Vorhersage

Extreme Dürre in Deutschland: Bestimmte Regionen leiden darunter besonders

Beim Wetter steht Deutschland 2020 vor einem schwierigen Jahr. Eine aktuelle Dürre-Karte zeichnet für einige Regionen ein erschreckendes Bild.

  • Ein Wetter*-Experte rechnet mit Dürre* für den Sommer* 2020.
  • Das wäre das dritte Dürrejahr in Folge für Deutschland.
  • Manche Regionen sind von der Trockenheit besonders stark betroffen.

Update vom Montag, 13.07.2020: Droht Deutschland beim Wetter ein weiterer Dürre-Sommer? Das hängt ganz von der Region ab. Wie am aktuellen Dürremonitor für den Gesamtboden des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) abzulesen ist, ist die Dürre in Deutschland stellenweise extrem bis außergewöhnlich. Dunkelrot sind vor allem Flächen in Ostdeutschland eingezeichnet. Weiße Flächen, also keine Dürre, sind an der Küste und in bestimmten Regionen Bayerns zu finden.

„Besonders in Ostdeutschland ist die Trockenheit tief im Boden verankert, aber auch im Westen ist es teilweise zu trocken“, sagt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterdienst Q.met gegenüber dem Wetterportal wetter.net zum Thema Dürre. Jung zufolge fiel an einigen Wetterstationen im Juli bisher kaum Regen. So fielen in Rheinland-Pfalz bisher im Juli beispielsweise in Haßloch nur 0,2 Liter Regen und in Bad Kreuznach nur 0,4 Liter Regen pro Quadratmeter. Dagegen habe es in Steingaden in Südbayern schon 133 Liter Regen pro Quadratmeter gegeben.

Das zeigt: Regen fiel im Juli in Deutschland besonders im Norden und im Süden direkt an den Alpen. „Zwischendrin kam nur sehr wenig vom Himmel. Da kann man gut noch etwas gebrauchen. Vielleicht kommt Mittwoch oder Donnerstag noch etwas Nass vom Himmel. Doch die großen Mengen werden auch da nicht erwartet“, sagt Jung über das Wetter.

Der Dürremonitor des Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung vom 11.07.2020 zeigt in bestimmten Regionen Deutschlands eine extreme bis außergewöhnliche Dürre an.

Deutschland droht Dürrejahr trotz Regen – Experte mit heftiger Prognose

Erstmeldung vom Freitag, 17.04.2020: Offenbach - 2020 droht für Deutschland das dritte Dürrejahr in Folge. Die andauernde Trockenheit könnte vor allem in der Landwirtschaft zum Problem werden. Anlass für diese tragische Prognose ist laut Wetter-Experte Dominik Jung das überaus schöne Frühjahr 2020. Denn während das Wetter im Frühling in Deutschland zwar reichlich sonnig war, hat es wenig bis gar nicht geregnet. Um eine Dürre im Sommer zu verhindern, braucht es laut Jung, einen ausreichenden Niederschlag im Frühling.

Wetter in Deutschland bleibt trocken und heiß: 2020 könnte drittes Dürrejahr in Folge werden

Die warmen Temperaturen und das sonnige Wetter in Deutschland haben die Lage zwar nicht verbessert - aber zumindest auch nicht verschlechtert, so Jung. Ausschlaggebend sei allein die Trockenheit. Der Meteorologe vergleicht die Situation mit den Tropen: Wenn es bei 30 Grad immer wieder regnet, muss es noch lange keine Dürre geben.“

Wetter: Zu wenig Regen in Deutschland -Experte rechnet mit Dürre im Sommer 2020

Der nötige Regen*, um eine Dürre für den Sommer 2020 zu verhindern, blieb aber bisher aus. Ein paar kleinere Schauer reichten nicht, um die Wasserspeicher in den Böden aufzufüllen. Der Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigt derzeit Dürre bis in tiefe Bodenschichten an, selbst in 1,8 Metern Tiefe sind die Wasserspeicher verbraucht. Denn schon in den vergangenen drei Jahren blieb das Wetter in Deutschland viel zu trocken.

Darüber hinaus scheint sich das trockene Wetter und die drohende Dürre nicht nur in der Tiefe, sondern auch in der Fläche auszubreiten. Denn obwohl es im Westen Deutschlands im Februar besonders viel geregnet hatte, gehen diese Vorräte nun langsam zur Neige, so die Einschätzung des Wetterexperten. Neben Ost- und Süddeutschland wird die Dürre also auch westliche Bundesländer treffen. 

Wetter: Dürre im Sommer 2020: Große Sorge in der Land- und Forstwirtschaft

Vor allem in der Landwirtschaft beobachtet man die drohende Dürre daher mit Sorge. Denn das Wetter im Frühling*, so Jung, sei die kritische Wachstumsphase für viele Gemüsesorten, die in Deutschland angebaut werden. Neben den Äckern der Landwirtschaft warte die gesamte Natur derzeit auf einen erlösenden Regen“. Denn auch für Wälder steigt das Risiko in Zeiten von Dürre: Ohne genügend Wasser können die Bäume nur wenig Laub bilden, was den Waldboden vor dem Austrocknen bewahrt. Geschieht das nicht, steigt automatisch das Risiko für Waldbrände. Laut dem Portal Wetter.net sind die meisten Bäume in Deutschland ohnehin schon von der Dürre der letzten Jahre geschwächt. Damit sind sie nicht nur anfälliger für Waldbrände, sondern auch für Schädlinge. 

Die drohende Dürre bedeutet jedoch nicht, dass es in Deutschland hochsommerliche Temperaturen gibt. Im Gegenteil: trotz der Hundstage fällt der Sommer dieses Jahr eher mild aus.

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Rubriklistenbild: © Roland Weihrauch/dpa

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