Hochdruckgebiete und Namen

Die Wetter-Hochdruckgebiete entstehen durch hohe Luftmassen am Boden

Hochdruckgebiete: Wie sie entstehen und woher sie ihre Namen bekommen.
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Entstehung von Hochdruckgebieten im Wetter.

Wenn das Wetter ein Hoch verzeichnet, ist der horizontale Luftdruck in Bodennähe höher als in der Umgebung und es wird von einem Hochdruckgebiet gesprochen.

  • Ein Hochdruckgebiet entsteht durch das großflächige Absinken von Luftmassen innerhalb der Atmosphäre der Erde, die den Luftdruck in diesem Gebiet erhöhen und die Wolken zerstören.
  • Die Namen für die Hochdruckgebiete des Wetters in Deutschland und ganz Europa vergibt schon seit 1954 das Meteorologische Institut, das zur Freien Universität Berlin gehört.
  • Das Azorenhoch ist ein bekanntes Hochdruckgebiet im Atlantischen Ozean, das das Wetter in Deutschland und dem übrigen Europa besonders stark beeinflusst.

Offenbach – Sobald im Zusammenhang mit dem Wetter von einem Hochdruckgebiet die Rede ist, sind die Luftmassen in Bodennähe sehr dicht. Sobald die Luftmassen zum Boden sinken, erhöht sich in diesem Bereich der Luftdruck. Deshalb prophezeit der Wetterbericht dann oft ein Hoch. Da sich der Druck innerhalb der Atmosphäre durch die ständigen Luftbewegungen und sich ändernden Temperaturen immer wieder ändert, wechseln sich Hochdruckgebiete mit Tiefdruckgebieten immer wieder ab. Sogar die Erdrotation hat daran einen Anteil.

Meist bleibt jedoch ein Hochdruckgebiet über mehrere Tage erhalten, bis Niederschläge oder gar Gewitter die Luftmassen und damit den Luftdruck wieder in Bewegung bringen. Die Atmosphäre der Erde ist etwa 1000 Kilometer stark und durch diese Hülle gelangen die Sonnenstrahlen zur Erde. Sobald sich die Luftmassen zur Erde hin bewegen und dort der Luftdruck steigt, werden die Wolken aufgelöst und die Wärme bewegt sich mit den Luftmassen, ohne dass zunächst eine Kondensation und somit eine neue Wolkenbildung stattfinden. Der Himmel ist blau und die Sonne scheint, ohne dass Wolken ihre Strahlen aufhalten.

Wetter: Wie bekommen Hochdruckgebiete ihre Namen?

Hochdruckgebiete, die das Wetter in Deutschland und im übrigen Europa durch absinkende Luftmassen beeinflussen, erhalten immer neue Namen. Entsteht ein neues Hoch, so wird in ungeraden Jahren ein männlicher Vorname vergeben, in geraden Jahren sind die weiblichen Vornamen gefragt. Schon seit 1954 vergibt das Meteorologische Institut an der Freien Universität Berlin (FU) die Namen für Hoch- und Tiefdruckgebiete, die das Wetter in Europa beeinflussen. Die Idee zur Namensvergabe stammte von der damaligen Studentin Karla Wege (90), die später das Wetter beim ZDF erklärte. Die Vergabe der Namen folgt den Buchstaben des Alphabets. 

Sind alle Buchstaben schon einmal verwendet worden, beginnt die Vergabe erneut bei A. Zerfällt ein Hochdruckgebiet in mehrere Ableger, so werden dafür zusätzlich römische Nummerierungen nach dem Namen benutzt. Dabei benennt die Freie Universität Berlin ausschließlich die Hochs und Tiefs, die auch in Deutschland das Wetter beeinflussen. Betreffen sie nur Südosteuropa oder nur den Mittelmeerraum, so bleiben diese Wettersysteme in der deutschen Namensvergabe unberücksichtigt. Die von der FU Berlin vergebenen Namen nutzen inoffiziell auch einige Nachbarländer wie Österreich, Polen und Tschechien.

Wetter: Wie entstehen Hochdruckgebiete?

Beim Wetter wird zwischen Hochdruckgebieten und Tiefdruckgebieten unterschieden. Die Luftmassen sinken bei einem Hoch nach unten und erhöhen so den Luftdruck. Bei einem Tief steigen sie nach oben und verringern den Druck. Die Entstehung von Hochdruckgebieten hat unterschiedliche Ursachen. Daher unterscheiden die Meteorologen zwischen einem Kältehoch und einem Höhenhoch. Das Kältehoch entsteht beispielsweisedurch Temperaturänderungen. Da kältere Luft eine höhere Dichte aufweist als wärmere Luft, steigt diese nach unten und erhöht den Druck in dem Tempo, in dem die Temperatur sinkt.

Ein Kältehoch entsteht häufig im Zusammenhang mit einem zusammenbrechenden Höhentief. In Sibirien und Kanada tritt dieser Effekt besonders häufig auf, da die Landmassen dort besonders kalt sind. Das Höhenhochdruckgebiet entsteht in großen Höhen und ist häufig mit einem gleichzeitigen Bodentief verbunden. Die Luftmassen haben in der Höhe dabei einen höheren Druck und eine höhere Dichte als die Luft in Bodennähe. Bekannt als regelmäßig auftretendes Höhenhoch ist das Azorenhoch. Es kommt auch vor, dass über einem Kältehoch ebenfalls ein Höhenhoch liegt und sich dadurch ein besonders extremes Hochdruckgebiet bildet.

Wetter: Welche Auswirkungen haben Hochdruckgebiete und sind sie immer warm?

Die Hochdruckgebiete sind meist mit absinkenden Luftbewegungen verbunden, die das Wetter beeinflussen und so ein Hoch erzeugen. Die Luftmassen mit einer hohen Dichte sorgen für einen relativ hohen Luftdruck. Dabei schieben sich kältere Luftschichten über die wärmere Luft und erzeugen nach unten zusätzlichen Druck. Dieser wiederum bedingt, dass sich die Luft erwärmt und nach außen herausströmt. Von oben drückt neue Luft nach und ersetzt die entwichenen Luftmasse. Durch diese Konvergenz der Luftmassen lösen sich die Wolken auf, die Luft wird trockener und die Sonnenstrahlen haben einen freien Weg zur Erde.

Das Wetter ist daher im Sommer in Hochdruckgebieten in aller Regel sehr warm und angenehm. Ab Herbst dagegen führen diese Bewegungen zur Bildung von Nebel oder Hochnebel. Auch Schadstoffe können in einem Hochdruckgebiet leichter nach unten gelangen. Der Vorgang des Luftaustausches funktioniert dabei antizyklonal, also auf der Nordhalbkugel rechtsherum und auf der Südhalbkugel linksherum. Im Winter ist es von der Gesamtwetterlage abhängig, ob das Wetter schön wird oder nicht. Wind aus Osten ist meist trocken und kann somit auch im Winter Sonnenschein bringen.

Wetter: Bekannte Hochdruckgebiete

Auf das Wetter haben einige Gebiete einen besonderen Einfluss. Hochdruckgebiete mit herabsinkenden Luftmassen bilden sich nachweislich an bestimmten Orten besonders häufig. Dazu gehören:

  • Das Azorenhoch
  • Das Bermudahoch
  • Das Helenahoch
  • Das ostpazifische Hoch

Sie alle gehören zum subtropischen Hochdruckgürtel. Das Azorenhoch und das Bermudahoch beeinflussen das Wetter auf der nördlichen Halbkugel der Erde, die anderen Hochs auf der Südkugel. Für Deutschland und Europa ist das Azorenhoch wichtig, da es maßgeblich das Wetter beeinflusst.

Das Azorenhoch ist ein Hochdruckgebiet, das sich in der Gegend der im Atlantik liegenden Inseln zeigt. Es gilt als Aktionszentrum der mitteleuropäischen Atmosphäre und damit des Sommerwetters in Europa. Da das Azorenhoch am Rand eines Wirbels entsteht, der zum Polarfront-Jetstream gehört, sinkt die kalte Luft ab und der warme Golfstrom erwärmt sie wieder. Sobald die Winde die erwärmten Luftmassen nach Osten treiben, hat dies Auswirkungen auf das Wetter in Europa. Ein mitteleuropäisches Winterhoch kommt jedoch aus Osten und die Luft wird nicht über dem Meer mit Feuchtigkeit angereichert. Sie ist eher kalt und trocken und bringt daher eher kühle Luft mit Frost.

Wetter: Das Zusammenspiel von Hoch- und Tiefdruckgebieten

Das Wetter wird über die Luftmassen nicht nur von Hochdruckgebieten bestimmt. Tiefdruckgebiete sind etwa doppelt so häufig zu verzeichnen. In der FU Berlin werden pro Jahr etwa 100 Namen für Tiefs und nur etwa 50 Namen für Hochs vergeben. Ein Gegenspieler des Azorenhochs ist das Islandtief, das ein Azorenhoch in dessen Ausläufern auch zu einem Tief umwandeln kann. Das Islandtief entsteht im Nordatlantik im Seegebiet rund um Island. Es hat ebenso wie das Azorenhoch eine besondere Bedeutung für Deutschland und Mitteleuropa.

Es beeinflusst das europäische Wetter vorwiegend im Winterhalbjahr. Es kann sehr ausgedehnt und stationär auftreten. Je weiter sich das Azorenhoch im Süden befindet, desto größeren Einfluss hat das Islandtief auf Mitteleuropa. Umgekehrt kann das Azorenhoch, das etwas weiter nördlich entsteht, wärmeres und sonnigeres Wetter bringen. Im Spätherbst profitieren davon eher die höher gelegenen Orte, beispielsweise in den Alpen. Im Flachland sorgt das Azorenhoch zu dieser Jahreszeit eher für Dauernebel und ungemütliches Wetter. Diese Wetterlage wird auch als Inversionswetterlage bezeichnet. Das Wetter in Nordamerika wird vom Aleutentief, das über dem Nordpazifik entsteht, ähnlich beeinflusst. (Elke Huber)

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