Der winterliche Niederschlag

Schnee: Seine Entstehung und seine Bedeutung

Schnee entsteht in den Wolken, wenn die entsprechende Temperatur herrscht.
+
Bei kaltem Wetter in Deutschland ist Schnee möglich.

Schnee ist nicht nur schön anzuschauen. Er ist auch äußerst wichtig für die Umwelt. Allerdings kommt es immer seltener zu Schneefall.

  • Schnee bildet sich, wenn in den Wolken zwischen minus vier und minus 20 Grad Celsius herrschen.
  • Die Schneemenge gibt Aufschluss über die Intensität des Schneefalls.
  • Für den Menschen spielt Schnee vor allem aus touristischer Sicht eine wichtige Rolle.

Offenbach – im Winter Schnee fällt, freuen sich Kinder riesig darüber. Erwachsene sind hingegen nicht begeistert, wenn sie den Gehweg freiräumen oder auf verschneiten Straßen zu Arbeit fahren müssen. Schnee ist ein Niederschlag, der dann entsteht, wenn es besonders kalt ist. In Deutschland fällt vor allem in den Hoch- und Mittelgebirgen zuverlässig Schnee. Die Alpen sind im Winter regelmäßig Schneegebiet, auch im Harz, im Thüringer Wald oder im Schwarzwald ist Schnee ein fester Bestandteil des Wetters im Winter.

Wetter in Deutschland: Wie der Schnee entsteht

Damit Schnee fallen kann, ist nicht die Temperatur auf der Erde entscheidend. Vielmehr muss in den Wolken eine gewisse Kälte herrschen. Zwischen minus vier und minus 20 Grad Celsius gefrieren winzige Tropfen Wasser in den Wolken. Ab minus 30 Grad findet keine Schneebildung mehr statt, weil die Luft nicht genug Feuchtigkeit enthält. Möglich ist auch, dass sich an einen Gefrierkern wie Ruß oder Staub Wasserdampf festsetzen. Die so entstandenen Schneeteilchen sind maximal 0,1 Millimeter groß. Sie fallen zunächst durch die Wolken, in denen sie ihren Ursprung hatten.

Dabei vergrößern sie sich immer mehr, weil sich Wasserdampf an ihnen anlagert. Beim weiteren Sturz vom Himmel bilden sich die charakteristischen Schneekristalle. Passieren die Flocken eine Luftschicht, deren Temperatur über null Grad Celsius liegt, dann schmelzen sie und kommen demzufolge nicht auf der Erde an. Herrschen auf dem Boden Temperaturen oberhalb des Gefrierpunkts, dann bleiben die Schneeflocken nicht liegen und schmelzen ebenfalls sofort. Der Klimawandel sorgt seit einiger Zeit dafür, dass sich das Wetter verändert. Dadurch schneit es auch in Deutschland immer seltener.

Schnee: So stark kann er in Deutschland fallen

Es gibt zwei mögliche Unterscheidungsmerkmale hinsichtlich der Intensität, mit der Schnee fällt. Zum einen ist dies die Sichtweite, die während des Schneefalls herrscht. Verlässlicher ist aber die Menge an Niederschlag, die üblicherweise in Zentimetern pro Stunde angegeben wird. Dieser Wert ist oft auch in Prognosen zum erwartbaren Schneefall angegeben. Die folgende Unterscheidung nutzt der in Offenbach ansässige Deutsche Wetterdienst (DWD):

  • leichter Schneefall: weniger als ein Millimeter pro Stunde
  • mäßiger Schneefall: zwischen einem und fünf Millimetern in einer Stunde
  • starker Schneefall: mehr als fünf Millimeter pro Stunde

Auf Basis seiner Wettervorhersage warnt der DWD bei allzu starkem Schneefall. Weist eine Region in Deutschland etwa über zehn Zentimeter Schneefall in sechs Stunden oder mehr als 15 Zentimeter in zwölf Stunden auf, dann ist von einem Unwetter die Rede.

Schnee: Welche Arten es in Deutschland gibt?

Schnee lässt sich anhand verschiedener Faktoren unterscheiden. Ein häufig verwendetes Kriterium die Feuchtigkeit. Ist der Schnee trocken, dann ist von Pulverschnee die Rede. Wegen der glatten Struktur der Kristalle klebt diese Art von Schnee nicht zusammen – selbst dann nicht, wenn man Druck darauf ausübt. Besonders trockener Schnee wird als Champagner-Powder bezeichnet. Da er zudem sehr weich ist, eignet er sich gut zum Skifahren. In Deutschland tritt Champagner-Powder eher selten auf, häufig kommt er hingegen in den Rocky Mountains vor.

Die Begriffe Feucht- und Nassschnee sind selbsterklärend. Ist der Schnee bereits stark geschmolzen und mit Wasser vermischt, dann handelt es sich um Schneematsch. Je nach Wetter kann es zu Schneeregen kommen, also einer Mischung aus Schnee und Regen. Unterscheidet man die Schneearten nach Alter, dann kommen die Begriffe Neu- und Altschneeins Spiel. Während Neuschnee frisch gefallen ist, handelt es sich bei Altschnee um Schnee, der bereits eine Weile liegt. Befindet sich der Schnee schon mindestens ein Jahr auf dem Boden, dann wird er als Firnschnee bezeichnet.

Schnee: Welche Rolle er für die Umwelt in Deutschland spielt

Liegt auf dem Boden eine dichte Decke aus Schnee, dann sorgt diese für eine besonders gute Reflektion von Licht. Es werden somit deutlich mehr Sonnenstrahlen in die Atmosphäre zurückgegeben als bei Böden, die nicht mit Schnee bedeckt sind. Deshalb kann sich der Boden unter der Schneedecke nicht gut aufwärmen.

Allerdings isoliert Schnee sehr gut und hält gespeicherte Wärme im Boden. Dadurch sind die Pflanzen vor Frost und Wind geschützt. Allzu kaltes Wetter kann ihnen also nichts anhaben. Im Deutschland gibt es lediglich in den Alpen verlässlich eine dichte Schneedecke.

Schnee: Was er für den Menschen und das Wetter bedeutet

Wenn es schneit, ist dies ein untrügliches Zeichen für den Winter. Der Schnee überzieht die Landschaft mit einer weißen Schicht und bringt einige Veränderungen mit sich. Wege und Straßen müssen geräumt werden, Glätte sorgt für Gefahr im Straßenverkehr. Vielen Menschen ermöglicht der Schnee aber auch, Wintersport zu betreiben. Sie fahren Ski, rodeln oder rasen mit einem Motorschlitten durch die Gegend. Kinder bauen Schneemänner oder tragen Schneeballschlachten aus. Einige Regionen in Deutschland locken vor allem dann Touristen an, wenn Schnee liegt.

Schneit es jedoch zu viel, dann kann das Wetter zur Gefahr werden. So können etwa Gebäude und Stromleitungen unter der Last des Schnees zusammenbrechen. Auch können Bäume umstürzen und Menschen oder Autos unter sich begraben. Im Gebirge kann starker Schneefall den Abgang von Lawinen befördern und damit ebenfalls Menschenleben gefährden. Auch kann es dazu kommen, dass ganze Ortschaften von der Außenwelt abgeschnitten werden und die Versorgung der Bewohner aus der Luft sichergestellt werden muss. Das Entfernen von großen Schneemengen übernehmen üblicherweise Schneepflüge oder Schneefräsen.

Schnee: Was passiert mit der Temperatur, wenn er schmilzt?

Die Schneeschmelze setzt ein, wenn die Temperatur der Luft oder des Bodens über den Gefrierpunkt steigt. Das geschieht vor allem bei Sonneneinstrahlung. Dann beginnt der Schnee zu tauen und wird zu Wasser. Es bilden sich Pfützen, und der Erdboden weicht auf. Verändert sich das Wetter und sorgt dafür, dass viel Schnee in kurzer Zeit schmilzt, dann steigen die Pegel der Gewässer an. Ein solches Hochwasser ist normal, und üblicherweise sind die Ortschaften an Flüssen und Seen dafür gerüstet.

Auch in Deutschland kommt es häufig aufgrund der Schneeschmelze zu Frühjahrshochwasser. Beispielsweise stieg Anfang 2018 der Pegel der Mosel auf sieben Meter, was auch die Pegelstände des Rheins ansteigen ließ und den dortigen Schiffsverkehr zeitweise zum Stillstand brachte. Schmilzt jedoch sehr viel Schnee binnen kurzer Zeit, dann kann es vorkommen, dass das Hochwasser gefährlich wird und zu Überschwemmungen führt.

Schnee: Wie viel es in den letzten Jahren geschneit hat?

Dass die Menge an Schnee in den vergangenen Jahren zurückgegangen ist, ist kein Geheimnis. Das Wetter im Winter ist oft viel zu warm und nahezu jedes Jahr werden neue Temperaturrekorde aufgestellt. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts, also mit Beginn der Industrialisierung, ist die durchschnittliche Temperatur in Deutschland um 1,4 Grad Celsius gestiegen.

Am Winter ist der Unterschied sogar noch deutlicher zu erkennen. Daher lässt die Intensität des Schneefalls immer mehr nach. So lag zwischen 2011 und 2018 in Köln an insgesamt nur 13 Tagen Schnee. Im Jahr 1963 allein waren es 63 Tage. Auch auf der Zugspitze lässt der Schneefall nach. Zwischen 2009 und 2018 lag durchschnittlich an 318 Tagen im Jahr Schnee. Dieser Wert ist um 19 Tage geringer als der im Zeitraum von 1961 bis 1990. Durchschnittlich geht die Schneemenge in Europa pro Jahr um etwa zwölf Prozent zurück. (Alexander Kords)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare