Klimaphänomen

Wetter 2021: Klimaphänomen La Niña bringt gefährliche Wetterextreme

Die Prognose vieler Meteorologen bewahrheitet sich: Das Wetterphänomen La Niña ist zurück. La Niña soll bis 2021 anhalten und bringt gefährliche Wetterextreme mit.

  • Die Experten der WMO verkünden: Das gefürchtete Klimaphänomen La Niña ist zurück.
  • Das Wetter 2021 wird von teils gefährlichen Wetterextremen bestimmt.
  • Besonders betroffen ist die Karibik mit Überschwemmungen, Sturzfluten und Hurrikans.

Offenbach ‒ Das Jahr 2020 neigt sich dem Ende zu und beim Blick auf das Wetter in Deutschland kommt langsam die Frage auf: Wie wird das Wetter im kommenden Jahr 2021? Die Meteorologische Weltorganisation „WMO“ in Genf hat Ende Oktober verkündet, dass das Wetterphänomen La Niña wieder da ist. Das Klimaphänomen entsteht im Pazifik und wird beispielsweise dafür verantwortlich gemacht, wenn Deutschland und Europa einen wirklich kalten Winter mit viel Schnee erleben. Doch weltweit kann La Niña auch viel verheerendere Folgen haben. Viele Regionen der Erde sind durch das Phänomen von Veränderungen bei Temperatur, Niederschlag und Stürmen betroffen, teilte die WMO in Genf mit.

La-Niña ist zurück: Wie das Klimaphänomen das Wetter 2021 beeinflusst

Das letzte starke La-Niña-Phänomen ist im Winter 2015/16 aufgetreten und war hauptsächlich in Asien und Südamerika spürbar. Die Auswirkungen können über den Globus verteilt jeweils sehr unterschiedlich ausfallen. Das letzte Mal, dass das Wetter in Deutschland und Europa von La Niña merklich beeinflusst wurde, war 2010/11. Bis heute war das der letzte Winter, in dem sich fast ganz Deutschland über weiße Weihnachten freute. In Pakistan und dem australischen Queensland trug das Klimaphänomen damals zu verheerenden Überschwemmungen bei.

Das Satellitenbild eines Tropensturms werden wir im Jahr 2021 wohl häufiger sehen: Die Weltwetterorganisation WMO warnt davor, dass das Phänomen „La Niña“ für einige Monate voller Extreme sorgt. 

Jetzt glauben die Experten der Weltorganisation für Meteorologie (WMO), dass La Niña in den nächsten Monaten mäßig bis stark ausfallen wird. Entwickelt es sich eher zu einem starken Verlauf, könnte es auch im nächsten Jahr 2021 weltweit ähnliche Wetterextreme wie vor zehn Jahren auslösen. An vielen Stellen wird berichtet, dass La Niña 2020/21 sogar einen Jahrhundertwinter in Deutschland verursachen könnte.

Kühlende Wirkung von La Niña: Wetter 2021 verändert sich durch den Klimawandel

Experten prognostizieren für diesen Winter in Deutschland dennoch eher einen Wärmerekord: „Normalerweise hat La Niña eine kühlende Wirkung auf die globalen Temperaturen, aber die wird mehr als ausgeglichen durch die aufgrund der Treibhausgase in der Atmosphäre gefangene Wärme“, sagte WMO-Generalsekretär Petteri Taalas. Eine Folge davon sei, dass die Winter, in denen La Niña das Wetter bestimmt, mittlerweile wärmer sind als früher die Jahre mit einem starken El Niño. Dennoch wird das Klimaphänomen im Jahr 2021 für gefährliche Wetterextreme sorgen.

El Niño und seine „stürmische Schwester“ La Niña

El Niño - spanisch „das Christkind“ - ist das Gegenstück zu La Niña. Meteorologen beschreiben das Phänomen durch einen Stillstand oder gar die Umkehr der normalen Meeresströmungen im südlichen Pazifik. Tritt es auf, wird es im Gegensatz zum La-Niña-Jahr im östlichen südpazifischen Raum um die Weihnachtszeit herum überdurchschnittlich warm.

Warnung vor La-Niña: Dürren, Überschwemmungen, tropische Wirbelstürme drohen beim Wetter 2021

Die WMO erklärt, dass ihre frühzeitige Mitteilung die Regierungen und Hilfsorganisationen weltweit warnen soll, dass sie sich im Hinblick auf Landwirtschaft, Gesundheitsvorsorge und Katastrophenhilfe im Jahr 2021 auf die drohenden Wetterextreme einstellen. Die Zusammenarbeit mit humanitären Organisationen werde verstärkt, um die Folgen von La Niña möglichst gering zu halten. Insbesondere da die Menschen und Länder durch die Corona-Pandemie 2020 ohnehin massiv geschwächt sind. Zusammen mit der Welternährungsorganisation FAO und weiteren großen Hilfsorganisationen hat die WMO dazu eine Expertengruppe gegründet, die Daten sammeln und besonders gefährdete Staaten beraten wird.

Die jüngsten Prognosen zum Einfluss von La Niña auf das Wetter 2021 zeigen laut WMO, dass in Zentralasien in den nächsten Monaten kaum Regen fallen wird. Südasien und die nördlichen Teile Südamerikas bekämen dagegen wohl deutlich mehr Regen ab als üblich.

Wetter 2021: La Niña bestimmt den Winter - Afrika ist besonders betroffen

Ähnlich sieht es in Afrika aus. In Ostafrika fallen die Niederschläge demnach deutlich geringer aus. Das führt zu Schwierigkeiten bei der Bewirtschaftung der Felder. In Kombination mit den Folgen einer erst kürzlich überstandenen Heuschreckenplage bedroht dieses Wetter 2021 die Lebensmittelversorgung in der Region.

Im südlichen Afrika kann La Niña dagegen zu vermehrten Niederschlägen beim Wetter 2021 führen, so die WMO. Außerdem gehen die Experten der WMO auch davon aus, dass La Niña die tropische Zyklon-Saison im Südwesten des Indischen Ozeans beeinflussen wird. Wie die Saison der tropischen Wirbelstürme genau aussehen wird, kann derzeit aber noch nicht vorhergesagt werden. WMO-Experten werden im Laufe des Novembers noch zusammenkommen, um eine gründliche Analyse der kommenden Saison durchzuführen.

Wetter 2021: La Niña kann schon im Winter verschiedene Naturkatastrophen auslösen

Für Nordamerika macht die WMO beim Wetter 2021 auch gegensätzliche Regen-Prognosen. Der Norden bekommt viel Niederschlag ab, der sowieso schon von Dürre geplagte Süden wird noch trockener. Dadurch steigt dort zusätzlich die Waldbrandgefahr. Gefährliche Wetterextreme durch La Niña drohen auch der Karibik: Laut dem regionalen Vorhersagezentrum der WMO (CariCOF) stehen den Inseln vom zentralamerikanischen Belize bis zur Küstenregion Guyanas schon bis Ende Dezember 2020 Katastrophen bevor. Die Inseln müssen mit unterschiedlichsten Naturkatastrophen rechnen:

  • Überschwemmungen
  • Sturzfluten
  • Felsstürze
  • Landrutsche
  • Bodenerosion

In der Karibik können die Ereignisse von La Niña außerdem zu einer Steigerung der Intensität der Hurrikan-Saison beitragen. Die Saison 2019/20 war bereits eine der bisher aktivsten seit Aufzeichnungsbeginn. Verstärkt sich die Intensität der Hurrikans durch La Niña nun noch einmal, dürfte sich das durch die Sturmtiefs, die aus den Hurrikanen hervorgehen, auch auf das Wetter 2021 in Deutschland auswirken. Die Experten gehen davon aus, dass La Niña das Wetter in der Welt für den Rest des Jahres 2020 und im ersten Quartal 2021 massiv beeinflussen wird. (iwe)

Rubriklistenbild: © NOAA/dpa

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