Klima oder Wetter?

Was Klima ist und wo der Unterschied zu Wetter liegt

Klima und Wetter in Deutschland 
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Das Klima der Erde wird in verschiedene Zonen eingeteilt

Zwischen dem Klima und dem Wetter in Deutschland ist zu differenzieren. Eine Rolle spielt hierbei unter anderem der beobachtete Zeitraum.

  • Das Klima trifft langfristige Aussagen über die Witterung, während das Wetter nur einen kurzen Zeitraum abdeckt.
  • Es gibt zahlreiche Faktoren und Elemente, die Einfluss auf das Klima nehmen.
  • Deutschland befindet sich in der gemäßigten Klimazone.

Offenbach – Zahlreiche Faktoren nehmen Einfluss auf die Entwicklung des Klimas in Deutschland. Dabei ist eine Differenzierung zum Begriff „Wetter“ vorzunehmen. Das Klima beschreibt, welche Witterung über einen langen Zeitraum zu verzeichnen ist. Anhand der vorgenommenen Messungen ist die Erde in verschiedene Klimazonen eingeteilt, die verschiedene Wetterereignisse charakterisieren. Das Klima wird von zahlreichen Faktoren und Elementen beeinflusst, so auch in Deutschland. Allen voran steht die Sonneneinstrahlung. Die Bewölkung, die Plattentektonik, das Entstehen von Treibhausgasen sowie die globale Erwärmung sind weitere Einflüsse.

Die Sonne spielt eine wichtige Rolle, wenn es um die Entwicklung des Klimas auf der Erde geht. Sie sorgt dafür, dass sich Luftmassen erwärmen und sich folglich Hochdruckgebiete und Tiefdruckgebiete bilden. Die Konsequenz ist nicht nur Wind, sondern auch die Bildung von Wolken und Niederschlag. Die Sonne nimmt also bedeutenden Einfluss auf das Wetter und damit auch das Klima. Die Wolkenbildung als weiterer Klimafaktor sorgt nicht nur dafür, dass Niederschläge auf die Erde fallen. Je dichter die Wolkendecke am Himmel ist, desto weniger Sonnenlicht dringt hindurch. Die Erde erwärmt sich an diesen Stellen langsamer.

Das Klima und seine Faktoren

Die Plattentektonik wirkt sich auf zahlreiche natürliche Gegebenheiten aus. Sie ist unter anderem verantwortlich für die Bildung von Gebirgen und Vulkanen. So können an Gebirgen beispielsweise häufig Föhnwinde wahrgenommen werden, die für warme Luft auf der dem Wind abgewandten Seite sorgen. Zu den Treibhausgasen gehören Kohlendioxid (CO2), Stickoxid (N2O), Methan, troposphärisches Ozon und Wasserdampf. Letzteres ist von der Lufttemperatur abhängig. Je höher diese ist, desto mehr Wasserdampf ist vorhanden und das Wetter wird feuchter.

Mit Treibhausgasemissionen geht eine Erhöhung der globalen Durchschnittstemperatur einher. Die globale Erwärmung ist ein weiterer Klimafaktor. Dieser hat zur Folge, dass Gletscher schmelzen und der Meeresspiegel ansteigt. Wetterextreme wie starke Regenfälle, Unwetter oder langanhaltende Trockenperioden gelten außerdem als Folgeerscheinungen, die ebenfalls Einfluss auf das Klima nehmen. Kippelemente spielen zusätzlich eine Rolle. Bereits kleine Veränderungen durch Menschenhand führen dazu, dass diese ihren Zustand verändern und Einfluss auf das System in Deutschland und der ganzen Welt nehmen.

Das Klima und die Klimazonen

Anhand der vorherrschenden klimatischen Gegebenheiten lässt sich die gesamte Erde in Klimazonen einteilen. Eine Klassifizierung in fünf Zonen, die wiederum in kleinere Bereiche unterteilt sind, ist allgemein üblich. Dazu gehören:

  • Polarzone
  • Subpolarzone
  • Gemäßigte Zone (Deutschland)
  • Subtropische Zone
  • Tropische Zone

Die Polarzonen umfassen die Arktis und Antarktis. Es handelt sich dabei um Kältewüsten, die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt kennzeichnen. Das Wetter bringt nur selten Niederschlag mit sich und die Sonneneinstrahlung ist gering. Die Subpolarzone stellt den Übergang zwischen der Polar- und der gemäßigten Zone dar. Sie zeichnen lange niederschlagsarme Winter aus. Dennoch ermöglicht das Klima auch Temperaturen über dem Gefrierpunkt. Die Sonneneinstrahlung ist weniger flach als in der Polarzone, weshalb der Sommer nicht nur länger ist, sondern außerdem das Wachsen kleiner Flechten und Gräser ermöglicht.

Klima: Wärmere Zonen

In der gemäßigten Zone sind ganz klare Jahreszeitenwechsel zu erkennen. Sie gehen mit Veränderungen der Temperatur und der Niederschlagsmengen einher. Diese Zone umfasst sehr große Flächen, weshalb unter anderem zwischen dem See- und dem Kontinentalklima zu unterscheiden ist. Auch in Deutschland herrscht gemäßigtes Klima. Den Übergang zwischen der gemäßigten und der tropischen Zone markiert die subtropische Klimazone. Warme bis heiße Sommer und kühle Winter sind hier zu verzeichnen. Die Temperaturen unterschreiten den Gefrierpunkt in der Regel nicht. Teile der subtropischen Zone sind von extremen Wetterereignissen und dem regelmäßigen Eintreffen des Winter- und Sommermonsuns geprägt.

Die tropische Zone ist in Äquatornähe angesiedelt. Das Klima bleibt ganzjährig nahezu gleich. Temperaturschwankungen treten lediglich in Abhängigkeit von der Tageszeit auf. Das Wetter ist ganzjährig warm und die Temperaturen fallen nur sehr selten unter 18 Grad Celsius. In dieser Klimazone trifft man auf Wüsten, Savannen und tropische Wälder. Welche dieser Vegetationszonen sich ausbildet, hängt davon ab, in welchem Verhältnis Niederschlag und Verdunstung zueinander stehen.

Wetter und Klima: Das ist der Unterschied

Das Wetter beschreibt, in welchem Zustand sich die Troposphäre an einem bestimmten Ort, zum Beispiel in Deutschland, zu einem bestimmten Zeitpunkt befindet. Die herrschende Temperatur, Windstärke, Luftdruck und –feuchte sowie der Niederschlag nehmen Einfluss auf diesen kurzzeitigen Zustand. Das Klima hingegen ist langfristig zu verstehen. Bestimmend dafür ist der Wetterverlauf, der mindestens 30 Jahre lang gemessen wird, um eine Zuordnung zu einer Klimazone vornehmen zu können.

Während das Wetter lokal direkt messbar ist, sind zahlreiche langfristige Messungen aller Wetterereignisse notwendig, um Aussagen über das Klima treffen zu können. Das Klimasystem der Erde beschreibt, wie die Klimafaktoren innerhalb der Atmosphäre zusammenspielen und wie diese wiederum in Wechselwirkung mit den Systemen der Anthroposphäre, Biosphäre, Lithosphäre, Pedosphäre, Hydrosphäre und Kryosphäre stehen. Hinzu kommen Einflüsse aus dem Inneren der Erde und dem Weltraum.

Das Klima und seine Subsysteme

Die Atmosphäre gilt als das am wenigsten stabile Subsystem, das schnellen Veränderungen unterliegt. Dort finden sämtliche Wettergeschehnisse statt, die aufgrund des Aufeinandertreffens von unterschiedlich temperierten Luftmassen zustande kommen. Die Biosphäre bezeichnet sämtliche Schichten der Erde, die mit Leben besiedelt sind. Dazu gehören Land- und Wassermassen gleichermaßen. Siebestimmt den Wasseraustausch mit der Atmosphäre und die dort herrschenden Windverhältnisse.

Hingegen zählt sämtlicher Lebensraum, den der Mensch geschaffen hat, wie beispielsweise Wohngebiete in Deutschland, zur Anthroposphäre. Zur Lithosphäre gehören der äußere Teil des Erdmantels und die Erdkruste. Sie setzt sich aus den Kontinentalplatten zusammen. Je nachdem, ob und in welchem Ausmaß sie von Wasser bedeckt wird, nimmt sie anderen Einfluss auf das Wetter und das Klima. Die Pedosphäre umfasst sämtliche Bereiche der Erdoberfläche, die von Böden und nicht von Wasser bedeckt sind.

Klima: Wasser und Eis im Klimasystem

Die Pedosphäre trennt Atmosphäre und Lithosphäre voneinander. Welche Art von Boden an einem gewissen Ort letztendlich entsteht, hängt davon ab, auf welche Weise die vorhandenen Gesteine verwittern. Sämtliche Gewässer der Erde zählen zur Hydrosphäre. Dazu gehören nicht nur Ozeane, Seen und Flüsse, sondern auch kleine Gewässer, künstlich angelegte Ausführungen, wie beispielsweise das Lausitzer Seenland in Deutschland, und das Grundwasser.

Hinzu kommen Eis- und Schneeflächen, Gletscher und Wasser, das sich in organischen Substanzen befindet. Die Kryosphäre stellt einen Teil der Hydrosphäre dar. Sämtliche Schnee- und Eisflächen werden ihr zugeordnet. Diese Schichten beeinflussen sowohl das Wetter als auch das Klima, indem sie große Mengen des einfallenden Sonnenlichts zurück ins Weltall reflektieren, sodass dort niedrige Temperaturen erhalten bleiben. Außerdem weisen sie eine starke Isolationswirkung auf und schützen den Boden somit vor dem Abstrahlen der gespeicherten Wärme.

Klima: Diese Modelle dienen zu Berechnungen

Bei Klimamodellen handelt es sich um komplexe Computerprogramme, die berechnen können, wie sich das Klima unter bestimmten Bedingungen in Zukunft verändern wird. Dank ihnen ist es möglich, verschiedenste Szenarien zu simulieren, um herauszufinden, welche Faktoren sich wie ändern müssen, um ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen. Mithilfe von konzeptionellen Klimamodellen werden grundlegende Klimaforschungen angestellt. Diese Modelle sind stark vereinfacht und dienen vor allem Lehrzwecken. Die komplexen Klimamodelle entstanden im Zuge des Einsatzes von Wettermodellen zum Zweck der Klimaforschung.

Sie stellen sämtliche klimarelevanten Prozesse dar. Einen Mittelweg bilden die Modelle mittlerer Komplexität. Deren räumliche und zeitliche Auflösung ist geringer als die der komplexen Klimamodelle und spart so Rechnerkapazitäten. Das ermöglicht es, längere Zeiträume zu simulieren und mehrere Experimente gleichzeitig durchzuführen. Diese Modelle sind global angelegt. Sollen allerdings Voraussagen für bestimmte Regionen, wie eine bestimmte Stadt in Deutschland, getroffen werden, kommen regionale Klimamodelle zum Einsatz, die nicht nur der Forschung, sondern auch zur Information der Bevölkerung dienen. (Sophie Neumärker)

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