Vorhersage

Wetter: „Mai-Monsun“ trifft Deutschland - Experte warnt vor Regenfluten

Das Wetter in Deutschland im Mai spitzt sich zu. Ein Experte spricht bei den aktuellen Prognosen sogar von einem „Mai-Monsun“.

Update vom Mittwoch, 12.05.2021, 10.43 Uhr: Der Mai gilt eigentlich als Wonnemonat. Sonne satt und milde Temperaturen waren in den vergangenen Jahren keine Seltenheit. Doch für 2021 sind die Wetter-Prognosen ziemlich düster. Nach dem kältesten April seit 40 Jahren, könnte auch der Mai einen traurigen Rekord aufstellen.

„Was für ein Trauerspiel in diesem Frühling“, sagt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterdienst Q.met gegenüber wetter.net. Der Frühling will auch im Mai nicht richtig loslegen, statt mildem Wetter ist Regen angesagt. „Bis Pfingsten ist kein Entrinnen aus der nassen und kühlen Wetterlage erkennbar“, so Jung. Und die Regenmengen können durchaus zum Problem werden. Denn trifft der Starkregen auf die trockenen und harten Böden, kann er kaum versickern und fließt in Bäche und Flüsse. „Regional besteht in den kommenden sieben Tagen sogar Hochwassergefahr beziehungsweise die Gefahr kleinräumiger Überschwemmungen“, warnt Jung.

Wetter: Düstere Prognosen für Deutschland – „Schon fast ein Mai-Monsun“

In Deutschland wird der Osten des Landes am meisten vom Regen betroffen sein. In den kommenden sieben Tagen sind dort in der Summe teilweise bis zu 100 Liter Niederschlag pro Quadratmeter möglich - richtige Regenfluten also. „Für deutsche Verhältnisse ist das fast schon ein Mai-Monsun“, sagt Jung. Schmuddelig und nass soll es bis Ende des Monats weitergehen. Nach aktuellen Prognosen könnte der Mai damit als zweiter Monat in Folge „zu kalt“ enden. „Zwei zu kalte Monate hintereinander gab es lange nicht mehr“, so Wetterexperte Jung. 

Der Mai könnte komplett ins Wasser fallen. Regen und Kälte ist vorrausgesagt. (Symbolbild)

Wetter in Deutschland: Sonne satt im Mai? Prognose vom Experten bringt Ernüchterung

Erstmeldung vom Mittwoch, 21.04.2021: Offenbach – Nach dem bisher durchwachsenen Start in den Frühling*, hoffen die Menschen in Deutschland auf Besserung im Mai. Gerade nach dem monatelangen Corona-Lockdown wollen sie die Feiertage im Mai zum Wandern, Grillen oder Rad fahren nutzen und Zeit in der Natur verbringen. Die Hoffnung auf frühsommerliches Wetter* und hohe Temperaturen ist also groß. Aber wie sehen die bisherigen Vorhersagen für Mai aus? Die Experten sind sich uneinig. Denn der Mai gleicht häufig einer echten Wetter-Achterbahnfahrt.

Zwar gilt der Mai in Deutschland durchaus als Wonnemonat mit viel Sonne und höheren Temperaturen. Im langjährigen Durchschnitt kommt er nämlich auf satte 210 Sonnenstunden. In den Jahren 2011 und 2018 schien im Mai sogar fast 290 Stunden die Sonne. Auch die Temperaturen können im Mai schon mal an der 30-Grad-Marke kratzen. Allerdings hat das Wetter im Mai auch seine Tücken: Denn neben extremen Temperaturschwankungen und Kälteeinbrüchen mit Nachtfrost in ganz Deutschland sind auch heftige Unwetter* mit Stürmen und Gewittern* möglich. Frühzeitige Prognosen fallen daher selbst den Experten häufig schwer. Doch wie sehen die Wettervorhersagen* für dieses Jahr aus?

Wetter in Deutschland: Mai gleicht einer Achterbahnfahrt – Immer wieder Kälte-Einbrüche

Laut dem Portal wetter.de erlöst uns der Mai von der üblen April-Kälte. Demnach könnten einige Tage bereits einen ersten Vorgeschmack auf echtes Sommer-Wetter liefern. Allerdings, auch da sind sich viele Experten sicher, können vereinzelte Kaltluftvorstöße immer wieder einen Strich durch die Rechnung machen. Im Norden von Deutschland werden bereits frühsommerliche Phasen mit Temperaturen um die 25 Grad erwartet. Anders sieht es im Westen aus. Dort bringt das Wetter zum Start in den Mai erstmal auf eine Kaltluft-Klatsche - mit Temperaturen unter 10 Grad und Regen*. Erst danach kommt der Mai richtig in Fahrt und bringt Sonne und einen Temperaturanstieg.

Nach dem durchwachsenen April hoffen die Menschen im Mai endlich auf besseres und vor allem beständigeres Wetter in Deutschland.

Wetter in Deutschland im Mai: Kein großer Frühsommer-Ausbruch in Sicht

Den ganz großen Frühsommer-Ausbruch verspricht Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterdienst Qmet allerdings nicht. Laut ihm fällt der Temperaturanstieg im Vergleich zum Mai-Wetter der Vorjahre nämlich eher mau aus. „Nach Berechnungen des europäischen und des amerikanischen Langfristwettermodells soll der Mai jeweils 0,5 Grad wärmer als das Klimamittel ausfallen“, so Jung. Verglichen mit dem Wetter der Vorjahre falle diese Abweichung demnach sehr gering aus. „Gefühlt könnte das also bei vielen Menschen ebenfalls als ein zu kalter Monat ankommen“, erklärt der Experte gegenüber dem Wetterdienst wetter.net. Die üblichen verspäteten Nachtfröste in Deutschland, die die Eisheiligen* Mitte Mai mit sich bringen, würden laut Jung demnach kaum auffallen. „Wenn das mit den Polarluftvorstößen so weiter geht wie aktuell, dann fallen die Eisheiligen gar nicht auf, da wir quasi alle paar Tage ohnehin neue Kaltluftvorstöße haben“, sagt er. Eine eher finstere Prognose.

Wetter im MaiDurchschnittswerte in Deutschland
Mittleres Temperaturmaximum16,8 Grad
Mittleres Temperaturminimum7,2 Grad
Mittlere Monatssumme Niederschlag69,2 mm
Durchschnittliche Anzahl der Sonnenstunden pro Tag6,8 Stunden
Durchschnittliche Anzahl der Tage mit Niederschlag11 Tage
Quelle: Deutscher Wetterdienst

Deutschland-Wetter im Mai: Frühsommerliche Temperaturen mit erhöhter Absturzgefahr

Einigkeit bei den Wetter-Experten herrscht aber beim Thema Niederschlag. Laut bisherigen Prognosen könnte der Mai 2021 in weiten Teilen von Deutschland ein sehr trockener Monat werden. „Bereits der März brachte 15 Prozent zu wenig Niederschlag. Der April hat aktuell sein Soll noch nicht mal zu 50 Prozent erfüllt und wenn nun auch noch der Mai zu trocken ausfallen sollte, dann wäre schon wieder ein zu trockenes Frühjahr besiegelt. Keine gute Ausgangslage für Natur und Landwirtschaft“, warnt Dominik Jung. Lediglich im Osten des Landes prognostiziert das Portal wetter.de einen Monat mit viel Regen. Auch für den Süden kündigt das Portal eine „erhöhte Schauerneigung“ an. Der Natur schadet das sicherlich nicht, allerdings trübt es bei den Menschen die Vorfreude auf die ersten Sommertage.

News zum Wetter*: Aktuelle Neuigkeiten zu Vorhersagen auf unserer Themenseite.

Beim Wetter im Mai ist also fast alles möglich. In den höheren Lagen der Alpen zum Beispiel auch Temperaturen unter dem Gefrierpunkt und Schnee. Die Hoffnung auf einen Mai mit viel Sonnenschein und frühsommerlicher Wärme stirbt allerdings zuletzt. Auch, wenn die Absturzgefahr in allen Teilen Deutschlands deutlich erhöht ist. Gut möglich also, dass sich Frühsommer und heftige Kälteeinbrüche im gesamten Monat abwechseln. (Yannick Wenig)*op-online.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Sebastian Kahnert/dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare