebung und Verarbeitung der Daten über das Wetter beginnt der Teil der Arbeit des DWD, der in der Öffentlichkeit überhaupt Aufmerksamkeit erfährt. Wettervorhersagen und Warnungen vor gefährlichem Wetter sind die Hauptaufgaben des Deutschen Wetterdienstes. Die Vorhersagen und Warnungen aus Offenbach haben weitreichenden Einfluss auf Straßenverkehr, Luft- und Schifffahrt. Wann Straßen gestreut, Flüge abgesagt oder Schiffe im Hafen bleiben, basiert auf den offiziellen Vorhersagen des DWD.

Landwirtschaft und Allergiker erhalten ebenso wichtige Informationen. Letztlich sind alle, die sich im Freien aufhalten, auf die Angaben des Deutschen Wetterdienstes angewiesen. Denn auch über Aspekte des Wetters wie UV-Einstrahlung, Hitzebelastung und Pollenflug informiert der DWD aus Offenbach. An 48 Stationen deutschlandweit wird zudem die Radioaktivität in der Luft und im Regen gemessen. Um diese und weitere Informationen zu veröffentlichen, nutzt der Deutsche Wetterdienst auch soziale Netzwerke.

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Auch Forschung zum Wetter ist Aufgabe des DWD in Offenbach

Neben diesen kurzfristigen Vorhersagen und Beobachtungen führt der Deutsche Wetterdienst auch langfristige Beobachtungen zum Wetter durch. Damit ist die Arbeit des DWD auch für Bauarbeiten, Bewässerung und die Nutzung regenerativer Energie unerlässlich. Für diese langfristige Beobachtung des Wetters und die stetige Verbesserung der Vorhersagemodelle verfügt der Dienst sogar über einen eigenen Forschungsbereich in Offenbach.

Da Wetter nicht an Landesgrenzen halt macht, ist derDeutsche Wetterdienst auch international eingebunden. Beispielsweise ist der DWD Teil der Weltorganisation für Meteorologie unter dem Dach der Vereinten Nationen. Im Rahmen internationaler Organisationen stellt der Dienst Informationen für Luft- und Schifffahrt weit über die Grenzen Deutschlands hinweg bereit. Zusätzlich trägt der Dienst zur internationalen Koordinierung von Wetterinformationen bei.

Wetter: Deutscher Wetterdienst (DWD): Von Offenbach in die Welt

Mit dieser nationalen und internationalen Arbeit gehört der Deutsche Wetterdienst in Offenbach zu einer der bedeutendsten Behörden für das alltägliche Leben im Land. Wer einen Blick auf eine Wetterkarte wirft, kann sich sicher sein, dass der DWD einen Beitrag dazu geleistet hat.

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