Prognose

Wetter: Bittere Kälte - Ist das schon der Winter?

Nach der Rekordwärme Anfang November kühlt das Wetter in Deutschland nun ab. Kommt der Winter? Eine Berechnung erwartet bis Mitte des Monats -15 Grad.

  • Mehrere Wetterstationen messen einen Wärmerekord für November.
  • Die Prognose: Eine sogenannte Inversionswetterlage droht.
  • Bringt der November also doch schon den Wintereinbruch nach Deutschland?

Update vom Mittwoch, 04.11.2020, 09.20 Uhr: Es bleibt spannend, wie sich das November-Wetter in Deutschland weiterentwickelt. Diplom-Meteorologe Dominik Jung spricht von einem „Kampf der Luftmassen über Mitteleuropa“. Am Montag (02.11.2020) war es noch fast sommerlich warm und am Mittwoch (04.11.2020) gab es in den gleichen Regionen nun Bodenfrost. Am kommenden Wochenende erwarten Experten wieder bis zu 18 Grad. Wie Jung berichtet, schiebt sich Richtung Monatsmitte schiebt sehr kalte Luft aus Russland in Richtung Deutschland. Können wir Mitte November beim Wetter also Dauerfrost und vielleicht sogar den ersten Schnee erwarten?

Nach Einschätzung des Experten ist es derzeit noch völlig unklar, ob die eisigen Luftmassen Deutschland nur streifen oder voll einschlagen und den Wintereinbruch bringen. Erst einmal setzt sich Hoch RAMESH in Deutschland fest. Damit wird es in den kommenden 7 bis 10 Tagen kaum Regen geben. „Es wird wieder trocken sein“, so Jung. Oft scheint die Sonne, es wird aber auch immer wieder Dunst und Nebel Geben. Typisches November-Wetter.

Wetter in Deutschland: Der November startet mit einem Wärmerekord

Erstmeldung vom 03.11.2020: Offenbach – Der Start in den November war außergewöhnlich: Der 2. November 2020 war nur ein Grad entfernt vom meteorologisch-klimatologischen „Sommertag“, der ab einer Höchsttemperatur von 25 Grad erreicht wird. Damit hat sich das Wetter in Deutschland noch einmal von seiner besten Seite gezeigt. Südwestwind pustete aus Spanien und Südfrankreich warme Luftmassen ins Land und sorgte für eine kurzfristige Wärmeblase über Deutschland. Bis zu 24 Grad wurden für den ersten Montag im November (02.11.2020) angekündigt und genau die wurden als Höchstwert in Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz auch gemessen.

„In vielen Orten und Städten gab es neue Jahrhundertrekorde“, erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung. Trotz der erfreulichen Wärmeblase wird es in Deutschland jedoch ab Donnerstag (04.11.2020) schon wieder deutlich kühler. Dennoch verspricht Diplom-Meteorologe Dominik Jung ein stabiles Novemberhoch!

An all den folgenden Messstationen - und es ist nur eine kleine Auswahl - war der 2. November 2020 der wärmste Novembertag seit Beginn der Aufzeichnungen.

Rekordwärme im November: Diese Temperaturen messen Wetter-Stationen in Deutschland

MessstationGemessene Temperatur (02.11.2020)Beginn der Aufzeichnung
Bad Dürkheim24,0°C1952
Geisenheim23,1°C1884
Bad Kreuznach23,0°C1947
Frankfurt am Main22,6°C1949
Trier22,3°C1907
Leipzig21,4°C1863
(Quelle: wetter.net)

Doch bereits einen Tag nach der erfreulichen Wärmeblase wird das November-Wetter in Deutschland schon wieder merklich kühler. Das ist kaum verwunderlich, denn nach solchen Wärme-Höhepunkten muss es auch mal wieder runter gehen. Grund dafür ist Hoch RAMESH, das vom Atlantik aus seine Fühler Richtung Mitteleuropa ausstreckt. Das bedeutet für uns, dass sich die Wetterlage zunehmend beruhigt, heißt es vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Kühlere Luft strömt aus Nordwest-Europa nach Deutschland und bringt eine Kaltfront in Kombination mit einem sehr hohen Luftdruck. Das heißt für das Wetter: „Oben blau und unten meist grau, denn da kann sich oft Boden- und Hochnebel halten“, erklärt Jung.

Nebel und Frost: Nach einem Rekord-warmen Start in den November kühlt das Wetter in Deutschland nun merklich ab.

Experten sprechen von einer sogenannten „Inversionswetterlage“, bei der die oberen Luftschichten wärmer als die unteren sind: Es sammeln sich Kaltluftblasen an, da die Luft nicht mehr zirkulieren kann. Dadurch entsteht häufig Dunst und Nebel.

Wetter in Deutschland: Kommt der Wintereinbruch noch im November?

Die Frage ist: Sorgt diese Kaltfront bereits für die erste Winterluft in Deutschland? In den Mittelgebirgen kommt es schließlich immer mal wieder schon im November zum ersten Schnee. Und tatsächlich zeigt Meteorologe Dominik Jung einen massiven Temperatursturz im November: „Die Modelle am Dienstag (03.11.2020) rechnen zur Monatsmitte mit einem massiven Kälteeinbruch.“ Er merkt allerdings auch an, dass dies nur ein einziger Ausreißer in den Berechnungen zeigt: Dieser rechnet Mitte November mit Temperaturen von bis zu -15 Grad in einer Höhe von mindestens 1.500 Metern. Würde sich diese Berechnung durchsetzen, dann würden das Wetter in Deutschland zeitweise sogar tagsüber Frost bringen. „Allerdings ist das aktuell sehr, sehr unwahrscheinlich“ erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung dem Wetterportal wetter.net.

Auch wenn der Schnee noch auf sich warten lässt, wird das Wetter jetzt herbstlich frisch: Dort wo die Sonne scheint, steigt das Thermometer meist auf 10 bis 13 Grad. Im Nebel bleibt es bei etwa 5 Grad jedoch wesentlich kühler. Und auch nachts kühlt es dort, wo es länger aufklart, inzwischen empfindlich auf niedrige einstellige Werte ab. Das berichtet Felix Dietzsch von der Wettervorhersagezentrale des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Insbesondere die Nacht zum Freitag (06.11.2020) werde recht kühl. Während der Tag-Frost also noch auf sich warten lässt, werden die Nächte schon einmal frostig: Am Freitagmorgen muss besonders in Süddeutschland sicherlich schon die ein oder andere Scheibe am Auto freigekratzt werden. „Die Pflanzen kriegen ebenfalls kalte Füße, denn dann tritt verbreitet auch Bodenfrost auf. Dieser kann in Süddeutschland durchaus kräftiger ausfallen“, so Dietzsch vom DWD.

Das Wetter in Deutschland wird kühler: Viel Nebel

Das Wetter in Deutschland wird also etwas kühler und ruhiger. Stellenweise kann es dann auch den ganzen Tag Dunst oder Hochnebel geben. Oben auf den Mittelgebirgsgipfeln ist es dafür häufig sonnig.   

TagVorhersage für das Wetter in Deutschland
Dienstag (03.11.2020)9 bis 15 Grad, wechselnd bewölkt und sonnig, im Süden etwas Regen
Mittwoch7 bis 13 Grad, Mix aus Sonne, Wolken und Dunst
Donnerstag8 bis 12 Grad, freundlich, mal Sonne, mal Dunst oder Nebel
Freitag9 bis 13 Grad, ruhiges Herbstwetter mit Sonne, Dunst und Nebel
Samstag10 bis 15 Grad, trocken und teilweise Sonne, teilweise Dunst und Nebel
Sonntag10 bis 16 Grad, wieder wärmer, Sonne, Dunst und Nebel
Montag12 bis 17 Grad, Sonne-Wolken-Mix, teilweise neblig
(Quelle: wetter.net)

Ab dem Wochenende kann es dann trotz kühler Nächte noch einmal richtig warm werden. Dann sind regional nochmal bis zu 17 oder 18 Grad möglich, so Experte Jung. Die ungewöhnliche Wärme in Deutschland findet also offenbar noch kein wirkliches Ende. (iwe)

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa

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