Wenn es plötzlich kälter wird

Temperatursturz: Die Gründe und die Folgen des Wetterphänomens

Ein Temperatursturz ist der rapide Abfall der Temperatur binnen weniger Tage.
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Wenn das Wetter in Deutschland einen Temperatursturz verzeichnet, leiden viele Menschen darunter.

Wenn die Temperatur innerhalb kurzer Zeit stark fällt, ist von einem Temperatursturz die Rede. Wetterfühlige Menschen leiden dann unter diversen Problemen.

  • Bei einem Temperatursturz fällt die Temperatur innerhalb weniger Tage um zehn Grad Celsius oder mehr.
  • Zu diesem Wetterphänomen kommt es in Deutschland vor allem im Frühling und im Spätsommer.
  • Bei manchen Menschen wirkt es sich auf die Gesundheit aus, wenn die Temperatur rasch fällt.

Offenbach – Der Klimawandel sorgt dafür, dass sich das Wetter immer mehr verändert. So werden die Sommer in Deutschland immer heißer und die Winter immer milder. Dazu kommen teilweiseextreme Wetterphänomene wie starker Regen oder Stürme. Auch kurzfristige Schwankungen der Temperatur sind ein Zeichen für die Veränderung des Wetters. Wenn es binnen kurzer Zeit deutlich kälter wird, dann liegt ein Temperatursturz vor. Von einem Temperatursturz spricht man, wenn die Temperatur innerhalb von kurzer Zeit erheblich abfällt. 

Meteorologen verwenden als Richtwert für dieses Phänomen einen Abfall der Temperatur um zehn oder mehr Grad Celsius binnen eines oder weniger Tage. Üblicherweise wird nicht nur die gemessene Temperatur betrachtet, sondern auch die gefühlte Temperatur. Diese berücksichtigt das gesamte Wetter, also auch die Wärme, die die Sonne spendet, sowie die Luftfeuchtigkeit. Denn wenn im Schatten eine Temperatur von 24 Grad Celsius gemessen wird, dann kann es durchaus sein, dass bei Sonneneinstrahlung 35 Grad Celsius herrschen. Somit kann ein Temperatursturz auch dann vorliegen, wenn das Thermometer keine allzu extreme Schwankung anzeigt.

Temperatursturz: Wie er im Wetter entsteht

Zu einem Temperatursturz kommt es in Deutschland vor allem im Frühling und im Spätsommer. Nach dem Winter wird das Wetter wieder wärmer und das Temperaturen steigen in ganz Mitteleuropa. Dies liegt zum einen an der intensiveren Sonneneinstrahlung zum anderen aber auch an der warmen Luft, die aus Nordafrika und Südeuropa nach Deutschland gelangt. Allerdings kann es passieren, dass kalte Luft aus dem Norden Europas nach Süden getragen wird. 

Das hängt im Wesentlichen davon ab, wo sich markante Tiefdruckgebiete befinden, die kältere Luft ansaugen. Treffen warme und kalte Strömungen infolgedessen über Deutschland aufeinander, dann sinkt die Temperatur recht rapide. Meist geht dies mit heftigem Wind oder Sturmböen einher. Im Spätsommer wird ein Temperatursturz ebenfalls von kalter Luft aus dem Norden ausgelöst, der als Vorbote der bevorstehenden kühleren Hälfte des Jahres fungiert. Oft markiert ein Wettersturz den Beginn einer Kältewelle.

Temperatursturz: Wann er in Deutschland auftreten kann

Laut einer alten Bauernregel kann es in Deutschland während der Eisheiligen zu einem Temperatursturz kommen. Die Eisheiligen sind fünf einstige Bischöfe und Märtyrer, deren vom 11. bis zum 15. Mai jedes Jahres gedacht wird. Zum Beispiel im Jahr 2020 sanken die Temperaturen innerhalb von 24 Stunden an vielen Messstationen um bis zu 20 Grad Celsius. Für Bauern war die Erkenntnis dieses regelmäßigen Kälteeinbruchs besonders wichtig. Indem sie erst nach den Eisheiligen ihr Saatgut ausstreuten, verhinderten sie, dass es vom Bodenfrost vernichtet wurde.

Die sogenannte Schafskälte tritt jährlich in der Zeit vom 4. bis zum 20. Juni auf und erhielt ihren Namen, weil bei Eintritt dieses Temperatursturzes die üblicherweise frisch geschorenen Schafe auf den Weiden besonders unter der Kälte leiden. Neben diesen regelmäßig auftretenden Temperaturstürzen gibt es weitere, die abhängig vom aktuellen Wetter entstehen. So warnte der Deutsche Wetterdienst Ende September 2020 vor einem Temperatursturz in den Alpen, der für ganz Bayern Schnee und für das Berchtesgadener Land sogar bis zu 20 Zentimeter Neuschnee bringen würde.

Temperatursturz: Wie er sich auf den menschlichen Körper auswirkt

Wenn sich das Wetter in Deutschland innerhalb von kurzer Zeit ändert und die Temperatur abfällt, dann macht sich dies bei manchen Menschen auch körperlich bemerkbar. Tatsächlich kann sich ein Temperatursturz auf die Gesundheit auswirken. Häufige Symptome bei einemabrupten Wetterwechsel sind:

  • Kopfschmerzen
  • Probleme mit Herz und Kreislauf
  • Erkrankungen der Atemwege
  • Schmerzen in den Gelenken

Allerdings ist nicht das Wetter allein schuld an derartigen Beschwerden. Vielmehr liegt bei Betroffenen stets eine bestimmte körperliche Disposition vor. Menschen mit Arthrose spüren ihre Erkrankung stärker, wenn es zu einem Temperatursturz kommt, und Personen, die zu Migräne neigen, sind besonders vor oder während eines Wetterwechsels davon betroffen. Ein rasches Absinken der Temperaturen kann aber auch Menschen zu schaffen machen, die sich ansonsten bester Gesundheit erfreuen. Sie verspüren dann eine innere Unruhe, haben Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren, oder sind gereizt. Es gibt allerdings einige Maßnahmen, die dagegen helfen können.

Temperatursturz: Wie man seine Gesundheit davor schützen kann

In Deutschland kommt es häufig im Frühling zu einem Temperatursturz. Es kann aber auch im Sommer passieren, dass die Temperatur plötzlich fällt. Wem diese Entwicklung des Wetters Probleme bereitet, der kann auf verschiedene Weisen entgegenwirken. Hilfreich ist es zum Beispiel, jeden Tag Möhren oder Möhrensaft zu sich zu nehmen. Das Gemüse baut Säure im Körper ab, die für Belastungen sorgt. Auch der mehrmals tägliche Genuss von Tee mit einem Löffel Klosterfrau Melissengeist hilft gegen Unwohlsein bei einem Temperatursturz. Wie verschiedene Wissenschaftler festgestellt haben, lindern die Inhaltsstoffe des Arzneimittels die Beschwerden bei neun von zehn wetterfühligen Menschen.

Ein wirksames Mittel ist auch Sandelholzöl, das man in eine Schale mit Wasser gibt und an einem zentralen Ort aufstellt. 20 Tropfen genügen, um die Wirkung des Öls zu erhalten. Ein einfacher Handgriff kann ebenfalls helfen, Konzentrationsschwäche und Unruhe durch einen Temperatursturz zu bekämpfen. Man greife sich einfach mit der rechten Hand in den Nacken und ziehe, und schon sollte sich eine gewisse Entspannung einstellen.

Temperatursturz: Eine Gefahr für Herzpatienten

Bekanntlich ist das Herz der Motor des menschlichen Körpers. Wenn es zu äußeren Umständen kommt, die dem Herz Probleme bereiten, dann kann dies weitgehende Folgen für die Gesundheit haben. Wenn das Wetter verrückt spielt und es ein spürbarer Temperatursturz eintritt, dann bringt dies vor allem für Menschen mit geschwächtem Herz ein gewisses Risiko mit sich. Eine Langzeitstudie der Universität Laval im kanadischen Quebec hat dies deutlich gezeigt. Die Wissenschaftler haben Daten wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und atmosphärischen Druck in Bezug zu den gesundheitlichen Befunden von mehr als 110.000 Personen gesetzt, die über 65 Jahre alt waren und an Herzinsuffizienz litten.

In den knapp zwei Jahren, die die Studie abdeckte, wurden über 18.000 Patienten ins Krankenhaus eingeliefert, mehr als 4.000 verstarben. Es zeigte sich, dass das Risiko für eine Verschlimmerung der Symptome oder einen tödlichen Verlauf bei einem Temperatursturz dramatisch steigt. Fiel die Temperatur innerhalb einer Woche etwa um zehn Grad Celsius, dann wurden sieben Prozent mehr Patienten ins Krankenhaus eingeliefert oder starben. Dieser Wert gilt höchstwahrscheinlich auch für Patienten in Deutschland.

Temperatursturz: Warum er das Herz vor Herausforderungen stellt

Das Herz hat die Aufgabe, den Körper mit Blut zu versorgen. Mit zunehmendem Alter lässt die Kraft des Organs nach, und es fällt ihm zunehmend schwer, die notwendige Leistung vollständig zu erbringen. Wenn das Wetter plötzlich umschwenkt und es zu einem Temperatursturz kommt, dann ziehen sich die Blutgefäße im Körper zusammen. Dies führt dazu, dass der Blutdruck steigt. Bei jüngeren Menschen ist das Herz weiterhin in der Lage, genug Blut in alle Regionen des Körpers zu pumpen.

Bei älteren Personen bereitet dies aber Probleme, da das Herz möglicherweise mit dem größeren Widerstand in den Adern überfordert ist. Daher sollten Menschen mit schwachem Herz ihren Blutdruck kontrollieren lassen, wenn die Außentemperatur ungewöhnlich schnell fällt. Dies gilt ebenso für den Einbruch von winterlicher Kälte in Deutschland oder einem anderen Land in einer gemäßigten Klimazone. Eventuell ist es nötig, in dieser Zeit die Dosis der Medikamente zu erhöhen, die ein Patient für die Gesundheit des Herzens einnimmt.

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