Wetter

Blutroter Schnee in der Antarktis schockt Forscher: Sie befürchten verheerende Folgen

Es sieht aus wie auf einem Schlachtfeld: Blutroter Schnee in der Antarktis schockt Forscher. Das könnte verheerende Folgen fürs Wetter haben.

  • Wetter*: In der Antarktis gibt es blutroten Schnee
  • Forscher befürchten verheerende Folgen
  • Ist der rote Schnee der Anfang von einem Teufelskreis?

Kiew - Es sieht verstörend aus: wie ein Meeresufer nach einer Waljagd oder wie ein Schlachtfeld nach dem Kampf. Bilder von scheinbar blutgetränktem Schnee gehen um die Welt. Sie zeigen eine argentinische Insel in der Antarktis, auf der sich seit Wochen der Schnee rot verfärbt. Aber dort hat keine Schlacht und auch keine Waljagd stattgefunden – sondern ein Wetterphänomen.

Wetter: Roter Schnee in Antarktis – „Watermelon Snow“

Forscher haben den roten Schnee in der Antarktis entdeckt. Das Wissenschaftsministerium der Ukraine hat auf Facebook Fotos des sogenannten „Watermelon Snow“, also „Wassermelonen-Schnee“ gepostet. Die Bilder des roten Schnees wurden auf der Galíndez-Insel aufgenommen, auf der die ukrainische Forschungsstation „Wernadski“ sitzt. Dort wird unter anderem zu Daten über das Wetter geforscht. Die Insel gehört zum Wilhelm-Archipel vor der Westküste der Antarktischen Halbinsel.

Wetter: Blutroter Schnee in der Antarktis: Algen sind schuld

Den ukrainischen Forschern zufolge ist für die blutrote Färbung des Schnees in der Antarktis eine Alge verantwortlich: Chlamydomonas nivalis heißt sie. Sie ist mikroskopisch klein und weltweit in Schneegebieten zu finden.

Sie fühlt sich bei sehr niedrigen Temperaturen wohl. Ist es kalt, löst sie keine Färbung aus und ist für das menschliche Auge unsichtbar. Aber wird das Wetter wärmer, stößt sie rötlichen Farbstoff aus, ein Carotinoid. Wie das Magazin LiveScience berichtet, absorbiert der Farbstoff Hitze und schützt die Algen vor ultraviolettem Licht.

Roter Schnee in der Antarktis – es liegt am Wetter

Den rötlichen Farbstoff bei wärmerem Wetter auszuschütten, ist also für die Algen gut – aber für das Klima könnte der Vorgang verheerende Folgen haben, fürchten die ukrainischen Forscher in ihrem Facebook-Post aus der Antarktis. Es könnte ein Teufelskreis entstehen: Wenn der Schnee nicht weiß ist, kann er das Sonnenlicht nicht reflektieren.

Dadurch nehmen die Algen mehr Hitze auf. Je mehr Hitze die Algen absorbieren, desto schneller schmilzt das Eis, in dem sie sitzen. Je schneller das Eis schmilzt, desto stärker kann sich die Alge ausbreiten. Das wiederum heißt: Weniger Licht wird reflektiert, mehr Wärme vom Schnee absorbiert, mehr Schnee schmilzt – die Algen breiten sich weiter aus. Das beschleunigt laut den Forschern die Schneeschmelze.

Von Ines Alberti

Ebenfalls in der Antarktis macht Forschern ein Gletscher sorgen, der bröckelt – der „Weltuntergangs-Gletscher“. Ein weiteres Wetter-Phänomen kann man vor allem im Juni und Juli beobachten: leuchtende Nachtwolken.

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Rubriklistenbild: © Andriy Zotov

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