Schneeregen in Deutschland

Schneeregen in Deutschland: Das nasskalte Wetter im Winter

Besonders im Winter kann es in Deutschland unter Schneeregen zu Gefahren kommen.
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Schneeregen kann im Verkehr schnell gefährlich werden.

Schneeregen fällt, wenn sich Regentropfen und Schneeflocken gleichzeitig oder im Wechsel auf die Erde bewegen. Er gehört zum Winterwetter in Deutschland.

  • Fallen Schnee und Regen gemeinsam oder in schnellem Wechsel, spricht man von Schneeregen.
  • Aus Nimbostratuswolken fallen sie in gefrorenem Zustand zu Boden und verändern ihren Aggregatzustand auf dem Weg dahin.
  • Schneeregen kann in Deutschland bei kaltem Wetter zur Bildung von Glatteis führen.

Offenbach – Als Schneeregen bezeichnet man eine Kombination aus Regen und Schnee. Welcher der beiden Anteile größer ist, spielt dabei keine Rolle. Bereits bei kaum wahrnehmbaren Mengen Schnee im Regen oder andersherum kann diese Bezeichnung angewendet werden. Im Grunde kann Schneeregen in sämtlichen Regionen auftreten, wo Schneefälle grundsätzlich möglich sind, also auch in Deutschland. Wechseln sich Schnee und Regen in einem kurzen Zeitraum ab, ist ebenfalls die Rede von Schneeregen. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt kann diese Niederschlagsart entstehen.

Bringt das Wetter Temperaturen im Minusbereich mit sich, wird aus dem Schnee- ein Eisregen. Wie jede Niederschlagsart setzt auch Schneeregen eine Wolkenbildung voraus. Nimbostratuswolken sind der Ausgangspunkt für dessen Entstehen. Sie bilden sich, wenn eine Warm- auf eine Kaltfront trifft. Die ankommenden warmen Luftmassen sind leichter, als die bereits anwesenden kalten. Sie steigen also auf. Im Zuge dessen kühlen sie immer weiter ab und der bisher unsichtbare Wasserdampf kondensiert. Nebel wird sichtbar, der sich zu zarten Zirruswolken zusammenballt.

Schneeregen: So verändert sich der Niederschlag auf dem Weg zum Boden

Je mehr warme Luft nach oben steigt und Wasserdampf kondensieren lässt, umso dichter werden die Wolken. Auf diese Weise entstehen Nimbostratuswolken, aus denen früher oder später Niederschlag fällt. Dieser ist auf Wolkenhöhe erst einmal gefroren. Entscheidend ist, inwiefern sich die Temperaturen auf dessen Weg zum Boden verändern. Sorgt das Wetter für Temperaturen mit maximal null Grad Celsius, fällt Schnee. Ist es deutlich wärmer, kommt der Niederschlag als Regen an. Es ist allerdings möglich, dass der Niederschlag erst eine Luftschicht mit Temperaturen um den Gefrierpunkt durchquert und im Anschluss eine, in der es deutlich wärmer ist.

Dann bildet sich erst Schnee, der dann langsam antaut. Auf dem Erdboden kommt dann eine Mischung aus Schnee und Regen an. Im Winter ist Kälte im Tiefland Deutschlands oft nicht so ausgeprägt, dass reiner Schnee auf die Erde fällt. Daher ist Schneeregen in diesen Regionen besonders häufig zu beobachten. Erst im Februar 2020 sorgte Sturmtief Sabine mit Schneeregen und Graupel für eine ganze Reihe von Unfällen auf Autobahnen und Bundesstraßen rund um Rendsburg.

Schneeregen und seine Erscheinungsformen im Wetter

Schneeregen kann mit Graupel verglichen werden. Diese Art des Niederschlags besteht ebenfalls aus kleinen Eiskristallen und Wasser, aber beides verklumpt zu kleinen Kügelchen. Das macht Graupel vergleichbar mit Hagel. Allerdings ist er mit einer Größe von maximal 5mm deutlich kleiner und weist zudem eine geringere Dichte auf. Aus diesem Grund fällt Graupel langsamer.

Graupelfälle treten in Deutschland sowohl im Winter als auch im Frühjahr auf. Dazu kommt es, wenn die Luft und damit auch die Wolken trocken sind. Je mehr Feuchtigkeit sie enthalten, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Niederschlag in Form von Hagel auf die Erde fällt.

Folgende Graupelarten sind im Wetter zu unterscheiden

  • Frostgraupel
  • Reifgraupel
  • Griesel

Frostgraupel weist einen weichen, weiß erscheinenden Kern auf, der von einer transparenten Schicht aus Eis eingehüllt wird. Fällt die Temperatur in den Nimbostratuswolken auf -4 °C, verklumpt das enthaltene Wasser mit Schnee- und Eiskristallen. Häufig geht diese Art des Graupels mit regnerischem Wetter und Gewittern einher.

Schneeregen, Graupel und Griesel im Wetter

Reifgraupel hingegen ist komplett durchsichtig. Er tritt häufig gemeinsam mit Schnee auf. Er entsteht, wenn Schnee in hoch angesiedelten Wolken antaut und anschließend erneut gefriert. Verglichen mit Frostgraupel ist er weich und zerbricht, wenn er auf dem Boden auftrifft. Bei Griesel handelt es sich um sehr kleine Graupel. Er weist eine maximale Größe von einem Millimeter auf. Die Zusammenlagerung mehrerer Schneekristalle entsteht nur in Schichtwolken wie beispielsweise den Stratuswolken.

Deshalb tritt Griesel nie gemeinsam mit Schauern auf. Für dessen Bildung müssen in Deutschland Temperaturen unter null Grad Celsius herrschen. Der Übergang von Schnee in Regen kann sich auch in Form von Eisregen äußern. Dabei gefriert der fallenden Niederschlag auf dem Boden in kürzester Zeit. In der Meteorologie unterscheidet man zwischen drei Fällen. Wenn die fallenden Regentropfen noch auf ihrem Weg so stark abkühlen, dass es zu einer Kristallisation zu einzelnen Schneeflocken kommt, ist beim Wetter von Schneeregen die Rede. Auch er kann dann auf dem Boden zusammenfrieren und eine Eisschicht bilden.

Wenn Schneeregen im Wetter gefriert

Im zweiten Fall spricht man von gefrierendem Regen. Die Wassertropfengefrieren also sofort, sobald sie auf dem unterkühlten Boden aufkommen. Der dritte Fall, der unterkühlte Regen, tritt ein, wenn die Regentropfen zwar bereits eine Temperatur von weniger als null Grad Celsius erreicht haben, deren Kristallisation allerdings noch nicht ausgelöst wurde. Erst der mechanische Impuls des Aufpralls stellt diesen Auslöser dar.

Gefrierender und unterkühlter Regen unterscheiden sich dahingehend vom Schneeregen, dass die Kristallisation in beiden Fällen erst am Boden und noch nicht in der Luft stattfindet. Bringt das Wetter Schneeregen mit sich, birgt der Niederschlag selbst in Deutschland vorerst keine Gefahr. Sie kommt erst zustande, wenn sich auf dem Boden Glatteis daraus entwickelt. Das kann passieren, wenn die Luft in Bodennähe deutlich kühler ist als die der darüber liegenden Luftschichten. Die im Schneeregenenthaltenen Regentropfen kühlen sich, sobald sie in Bodennähe ankommen, plötzlich ab.

Wenn Schneeregen in Deutschland zu Glatteis wird: Das gilt es zu beachten

Die Tropfen aus dem Schneeregen weisen in Bodennähe bereits eine Temperatur leicht unter dem Gefrierpunkt auf, haben ihren flüssigen Aggregatzustand allerdings noch beibehalten. Prallen sie dann auf dem gefrorenen Boden auf, erstarren sie augenblicklich und Glatteis entsteht. Die Gefahr von Glatteisbildung besteht in Deutschland ab Außentemperaturen von vier Grad Celsius. Damit steigt auch die Rutschgefahr auf Straßen und Gehwegen. Für Fußgänger und Radfahrer ist dann vor allem auf nicht geräumten oder auch unebenen Wegen erhöhte Vorsicht geboten.

Für Autofahrer erhöht sich bei diesem Wetter das Risiko, plötzlich ins Schleudern zu kommen. Auch die Reifen können durchdrehen. Zu beachten sind bei dieser Kälte vor allem die längeren Bremswege. Bei Fahrten mit 50 km/h auf trockener Straße ergibt sich ein Bremsweg von etwa 25 Metern. Hinzu kommt ein Reaktionsweg von 15 Metern Es ergibt sich also ein Anhalteweg von 40 Metern. Geschieht das bei Glatteis, kann dieser Wert auf das Dreifache ansteigen. So können aus 40 Metern schon bis zu 120 Metern werden.

Trotz Schneeregen sicher im Straßenverkehr unterwegs

Mithilfe einer Gefahrenbremsung ist es zwar möglich, den Anhalteweg bei Schneeregen und Glatteis deutlich zu reduzieren, allerdings erhöht sich auf gefrorener Fahrbahn dann das Risiko, ins Schleudern zu kommen, deutlich. Es wird empfohlen, die Geschwindigkeit bei Glatteis um etwa siebzig Prozent zu drosseln. In einer der 50er-Zonen Deutschlands entspricht das noch etwa 15 km/h. Zudem ist auf ausreichenden Abstand zu Vorausfahrenden zu achten. Warnungen vor Blitz- oder Glatteis sind den Vorhersagen der regionalen Wetterstationen zu entnehmen.

Fahrzeuge, die mit Bordelektronik und Temperatursensoren ausgestattet sind, geben zudem eine Warnung an den Fahrer. Auch Glättemeldeanlagen auf den Straßen geben entsprechende Prognosen weiter. Sie sind vorrangig in Autobahnen und Schnellstraßen verbaut. Straßen, auf denen es sehr schnell glatt wird, sind mit einer Beschilderung versehen, die zur Vorsicht aufruft. Das befreit den Winterdienst beziehungsweise eventuelle Anlieger allerdings nicht von der Pflicht, die Straße bei diesem Wetter zu räumen und zu streuen. Der Winterdienst ist bei entsprechenden Wetterverhältnissen in der Regel werktags von 7 bis 20 Uhr aktiv. (Sophie Neumärker)

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