Wetterphänomen

Wetter in Deutschland: Wann und wie ein Orkan entsteht

(Un-)Wetter in Deutschland: Braut sich ein Orkan zusammen, kann es schnell mal ungemütlich werden, wie Kyrill beweist. Doch wie entsteht ein Orkan überhaupt?

  • Ein Orkan ist ein Sturm mit einer Windgeschwindigkeit ab 118 Kilometern pro Stunde - und fällt beim Wetter unter die Kategorie Unwetter
  • Orkane werden auf der Beaufortskala mit 12 klassifiziert
  • Orkane entstehen vor allem im Herbst und Winter, wenn kalte und warme Luftmassen aufeinanderprallen - auch in Deutschland

Offenbach - Ein Orkan ist ein Sturm mit Windgeschwindigkeiten von mindestens 118 Kilometern pro Stunde und einer Klassifizierung von 12 auf der Beaufortskala, die die Windgeschwindigkeiten beschreibt und einordnet. Dieses Wetter-Phänomen gibt es auch in Deutschland.

Die Beaufortskala:

Beaufort-GradBezeichnungWindgeschwindigkeitAuswirkungen des Winds
0Windstille< 1 km/hRauch steigt nach oben
1leiser Zug1-5 km/hRauch zeigt Windrichtung an
2leichte Brise6-11 km/hBlätter bewegen sich
3schwache Brise12-19 km/hWind bewegt dünne Zweige
4mäßige Brise20-28 km/hWind hebt Staub und Papier
5frische Brise29-38 km/hkleine Laubbäume schwanken
6starker Wind39-49 km/hRegenschirme sind schwer zu halten
7steifer Wind50-61 km/hganze Bäume bewegen sich
8stürmischer Wind62-74 km/hZweige brechen von Bäumen
9Sturm75-88 km/hDachziegel werden von Dächern gehoben
10schwerer Sturm89-102 km/hgrößere Schäden an Häusern
11orkanartiger Sturm103-117 km/hWind entwurzelt Bäume
12Orkanab 118 km/hschwere Verwüstungen

Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD)

Wetter in Deutschland: Orkane entstehen vor allem im Herbst und Winter

Orkane entstehen vor allem im Herbst und Winter. In diesen Jahreszeiten sind die Temperaturunterschiede zwischen den Polen und den Tropen besonders groß: In den Polargebieten herrschen Minustemperaturen, im Süden ist es warm. Die kalten und warmen Luftmassen prallen über dem Atlantik aufeinander - ein Orkan entsteht.

Orkane können große Schäden an Gebäuden, der Verkehrsinfrastruktur oder Wäldern verursachen. Der Orkan Kyrill, der am 18. Januar 2007 über Deutschland zog, vernichtete nach Angaben des Deutschen Forstwirtschaftsrats fast 20 Millionen Kubikmeter Holz. Die Orkanböen erreichten damals Windgeschwindigkeiten bis zu 225 Kilometer pro Stunde. Orkan Kyrill war verantwortlich für Schäden in Höhe von 10 Milliarden US-Dollar weltweit und 5,5 Milliarden US-Dollar in Deutschland. 47 Menschen starben damals in Europa, davon 13 in Deutschland. Selten hatte das Wetter in Deutschland derart verrückt gespielt.

Orkan und orkanartiger Sturm: Unterscheidung durch Windgeschwindigkeit - Wetter in Deutschland

Orkane unterscheiden sich von orkanartigem Sturm durch die Windgeschwindigkeit: Bei orkanartigem Sturm hat der Wind Geschwindigkeiten von 103 bis 117 Kilometern pro Stunde, bei mehr als 118 Kilometern pro Stunde handelt es sich um einen Orkan. Bei Orkanen und anderen Unwettern gilt: Frühzeitige Warnungen können Leben retten. Deshalb gibt es Wettervorhersagen und rechtzeitige Orkanwarnungen, um etwa das Wetter in Deutschland frühzeitig einschätzen zu können.

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Rubriklistenbild: © picture alliance/Stefan Rampfel/dpa

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