Wetter

Das Wetter entsteht hoch oben in der Troposphäre

Das Wetter ist vermutlich das Smalltalk-Thema Nummer eins.  Hinter dem Begriff verbirgt sich ein sehr komplexes Thema - das bis in große Höhe reicht.

  • Das Wetter ist das Smalltalk-Thema Nummer eins - doch was verbirgt sich hinter dem Begriff?
  • Wetter entsteht in der untersten Schicht der Erdatmosphäre, der Troposphäre (auch Wetterschicht genannt)
  • Wetterdienste wie der DWD nutzen verschiedene Wettermodelle für ihre Wettervorhersagen

Offenbach - Jeder redet gerne übers Wetter – besonders, wenn es zu extremen Wetterereignissen wie GewitternUnwettern oder einem Orkan kommt. Doch was verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff Wetter? Es handelt sich dabei um den Zustand der Atmosphäre zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort – ganz im Gegensatz zum Klima, bei dem es sich um einen langfristigen Durchschnitt der typischen Prozesse in der Atmosphäre, bezogen auf eine Region (oder Klimazone), handelt. 

Wetter kann unter anderem in Form von Sonnenschein, Regen, Wolken oder Wind in Erscheinung treten. Physikalisch wird es durch Zustandsgrößen wie Temperatur oder Druck beschrieben. Insgesamt gesehen wird das Wetter gerne als ein „System“ erklärt, das von mehreren Elementen geprägt wird - zwischen denen es teilweise Zusammenhänge gibt:

  • Niederschlag
  • Temperatur
  • Wind
  • Luftdruck
  • Bewölkung

Begriffe rund ums Wetter: Wetterlage, Wetterumschwung, Witterung

Rund um das Wetter gibt es einige Begriffe, die verwendet werden. Die Begriffe im Vergleich:

  • Die Wetterlage beschreibt den Zustand der Atmosphäre in einer größeren Region zu einem bestimmten Zeitpunkt. Die Wetterlage kann sich von Tag zu Tag verändern.
  • Der Begriff Wetterumschwung steht für eine schnelle Änderung der Wetterlage.
  • Der Begriff Witterung beschreibt den durchschnittlichen Charakter des Wetters an einem Ort über eine längere Zeit (mehrere Tage oder Wochen). Dabei geht es vor allem auch um Fühlbares wie die Temperatur, den Niederschlag oder den Wind.
  • Das Klima ist der typische langfristige Ablauf der Witterung in einer Region oder Klimazone. Aus langfristigen Wetterstatistiken werden Kurven für Niederschläge und Temperaturen generiert, die das Klima beschreiben.
  • Der Klimawandel ist die langfristige Veränderung des Klimas in größeren Regionen oder Klimazonen - beispielsweise durch die globale Erwärmung.

Wo und wie entsteht das Wetter?

Das Wetter entsteht hauptsächlich in der Troposphäre, der untersten Schicht der Erdatmosphäre. Die Troposphäre wird auch Wetterschicht genannt, in ihr sind 90 Prozent der Luft und fast der gesamte Wasserdampf der Erdatmosphäre enthalten.

Besonders wichtig für die Entstehung des Wetters sind die Sonneneinstrahlung auf die Erde und die Abstrahlung zu den Wolken und in den Weltraum. Für den Wetterverlauf sind die Strömungen in der Atmosphäre wichtig. Diese Strömungen hängen unter anderem von den globalen Windsystemen, vom Gelände (Berge, Wüsten, Meere), aber auch von lokalen Einflüssen ab.

Wetterdienste nutzen verschiedene Wettermodelle

Keine Nachrichtensendung und keine Zeitung kommt ohne eine Wettervorhersage aus. Dabei handelt es sich im Prinzip um mathematisch errechnete Trendberechnungen. Die unterschiedlichen Wetterdienste nutzen dafür verschiedene Wettermodelle. Weil diese Modelle unterschiedliche Methoden verwenden, können die Wettervorhersagen deutlich voneinander abweichen.

Die Daten des Global Forecast System (GFS) der US-Behörde NOAA sind frei verfügbar und werden deshalb auch von vielen kleineren Wetterdiensten genutzt. Es gibt Prognosen für alle drei Stunden der nächsten 3,5 Tage und eine langfristige Wettervorhersage für die kommenden 16 Tage, die allerdings geringer aufgelöst ist. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach nutzt das Icosahedral Non-Hydrostatic Global Circulation Model (ICON).

Wettervorhersage: Je näher der Prognosezeitraum, desto genauer die Vorhersage

Betreffen Wettervorhersagen die unmittelbare Zukunft, sind sie meist relativ genau. Inzwischen ist die Wettervorhersage für die kommende Woche ungefähr so zuverlässig, wie sie es vor dreißig Jahren für den nächsten Tag war. Die 24-Stunden-Wettervorhersage erreicht mittlerweile eine Treffergenauigkeit von gut 90 Prozent. Diese Treffsicherheit nimmt bei Prognosen für die kommenden drei Tage bereits merklich ab und beträgt nur noch etwas mehr als 75 Prozent. Jeder Tag mehr lässt die Genauigkeit sinken.

Wettersatelliten: Die Erde immer im Blick

Um Daten für die Wettervorhersagen zu sammeln, umkreisen zahlreiche Wettersatelliten die Erde. Es handelt sich dabei um Erdbeobachtungssatelliten, die die chemischen und physikalischen Vorgänge in der Erdatmosphäre beobachten. Es gibt zwei Typen von Wettersatelliten:

Geostationäre Wettersatelliten fliegen in einer Höhe von 35.800 Kilometern über dem Äquator. Sie scheinen fest über einem Punkt der Erde zu stehen und ermöglichen eine hohe zeitliche Auflösung: Alle fünf bis 30 Minuten entsteht ein neues Bild, was dabei hilft, die Entwicklung von Wettersystemen zu beurteilen. Die Satellitenfilme, die man gelegentlich sieht, stammen von solchen geostationären Satelliten. Ein geostationärer Satellit kann etwa zwei Fünftel der Erdoberfläche sehen. Im Einsatz sind derzeit unter anderem geostationäre Meteosat-Satelliten von Eumetsat und GOES-Satelliten der US-Wetterbehörde NOAA.

Polarumlaufende Wettersatelliten fliegen auf einer polaren Bahn in einer Höhe von etwa 800 Kilometern um die Erde. Sie brauchen etwa 100 Minuten für einen Umlauf um die Erde und können die Erdoberfläche in 12 Stunden ein Mal komplett abtasten. Im Einsatz sind unter anderem MetOp-Satelliten von Eumetsat, Satelliten der NOAA und russische Meteor-Satelliten. Gemeinsam mit den geostationären Satelliten helfen die polarumlaufenden Wettersatelliten dabei, die Erde lückenlos zu beobachten.

Von Tanja Banner

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa / Frank Rumpenhorst

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