Wetter-Paten

Deutschland: Wetter-Fans übernehmen Sturm-Patenschaft

Ob Xynthia, Kyrill oder Lothar - die kuriosen Namen der Tiefdruckgebiete gehen in Deutschland oft wochenlang durch die Medien. Sturmtief Sabine punktet zwar nicht mit Originalität, sorgt aber dafür mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 178 km/h für Furore in der Wetter-Welt.

  • Wetter in Deutschland: Das Meteorologische Institut Berlin ist für die Benennung von Wetter-Lagen verantwortlich
  • Feministen kämpften in Deutschland für Gerechtigkeit bei der Namensgebung
  • Wetter-Fans können seit 2002 Patenschaft übernehmen

Offenbach - Verantwortlich für den Namen der aktuellen Wetter-Lage in Deutschland und Europa ist das Meteorologische Institut der Freien Universität Berlin. Schon seit 1954 wird hier die Benennung von Hoch- und Tiefdruckgebieten vorgenommen. Diese Regelung wurde von der damaligen Studentin Karla Wege ins Leben gerufen, die später als Wetter-Fee des ZDF an Popularität gewann. 

Neben dem Institut in Berlin ist zudem der Deutsche Wetterdienst (DWD) für meteorologische Angelegenheiten in Deutschland zuständig. Ob Unwetter oder Sonnenschein - von Offenbach aus veröffentlicht der DWD detaillierte Analysen über das Wetter für die Deutschland.

Wetter in Deutschland: Namens-Patenschaft fürs Wetter übernehmen

Seit 2002 können Fans vom Wetter beim Meteorologischen Institut in Berlin eine Namens-Patenschaft übernehmen. Dabei muss einfach ein Formular ausgefüllt werden. Für ein Hoch bezahlt man knapp 355 Euro, für ein Tief 100 Euro weniger. Pro Jahr werden so etwa 210 Wetter-Zonen in Deutschland getauft. 

Nach dem Abschluss der Taufe wird für den Wetter-Paten ein Paket zusammengestellt, in dem er eine Urkunde mit Taufdatum, ein Dokument über die Lebensgeschichte des jeweiligen Luftdruckgebiets, sowie eine Wetter-Karte aus Berlin erhält.

Deutschland: Feministen kritisieren Wetter-Tradition

Dass extreme Wetter-Lagen mit Namen beider Geschlechter benannt werden, war noch bis vor wenigen Jahren keine Selbstverständlichkeit. Lange Zeit wurden in Deutschland Tiefdruckgebiete nur mit Frauen-, Hochdruckgebiete ausschließlich mit Männer-Namen betitelt. Feministen kritisierten dann die Ungerechtigkeit dieser Regelung. Die taz berichtete dazu aus Berlin, die bisherige Namensgebung sei von den Sprecherinnen einer Fraueninitiative als „diskriminierend“ und „sexistisch“ bezeichnet worden. Tiefdruckgebiete bedeuteten ihrer Ansicht nach immer nur schlechtes Wetter.

Schönes Wetter ist deswegen seit 1998 nicht mehr ausschließlich dem männlichen Geschlecht vorenthalten. In geraden Jahren erhalten Tiefdruckgebiete weibliche und Hochdruckgebiete männliche Vornamen, in ungeraden Jahren genau umgekehrt. In Deutschland wird dabei alphabetisch vorgegangen. Die USA machen schon seit den 70er Jahren von dieser Regelung Gebrauch.

Von Paulina Henning von Lange

Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich/dpa

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