Prognose

Wetter Deutschland: Wärme-Ei und Regen lösen teils verheerendes Hochwasser aus

Das Wetter in Deutschland wird nach dem Schneefall markant. In einigen Regionen kommt es zu einer gefährlichen Hochwasserlage. Unter anderem in Hessen und Bayern.

Update vom Sonntag, 31.01.2021, 11.15 Uhr: Experte Dominik Jung vom Wetterdienst „Q.met“ hatte es bereits angekündigt: „Die Hochwassergefahr bei uns in Deutschland steigt deutlich an“, prognostizierte er noch vor einer Woche. Mittlerweile ist die Prognose für viele Städte zur bitteren Realität geworden.

Vor allem im hessischen Büdingen kam es zu Hochwasser. Menschen mussten mit Schlauchbooten aus ihren Häusern geborgen werden, da diese mit Wasser vollgelaufen waren Die Folgen davon sind teilweise verheerend. Aber auch in Bayern kam es wegen Regenfällen und der Schneeschmelze zu ansteigendem Wasser. Mit dafür verantwortlich war ein Wärme-Ei. An der Donau ist bei vielen Pegeln die Meldestufe 1 oder 2 bereits überschritten, wie hochwasserzentralen.de mitteilt.

Wegen der Schneeschmelze kommt es in Hessen zu Hochwasser.

Wetter in Deutschland: Hochwasser wird zur Realität - Feuerwehr muss eingreifen

Außerdem berichtete die „Süddeutsche Zeitung“, dass bei Baunach im Landkreis Bamberg ein Weiher über seine Ufer getreten ist. Dort war die Feuerwehr am vergangenen Freitag (29.01.2021) im Einsatz und musste das Wasser in einen nahegelegenen Bach pumpen. Abzuwarten gilt, wie sich das Wetter in Deutschland in den nächsten Tagen entwickelt.

Wetter: Extreme Hochwassergefahr in Deutschland – Experte mit dringender Warnung

Update vom Mittwoch, 27.01.2021, 11.20 Uhr: Freunde von Schnee und Eis sind in den vergangenen Woche beim Wetter im Winter* voll auf ihre Kosten gekommen. Doch jetzt bekommen Teil von Deutschland die Quittung für die weiße Pracht: In etlichen Regionen droht eine markante Hochwasserlage und sogar ein zehnjähriges Hochwasser*. Doch welche Gebiete sind betroffen?

Brenzlig wird es vor allem am Freitag (29.01.2021) und am darauf folgenden Wochenende. Denn ein Wärme-Ei rollt heran und bringt Luft von den kanarischen Inseln mit. Diese ist nicht nur für den Winter außergewöhnlich warm, sondern auch feucht. Deshalb fallen am Donnerstag und Freitag bis zu 60 Liter Regen* pro Quadratmeter. Gleichzeitig schnellen die Temperaturen in die Höhe, beispielsweise auf bis zu 10 Grad Celsius* am Rhein.

Wetter in Deutschland: Hochwasser droht - Diese Regionen sind betroffen

Diese Kombination sorgt in einigen Teilen von Deutschland für gefährliches Wetter. Vor allem im Südwesten des Landes droht eine markante Hochwasserlage. „In Baden-Württemberg wird ein zwei-, fünf- oder sogar zehnjähriges Hochwasser erwartet“, erklärt Meteorologe Jan Schenk von „The Weather Channel“. Denn in etlichen Regionen des Bundeslandes liegen bis zu 1,5 Meter Schnee. Diese schmelzen wegen des Wärme-Eis allerdings stark ab. In Kombination mit dem starken Regen wird die Masse an Wasser dann vor allem für kleinere und mittlere Flüsse zu viel. Gerade im Schwarzwald, der Schwäbischen Alb und Oberschwaben müssen sich die Menschen auf Hochwasser einstellen.

Aber nicht nur an kleinen und mittleren Flüssen steigen die Pegelstände, auch an Rhein, Necker und Donau wird am Wochenende ein zwei- bis fünfjähriges Hochwasser erwartet. Dort sinken die Pegel aber anschließend schnell wieder, weil die Temperaturen in der Keller fallen und aus Regen Schnee wird. „Dem Hochwasser wird sozusagen die Grundlagen entzogen“, erläutert Schenk.

Vor allem an kleineren Flüssen und Bächen drohen Überschwemmungen. (Symbolbild)

Wetter in Deutschland: Wärme-Ei rollt heran - Experte warnt vor heftigem Hochwasser

Update vom Freitag, 22.01.2021, 13.55 Uhr: Das Wetter im Winter 2020/21 fährt Achterbahn. Fast jede Woche bietet sich beim Blick aus dem Fenster ein komplett anderes Bild. Freuten sich viele in Deutschland zuletzt über Schnee, der auf den Dächern lag, mussten sie kurz darauf wieder Regenmantel und Schirm aus dem Schrank kramen. Zwischenzeitlich fegten Sturmböen über das Land. Mit dem munteren Wetter-Wechsel wird es auch in der nächsten Zeit weitergehen. Denn nach dem Schnee zieht Tauwetter auf und das birgt so manche Gefahr.

Schaut man sich die Langzeitprognosen des europäischen Wettermodells an, geht die Temperaturkurve Ende Januar nochmal in die Höhe, bevor sie Mitte Februar wieder abstürzt. Mildere Abschnitte wechseln sich mit kalter Winterluft ab. Nur im Süden von Deutschland bleibt das milde Wetter weitgehend aus. Der viele Schnee, der vor allem in den Mittelgebirgen fiel, und viel Regen könnte nun in Verbindung mit dem erwarteten Tauwetter für Hochwasser sorgen. Teilweise bis zu 15 Grad werden laut Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterdienst „Q.met“ in den kommenden Tagen vor allem im Südwesten erwartet, wie er gegenüber wetter.net sagt. „Die Hochwassergefahr bei uns in Deutschland steigt deutlich an“, prognostiziert Jung.

ZeitOrt
März 1988Überschwemmung an Rhein und Mosel
Weihnachten 1993Hochwasser an Rhein und Mosel
August 2002Flutkatastrophe in Deutschland, Tschechien und Österreich
Quelle: wetter.de

Wetter: Auf Schnee folgt Tauwetter – Droht Deutschland Hochwasser?

Erwartet Deutschland nun also durch den Umschwung beim Wetter eine regelrechte Flutwelle? RTL-Meteorologe Björn Alexander sagt klar „Nein“. In Flüssen, Seen und Talsperren sei derzeit noch ausreichend Platz vorhanden, Schmelzwasser kann deshalb noch gut aufgenommen werden, wie die der Meteorologe in einem Bericht von „wetter.de“ sagt. Ein größeres Hochwasser droht also erstmal nicht. Es kann jedoch zu kleineren Überflutungen an Bächen oder zu überschwemmten Wiesen kommen.

Kritischer wird es allerdings für Deutschland, wenn es nochmal zu einer Kombination von mildem Wetter und viel Regen kommt. „Je nachdem welches Wettermodell wir zur Grundlage nehmen, sind schon extreme Niederschlagssummen drin“, sagt Alexander. Nach dem amerikanischen Wettermodell (NOAA) sind zum Monatswechsel in den Staulagen der westlichen Mittelgebirge sowie im Bereich Schwarzwald zum Teil deutlich über 100 Liter pro Quadratmeter möglich, heißt es auf dem Wetter-Portal. In der Westhälfte von Deutschland verbreitet 40 bis 60 Liter pro Quadratmeter. Kommt dazu noch milde Luft, müsse die Lage noch einmal neu bewertet werden. Denn dann könnte in einigen Teilen von Deutschland Hochwasser* drohen.

Durch Tauwetter und Regen könnte die Gefahr von Hochwasser in Deutschland steigen. (Symbolbild)

Wetter: Heftiger Sturm fegt über Deutschland – Experte warnt vor Hochwasser

Erstmeldung vom Dienstag, 19.01.2021: Offenbach - Der Schnee, der zuletzt vor allem in den Mittelgebirgen in Deutschland fiel, hat für große Freude bei Winterfans gesorgt. Auch in einigen tieferen Regionen rieselten die weißen Flocken vom Himmel und hüllten die Landschaften in ein weißes Kleid. Die Menschen spazierten durch den Schnee und zeigten stolz eigens gebaute Schneemänner im Netz. Doch mit winterlichem Wetter ist es laut aktuellen Vorhersagen nun erstmal vorbei. Teile von Deutschland könnten zudem eine harte Quittung für den vielen Schnee bekommen.

Ein richtiger Winter wollte 2020/21 zunächst nicht aufkommen. Viel zu mild startete er im Dezember und machte die Hoffnungen für weiße Weihnacht schnell zunichte. Frostig wurde es erst nach Silvester. Im Januar, dem klimatisch kältesten Monat des Jahres, schlug das Wetter in Deutschland um. Der Winter zeigte, was er kann. Die erste Monatshälfte war besonders frostig und schneereich. Damit ist nun jedoch erstmal Schluss. Frühlingsluft kommt in der letzten Januarwoche nach Deutschland und die sorgt für Tauwetter. Auch Sturmböen werden erwartet, die Teils heftig ausfallen könnten.

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag soll der Sturm „Alex“ über die Atlantikküste Frankreichs hinwegziehen. (Symbolbild)

Wetter in Deutschland: Wärmeberg sorgt für Tauwetter – Gefahr vor Hochwasser

„Der Südwesten könnte bald die Quittung für den vielen Schnee der vergangen Tage bekommen“, prognostiziert Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterdienst „Q.met“ gegenüber dem Wetterportal wetter.net. Nach der „Schneebombe“, die Mitte Januar Deutschland traf, folge nun ein Wärmeberg. Es soll wieder deutlich milder werden. Teilweise bis zu 15 Grad seien laut Vorhersagen des europäischen Wettermodells vor allem im Südwesten drin, sagt Jung. Ein richtiger Vorfrühling und das im Januar. Dazu komme Regen und Sturm.

„Alles zusammen wirkt wie eine große Spülmaschine und die spült den Schnee ab in die Flüsse“, so Jung. Die Folge sind rasch steigende Pegel an allen Bächen und Flüssen. Für den Rheinpegel bei Maxau wird laut Prognosen ein Anstieg um gut drei Meter erwartet. Auch bei der Donau oder der Enz sieht es ähnlich aus. Für Jung ein Grund zur Warnung: Es besteht die Gefahr für ein größeres Hochwasser für den Westen und Südwesten und Süden von Deutschland, da auch in den westdeutschen Mittelgebirgen der Schnee schmelze.

FlussPrognostizierter Pegelanstieg bis Ende Januar
Pegel Maxau/RheinAnstieg um etwa drei Meter
Donaueschingen/DonauAnstieg um etwa zwei Meter
Vaihingen/EnzAnstieg um etwa 2,5 Meter
(Quelle: wetter.net)

Wetter: Tief Goran bringt Sturmböen nach Deutschland – Hohe Windgeschwindigkeiten erwartet

Auch laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) mit Sitz in Offenbach ist die „Kälte auf dem Rückzug“. Milde bis sehr milde Meeresluft wird in Deutschland erwartet. Tauwetter sei angesagt. Vor größerem Hochwasser warnt der DWD aktuell nicht. Selbst in den westlichen und zentralen Mittelgebirgen sei die Hochwassergefahr durch Tauwetter eher gering. Denn dort liegt vergleichsweise wenig Schnee und die Niederschläge fallen anfangs auch noch als Schnee. Dann bleibt es dort meist trocken.

Stürmisch soll es jedoch auch nach derzeitigen Vorhersagen des DWD werden. Vor allem im Nordwesten werden in den kommenden Tagen starke bis stürmische Böen erwartet. Auf den Bergen und auch an den Küsten kann es Sturm- und schwere Sturmböen geben.

Meteorologen erwarten in Deutschland stürmische Böen und Tauwetter. (Symbolbild)

Wetter: Meteorologe warnt vor Sturm – Windgeschwindigkeiten bis zu 95 km/h

Meteorologe Dominik Jung sagt für den Westen und Norden von Deutschland Sturmböen mit Windgeschwindigkeiten bis zu 85 km/h voraus, teilweise auch 95 km/h. Es besteht die Gefahr, dass Äste von Bäumen abbrechen und herunterfallen und auch Häuser beschädigt werden.

Schuld an dem stürmischen Wetter soll laut Jan Schenk von „weather.com“ Tief Goran sein. Der Sturm, der sich zu einem Orkan entwickelt, wird England, Schottland und Wales hart treffen. Deutschland hat laut Schenk Glück und kommt mit einem blauen Auge davon, doch auch hier werden vereinzeln Sturmböen erwartet. „In der Höhe haben wir immerhin bis zu 140 km/h“, sagt Schenk. An den Bergspitzen sei teils mit Orkanwinden zu rechnen.

Wetter in Deutschland: Stürme im Januar – Sorgt Polarwirbel für langen Winter?

Nicht selten bringt das Wetter im Januar in Deutschland Stürme hervor. Orkan Kyrill, der am 18. und 19. Januar 2007 über das Land fegte, sorgte für große Schäden in Deutschland. Einige Jahre später im Januar 2018 folgten Sturmtief Burglind und Orkantief Friederike. Das stürmische Wetter liegt vor allem daran, dass die großen Temperaturunterschiede im Winter in Europa kräftige Tiefdruckgebiete bilden. Nicht selten verstärken die sich zu einem Sturm oder Orkan.

Ist nun also erstmal Schluss mit dem Winter? Dass der Winter im Januar noch einmal so richtig durchstartet wird, ist laut Meteorologe Dominik Jung derzeit nicht erwartet. Einen Flachlandwinter werde es ihm zufolge nicht mehr geben. Die sibirische Kälte, die auf Deutschland zukam und in einigen Ländern Europas klirrende Kälte mitbrachte, hat es nur bis an die Haustüre der Bundesrepublik geschafft. Zumindest bis Anfang Februar sollen die Temperaturen mild bleiben. Doch nach meteorologischer Zeitrechnung geht der Winter noch bis Ende Februar. Wird es also dann nochmal winterlich? Genaue Vorhersagen können derzeit noch nicht getroffen werden. Ein zerbrochener Polarwirbel könnte nach einigen Prognosen jedoch nochmal für Schnee und Kälte sorgen. (svw/chw) *op-online.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Boris Roessler/dpa

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